9.5Gestaltung in Canva30 Minuten

Elemente und Bilder: die Lizenzfrage

Danach hast Du: Du weißt, welche Canva-Inhalte Du in verkauften Produkten verwenden darfst und wie Du das belegst.

Die Elemente, Fotos und Schriften in Canva sind nicht Deine. Du hast ein Nutzungsrecht, und dieses Recht hat Grenzen, die für den Verkauf digitaler Produkte entscheidend sind.

Dieser Abschnitt und der nächste sind die beiden wichtigsten des Kapitels. Ein Verstoß fällt oft jahrelang nicht auf und dann auf einmal, mit unangenehmen Folgen.

Die Grundunterscheidung

Erlaubt

Du gestaltest ein eigenes Werk und verwendest Canva-Inhalte als Bestandteil davon.

Der Wert Deines Produkts liegt in Deiner Gestaltung: Aufbau, Text, Anordnung, Zusammenstellung.

Nicht erlaubt

Du verkaufst einen Canva-Inhalt im Wesentlichen unverändert weiter.

Der Wert Deines Produkts liegt im fremden Element, und Deine Leistung besteht darin, es exportiert zu haben.

Der Prüfsatz lautet: Wofür bezahlt Dein Käufer? Für Deine Arbeit oder für ein Element, das Du nicht gemacht hast.

Die praktischen Regeln

VorhabenZulässig?
Ein Planer, den Du selbst aufgebaut hast, mit Canva-Symbolen als AkzentJa
Ein einzelnes Canva-Element als Clipart verkaufenNein
Ein Canva-Foto als Wandbild verkaufenNein
Eine Canva-Vorlage leicht abgewandelt als eigene verkaufenNein
Ein eigenes Layout mit Canva-Schriften und -LinienJa
Ein Muster aus vielen Canva-Elementen, das Du selbst gebaut hastGrenzfall, siehe unten

Die vierte Zeile trifft eine ganze Produktkategorie: Wer eine der mitgelieferten Vorlagen nimmt, Farben ändert und sie als eigene Vorlage anbietet, verkauft fremde Gestaltung. Das ist der häufigste Verstoß und der am leichtesten nachweisbare, weil die Ausgangsvorlage öffentlich einsehbar ist.

Der Grenzfall Muster und Sammlungen

Ein Muster, das aus zwanzig Canva-Elementen zusammengesetzt ist, kann als eigene Gestaltung gelten oder als bloße Zusammenstellung fremder Inhalte. Die Beurteilung hängt davon ab, wie viel eigene Leistung erkennbar ist.

Der sichere Weg: Elemente so verändern, dass sie Teil eines neuen Ganzen werden, und den Wert des Produkts nicht auf ihnen aufbauen. Wer unsicher ist, verwendet eigene Zeichnungen oder Material aus Quellen mit ausdrücklicher Weiterverkaufslizenz.

Frei und Pro

Canva unterscheidet zwischen frei verfügbaren Inhalten und solchen, die ein Abo voraussetzen. Für den Verkauf ist die Unterscheidung wichtig, weil sie beeinflusst, in welcher Form Du ausliefern darfst.

InhaltsartIn fertiger DateiIn bearbeitbarer Vorlage
Freie ElementeJa, als Bestandteil eigener GestaltungJa
Pro-ElementeEingeschränkt, siehe 9.6Als Vorlagenlink möglich
Eigene hochgeladene InhalteJaJa

Abschnitt 9.6 geht diese Tabelle im Einzelnen durch, weil hier die Regeln am feinsten sind.

Die Schriften

Auch Schriften sind lizenziert. In Canva verwendete Schriften darfst Du innerhalb von Canva-Entwürfen nutzen; das heißt nicht, dass Du die Schriftdatei weitergeben oder sie in einem anderen Programm einsetzen darfst.

Praktisch relevant wird das an einer Stelle: Wenn Du eine bearbeitbare Vorlage verkaufst, hat der Käufer Zugriff auf die Schrift innerhalb von Canva. Das ist vorgesehen. Wenn Du dieselbe Schrift außerhalb von Canva verwenden willst, brauchst Du eine eigene Lizenz dafür.

Was Du dokumentierst

Aus Abschnitt 5.8 kennst Du den Ordner Lizenznachweise. So füllst Du ihn:

Vier Belege je Produkt
  1. Eine Liste, welche fremden Elemente in welchem Produkt stecken.
  2. Ein Screenshot der Lizenzbedingungen mit sichtbarem Datum. Bedingungen ändern sich; der Stand zum Zeitpunkt der Verwendung zählt.
  3. Der Nachweis Deines Abos, falls Pro-Inhalte verwendet wurden, für den Zeitraum der Erstellung.
  4. Bei fremden Quellen außerhalb von Canva: Kaufbeleg und Lizenztext.

Das dauert je Produkt fünf Minuten und ist die einzige Vorsorge, die im Streitfall zählt. Ohne diese Belege steht Deine Aussage gegen die Behauptung des anderen.

Was Du in den Bedingungen selbst nachlesen solltest

Dieser Abschnitt gibt den Stand wieder, wie er sich aus Canvas Inhaltslizenz ergibt. Diese Bedingungen ändern sich, und sie sind für Dich verbindlich, nicht dieser Kurs.

Lies sie einmal selbst, bevor Du das erste Produkt einstellst, und noch einmal, wenn Du eine neue Produktart beginnst. Es sind wenige Seiten, sie sind verständlich geschrieben, und sie beantworten Deine Fälle genauer als jede Zusammenfassung.

Aufgabe

Deine Inhalte prüfen

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