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Farben, die auf Papier funktionieren

Danach hast Du: Deine fünf Farben sind auf Druckbarkeit geprüft und im Ausdruck bestätigt.

Farben sind der Teil der Gestaltung, bei dem Bildschirm und Papier am weitesten auseinanderliegen. Was leuchtet, ist im Druck stumpf; was zart wirkt, ist auf Papier weg.

Die Farben, die im Druck versagen

FarbeWas passiert
Leuchtendes Orange und NeongrünWird stumpf, weil Drucker diese Töne nicht erreichen
Tiefes Violett und KönigsblauKippt oft ins Bläuliche oder wirkt matschig
Sehr helles Grau unter 15 ProzentVerschwindet ganz oder wird fleckig
Reines Schwarz auf großer FlächeWirkt grau und verbraucht sehr viel Tinte
Farbverläufe über große FlächenZeigt Streifen bei Heimdruckern

Die letzte Zeile trifft viele Wandbilder: Ein weicher Verlauf sieht am Bildschirm hervorragend aus und druckt zu Hause mit sichtbaren Stufen.

Die Tintenfrage

Ein Punkt, den kaum jemand bedenkt und der über Bewertungen entscheidet: Dein Käufer druckt selbst und bezahlt die Tinte.

Ein Arbeitsblatt mit vollflächigem farbigem Hintergrund kostet ihn ein Vielfaches dessen, was eine weiße Seite mit farbigen Akzenten kostet. Bei einem Planer mit zwölf Seiten summiert sich das.

Die Faustregel für Druckprodukte

Weißer oder sehr heller Hintergrund, Farbe als Akzent. Nicht aus Geschmacksgründen, sondern weil es der Käufer bezahlt und weil es auf jedem Gerät funktioniert.

Wer trotzdem farbige Flächen will, bietet zusätzlich eine tintensparende Fassung an. Das ist ein Verkaufsargument, das in Beschreibungen gut ankommt, und es kostet Dich zehn Minuten Arbeit.

Der Aufbau einer Palette

Fünf Farben, mit klaren Rollen:

Die fünf Rollen
  1. Die Hauptfarbe. Trägt den Charakter, taucht in jedem Produkt auf.
  2. Die Zweitfarbe. Ergänzt, für Abwechslung innerhalb einer Reihe.
  3. Ein dunkler Neutralton für Text. Nicht reines Schwarz, sondern ein sehr dunkles Grau oder Braun; das wirkt weicher und druckt besser.
  4. Ein heller Neutralton für Flächen und Linien. Ein Grau um 15 bis 25 Prozent.
  5. Eine Signalfarbe für das Wenige, das hervorstechen soll.

Die Signalfarbe ist die, die am häufigsten überstrapaziert wird. Sie wirkt nur, wenn sie selten vorkommt: auf einer A4-Seite an einer oder zwei Stellen, nicht an sieben.

Kontrast prüfen

Text muss lesbar sein, auch für Menschen, die nicht perfekt sehen, und auch nach einem schwachen Ausdruck.

KombinationGeeignet für
Sehr dunkler Text auf WeißAlles, immer sicher
Weißer Text auf dunkler FlächeÜberschriften, große Größen
Mittelgrauer Text auf WeißNur Kleingedrucktes, nicht für Fließtext
Farbiger Text auf farbiger FlächeNur mit ausdrücklicher Prüfung
Hellgrau auf WeißNur Linien und Raster, kein Text

Ein praktischer Test ohne Werkzeug: Sieh Dir den Entwurf in Graustufen an. Wenn zwei Farben dabei gleich aussehen, ist der Kontrast zwischen ihnen nicht ausreichend, und der Text darauf ist schwer zu lesen.

Das Testblatt

Einmal anlegen, für alle künftigen Produkte verwenden:

Was auf das Testblatt gehört
  1. Jede der fünf Farben als Fläche, etwa 4 mal 4 Zentimeter.
  2. Jede Farbe als Text in 10 pt und in 24 pt auf Weiß.
  3. Weißer Text auf jeder Farbe.
  4. Die grauen Linien in den Stärken, die Du verwendest.
  5. Ein Farbverlauf, falls Du damit arbeiten willst.

Ausdrucken, ansehen, und was nicht funktioniert, wird ersetzt. Diese zwanzig Minuten sind die beste Vorsorge gegen die Bewertung „Farben sahen anders aus”.

Der Hinweis, der ins Listing gehört

Auch bei geprüfter Palette weichen Ergebnisse ab, weil jeder Bildschirm und jeder Drucker anders ist.

Ein Satz in der Beschreibung ist üblich und hilft: „Farben können je nach Bildschirm und Drucker leicht abweichen.” Er ist keine Ausrede, sondern eine zutreffende Erwartungsklärung, und er verhindert Enttäuschungen, für die Du nichts kannst.

Aufgabe

Deine Palette prüfen

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