19.1Automatisierung und Werkzeuge20 Minuten

Was bei digitalen Produkten ohnehin automatisch läuft

Danach hast Du: Du weißt, was automatisch läuft, und kaufst nichts, was das nachbaut.

Bevor man automatisiert, lohnt es sich zu wissen, was ohnehin automatisch ist. Sonst kauft man Werkzeuge für Aufgaben, die es nicht gibt.

Der automatische Teil

VorgangWer erledigt ihnDein Aufwand
Bestellung entgegennehmenEtsyKeiner
Zahlung abwickelnEtsyKeiner
Datei ausliefernEtsyKeiner
Kaufbeleg erstellenEtsyKeiner
Umsatzsteuer im KäuferlandEtsyKeiner
Kaufnachricht versendenEtsyEinmal einrichten, aus 17.2
Listings erneuernEtsyEinmal einstellen, aus 13.7
AuszahlungEtsyKeiner

Acht Vorgänge, zwei einmalige Einstellungen. Das ist ein hoher Automatisierungsgrad, und er ist kostenlos.

Was das im Vergleich bedeutet

Ein Shop mit physischen Produkten hat bei jeder Bestellung: packen, frankieren, versenden, Sendungsnummer eintragen, gegebenenfalls nachverfolgen. Zehn bis dreißig Minuten je Bestellung.

Bei digitalen Produkten sind es null. Das ist der Grund, warum die Skalierung hier funktioniert: Die hundertste Bestellung kostet genauso wenig wie die erste.

Was Werkzeuge oft versprechen und nicht brauchen

VersprechenWirklichkeit
„Automatische Auslieferung"Macht Etsy bereits
„Bestellungen verwalten"Bei digitalen Produkten gibt es nichts zu verwalten
„Versandetiketten"Kein Versand
„Lagerbestand"Unbegrenzt
„Automatische Kaufbestätigung"Macht Etsy

Diese Punkte sind für Verkäufer physischer Ware wertvoll. Für digitale Produkte sind sie ohne Nutzen, und ein Werkzeug, das damit wirbt, ist möglicherweise nicht für Deinen Fall gebaut.

Was tatsächlich Zeit kostet

Aus der Kapiteleinleitung, hier mit Zahlen aus der Praxis:

2 bis 5 hje neuem Produkt, mit Vorlagen
10 bis 60 minNachrichten im Monat
30 bis 45 minBuchhaltung und Meldungen im Monat

Der erste Posten ist der größte und der einzige, der wirklich zählt. Alles, was Zeit für neue Produkte freimacht, wirkt; alles andere ist Randbereich.

Die Messung

Bevor Du ein Werkzeug kaufst, miss eine Woche lang, wofür Deine Zeit draufgeht.

Eine Woche, vier Spalten
  1. Produkte bauen.
  2. Listings erstellen und pflegen.
  3. Nachrichten und Kundendienst.
  4. Verwaltung: Buchhaltung, Statistik, Sonstiges.

Das Ergebnis überrascht die meisten: Der größte Posten ist Punkt eins und zwei, und dafür gibt es keine Werkzeuge, die ihn wegnehmen, nur solche, die ihn verkürzen.

Wo Automatisierung wirklich hilft

AufgabeLösungAus Abschnitt
Größen erzeugenStapelverarbeitung10.6
Listingbilder bauenVorlagen mit Austauschstellen16.9
Beschreibungen schreibenTextbausteine15.4
Nachrichten beantwortenStandardantworten17.8
BuchhaltungSoftware, die Abrechnungen einliest20.4

Vier von fünf kosten nichts. Sie sind Arbeitsweise, nicht Werkzeug, und sie sind der Grund, warum dieser Kurs so viel Wert auf Vorlagen legt.

Der Satz, der die Werkzeugfrage vereinfacht

Automatisierung bei digitalen Produkten heißt Vorlagen, nicht Software.

Wer die Vorlagen aus den Kapiteln 9, 10, 12, 16 und 17 gebaut hat, hat den größten Teil der möglichen Zeitersparnis realisiert, und zwar ohne laufende Kosten.

Was danach noch bleibt, behandelt der nächste Abschnitt.

Aufgabe

Deinen Ablauf durchgehen

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