10.3Gestaltung in Photoshop und Affinity30 Minuten
Ebenen, Smartobjekte und zerstörungsfreies Arbeiten
Danach hast Du: Deine Dateien sind so aufgebaut, dass Du jede Entscheidung später ändern kannst.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 10.3 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Zerstörungsfrei heißt: Jede Entscheidung bleibt umkehrbar. Das ist kein Anspruch von Berufsgestaltern, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, wenn aus einem Entwurf zwanzig Varianten werden sollen.
Die drei Werkzeuge
| Werkzeug | Statt | Vorteil |
|---|---|---|
| Smartobjekt | Ein Bild direkt zu skalieren | Beliebig oft ändern, ohne Qualitätsverlust |
| Einstellungsebene | Farben direkt zu ändern | Wirkung jederzeit anpassbar oder abschaltbar |
| Ebenenmaske | Teile wegzulöschen | Nichts ist weg, alles ist nur verborgen |
Wer diese drei verwendet, kann drei Monate später ein Produkt umfärben, in einer anderen Größe ausgeben oder einen Bestandteil austauschen, ohne von vorn anzufangen.
Smartobjekte
Ein Bild, das als Smartobjekt eingebettet ist, behält seine ursprüngliche Auflösung, auch wenn Du es verkleinerst.
Ohne Smartobjekt
Bild auf 30 Prozent verkleinert. Die Pixel sind weg.
Später wieder auf 100 Prozent vergrößert: unscharf, unwiederbringlich.
Mit Smartobjekt
Bild auf 30 Prozent verkleinert. Die Originaldaten bleiben erhalten.
Später wieder auf 100 Prozent: unverändert scharf.
Der zweite Nutzen ist noch wichtiger: Ein Smartobjekt lässt sich ersetzen. In einem Mockup, in dem der Bildinhalt ein Smartobjekt ist, tauschst Du das Motiv aus, und alles andere bleibt: Perspektive, Schatten, Beleuchtung.
Das ist die Grundlage der Mockup-Arbeit aus Kapitel 16, und es macht aus einer Stunde Arbeit je Listingbild zwei Minuten.
Einstellungsebenen
Statt Helligkeit, Kontrast oder Farbton direkt zu ändern, legst Du eine Ebene darüber, die diese Änderung bewirkt.
- Jederzeit änderbar. Die Farbanpassung von gestern lässt sich heute nachjustieren.
- Abschaltbar. Für den Vergleich vorher und nachher, mit einem Klick.
- Übertragbar. Dieselbe Einstellungsebene lässt sich in andere Dateien kopieren, für einen einheitlichen Look über eine ganze Produktreihe.
Der dritte Punkt ist für Produktreihen wertvoll: Wenn zwanzig Motive dieselbe Farbstimmung haben sollen, ist eine kopierte Einstellungsebene der zuverlässigste Weg dorthin.
Ebenen benennen und ordnen
Klingt nach Pedanterie, ist eine Zeitfrage. Eine Datei mit vierzig Ebenen namens „Ebene 12 Kopie 3” ist nach zwei Wochen unbrauchbar.
| Gut | Schlecht |
|---|---|
| 01-Hintergrund | Ebene 1 |
| 02-Motiv (Smartobjekt) | Ebene 4 Kopie |
| 03-Text-Ueberschrift | Ebene 12 Kopie 3 |
| PRUEFEN-dunkler-Grund | unbenannt |
Und gruppiere: alles Textliche in eine Gruppe, alles Grafische in eine andere, Prüfhilfen in eine dritte. Dann lässt sich ein ganzer Bereich aus- und einschalten.
Die Arbeitsdatei und die Ausgabedatei
Zwei verschiedene Dinge, und sie werden regelmäßig verwechselt.
Die Arbeitsdatei enthält alle Ebenen, ist groß und wird nie verkauft. Sie ist Dein Kapital: Aus ihr entstehen alle künftigen Varianten.
Die Ausgabedatei ist flach, klein und geht an den Käufer.
Der häufigste Verlustfall: Man exportiert flach, sichert versehentlich unter demselben Namen, und die Ebenenstruktur ist weg.
Deshalb: Arbeitsdateien und Ausgabedateien in getrennten Ordnern, mit verschiedenen Endungen. Und eine Sicherung, nach der Regel aus Abschnitt 5.8: drei Kopien, zwei Orte, eine außer Haus.
Der Aufwand, der sich rechnet
Zerstörungsfreies Arbeiten kostet beim ersten Produkt etwa zehn Minuten mehr.
Es spart beim ersten Änderungswunsch eine Stunde, beim ersten Farbvariantenwunsch zwei, und beim Aufbau einer Reihe aus zwanzig Varianten den größten Teil der Arbeit. Das ist die Rechnung aus Abschnitt 4.6, technisch umgesetzt.
Aufgabe
Zerstörungsfrei umbauen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
