9.6Gestaltung in Canva30 Minuten
Was Du mit Canva verkaufen darfst und was nicht
Danach hast Du: Du weißt für jedes Deiner geplanten Produkte, in welcher Form Du es ausliefern darfst.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 9.6 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
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Der vorige Abschnitt hat die Grundsätze geklärt. Dieser übersetzt sie in die vier Fälle, die auf Etsy tatsächlich vorkommen.
Die vier Wege
| Weg | Was der Käufer bekommt | Zu beachten |
|---|---|---|
| Fertige Datei, nur freie Inhalte | PDF oder PNG zum Ausdrucken | Der sicherste Weg, ohne Abo möglich |
| Fertige Datei mit Pro-Inhalten | PDF oder PNG | Nur als Bestandteil eigener Gestaltung, Abo während der Erstellung nötig |
| Bearbeitbare Vorlage als Link | Einen Canva-Link, den er in sein Konto kopiert | Der übliche Weg für Vorlagenprodukte |
| Gesperrtes Bild plus Textfelder | Eine Vorlage, in der nur Text änderbar ist | Umgeht die Pro-Frage, weil das Bild als Grafik feststeht |
Weg eins: fertige Datei aus freien Inhalten
Der einfachste und sicherste. Du gestaltest mit freien Elementen und Schriften, exportierst ein PDF, und der Käufer druckt es.
Für Planer, Arbeitsblätter, Checklisten und typografische Wandbilder reicht das vollständig aus. Ein Abo brauchst Du dafür nicht.
Keine Abogebühr, keine Lizenzgrauzone, keine Abhängigkeit von einem Konto, das gekündigt werden könnte. Und die Produkte, die sich am besten verkaufen, sind ohnehin meist die typografischen.
Wer damit anfängt, kann später jederzeit erweitern. Umgekehrt ist es schwieriger: Ein Produkt, das auf Pro-Inhalten aufbaut, lässt sich nicht ohne Weiteres auf freie umstellen.
Weg zwei: fertige Datei mit Pro-Inhalten
Möglich, wenn das Pro-Element Bestandteil einer eigenen Gestaltung ist und nicht selbst das Produkt.
Ein Symbol in einem Planer: unproblematisch. Ein Pro-Foto, das als Wandbild verkauft wird: unzulässig, weil dann das fremde Werk verkauft wird.
Wichtig ist der zeitliche Aspekt: Das Abo muss zum Zeitpunkt der Erstellung und des Exports bestehen. Wer nach der Kündigung weiterverkauft, verkauft Produkte, für deren Bestandteile keine Lizenz mehr besteht. Der Nachweis des Abozeitraums gehört deshalb in den Ordner aus Abschnitt 5.8.
Weg drei: die bearbeitbare Vorlage
Die Produktart, für die Canva besonders geeignet ist. Der Käufer bekommt keinen Download, sondern einen Link, mit dem er eine Kopie in sein eigenes Canva-Konto legt und dort Texte, Farben und Bilder ändert.
- Du erstellst die Vorlage und erzeugst in Canva einen Vorlagenlink.
- Du legst ein PDF an, das diesen Link und eine kurze Anleitung enthält.
- Dieses PDF ist Deine Etsy-Datei. Der Käufer lädt es herunter, klickt den Link und arbeitet in seinem Konto.
- Änderungen an der Vorlage betreffen künftige Käufer, nicht die bisherigen, denn jeder hat seine eigene Kopie.
Das ist zugleich der Grund, warum diese Produktart so gut skaliert: Ein Link, beliebig oft verkauft, ohne dass Dateien getauscht werden müssen.
Der Käufer braucht ein Canva-Konto. Das ist kostenlos, muss aber in der Beschreibung stehen, sonst ist es eine Überraschung.
Pro-Inhalte in der Vorlage kann ein Käufer ohne Abo nicht ohne Weiteres verwenden. Wer für ein breites Publikum baut, verwendet in Vorlagen ausschließlich freie Inhalte, und das ist ein echtes Verkaufsargument: „Funktioniert auch mit der kostenlosen Canva-Fassung."
Weg vier: gesperrtes Bild plus Textfelder
Ein Zwischenweg für Produkte, bei denen die Gestaltung feststehen soll und nur Text geändert wird, etwa Einladungen mit Namen.
Du legst die Gestaltung als feste Grafik an und darüber die Textfelder, die der Käufer ändern kann. Dadurch bleibt die Gestaltung unverändert, und die Frage nach der Bearbeitbarkeit einzelner Elemente stellt sich nicht.
Der Nebeneffekt ist praktisch: Der Käufer kann nichts kaputt machen. Das reduziert Nachrichten erheblich.
Was Du nie tun solltest
| Nicht tun | Warum |
|---|---|
| Canva-Vorlagen abwandeln und als eigene verkaufen | Fremde Gestaltung, leicht nachweisbar |
| Einzelne Elemente als Clipart anbieten | Verkauf fremder Inhalte |
| Schriftdateien mitliefern | Weitergabe lizenzierter Software |
| Behaupten, der Käufer erhalte alle Rechte | Kannst Du nicht einräumen, was Du nicht hast |
| Pro-Inhalte nach Abokündigung weiterverkaufen | Lizenz besteht nicht mehr |
Die Formulierung für Deine Lizenz
Was Du dem Käufer einräumst, muss zu dem passen, was Du selbst darfst. Abschnitt 12.4 formuliert die vollständige Lizenz; für Canva-Produkte gehören zwei Punkte hinein:
Was der Käufer damit darf. Meist: für sich selbst nutzen und ausdrucken, nicht weiterverkaufen und nicht weitergeben.
Was er nicht darf. Insbesondere: die Vorlage nicht als eigene Vorlage weitergeben oder verkaufen. Das ist bei bearbeitbaren Produkten der Punkt, an dem es sonst Ärger gibt.
Aufgabe
Deine Auslieferungsform prüfen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
