10.5Gestaltung in Photoshop und Affinity30 Minuten

Farbprofile und der Blick auf das Druckergebnis

Danach hast Du: Deine Dateien haben ein eingebettetes Profil, und Du weißt vorher, wie sie gedruckt aussehen.

Farbmanagement klingt nach einem Thema für Druckereien. Für digitale Produkte reduziert es sich auf drei Entscheidungen, die einmal getroffen werden.

Die drei Entscheidungen

FrageAntwort für digitale Produkte
Welcher ArbeitsfarbraumsRGB
Profil einbettenJa, immer
CMYK anbietenNur auf ausdrücklichen Bedarf

Warum sRGB und nicht ein größerer Farbraum: Deine Käufer arbeiten mit Heimdruckern, Copyshops und Onlinediensten, und die erwarten sRGB. Ein größerer Farbraum wird von diesen Geräten falsch umgerechnet, und das Ergebnis ist flauer, nicht besser.

Was ein eingebettetes Profil bewirkt

Ohne Profil weiß das empfangende Gerät nicht, was ein bestimmter Farbwert bedeuten soll, und rät. Mit Profil weiß es, woran es ist.

Ohne Profil

Der Drucker interpretiert die Werte nach eigener Voreinstellung.

Ergebnis: Farben können deutlich abweichen, meist blasser oder mit Farbstich.

Mit sRGB-Profil

Der Drucker weiß, worauf sich die Werte beziehen, und rechnet richtig um.

Ergebnis: so nah am Bildschirm, wie es technisch geht.

Das Einbetten ist eine Einstellung beim Export und kostet wenige Kilobyte. Es gibt keinen Grund, sie wegzulassen.

Die Druckvorschau

Die meisten Bildprogramme können anzeigen, wie eine Datei im Druck aussehen wird, indem sie den kleineren Farbraum eines Druckverfahrens simulieren.

Das ist kein perfektes Abbild, und es zeigt zuverlässig, welche Farben einbrechen. Aus Abschnitt 9.4 kennst Du die Kandidaten: leuchtendes Orange, Neongrün, tiefes Violett, sattes Königsblau.

Die Prüfung, die zwei Minuten dauert

Schalte die Druckvorschau ein und wieder aus, im Wechsel. Farben, die dabei sichtbar springen, sind die Problemfälle.

Wenn eine Hauptfarbe Deiner Palette dazugehört, ist das eine wichtige Erkenntnis: Sie wird in jedem Deiner Produkte auffallen, bei jedem Käufer. Dann lieber jetzt austauschen als bei Produkt vierzig.

Wann CMYK doch sinnvoll ist

Nur, wenn Dein Produkt erkennbar für eine Druckerei gedacht ist: Einladungen in Sonderformaten, Visitenkarten, Aufkleberbögen zum professionellen Druck.

Dann gehört eine zusätzliche Datei ins Paket, klar benannt, und in der Anleitung ein Satz, wofür sie gedacht ist. Die Hauptdatei bleibt RGB.

Nicht einfach umstellen

Eine RGB-Datei nach CMYK zu konvertieren, ändert die Farben, und zwar sichtbar. Wer das kurz vor dem Export macht, verkauft ein Produkt, das anders aussieht als der Entwurf.

Wenn CMYK nötig ist, gehört die Umstellung an den Anfang, damit Du von Anfang an siehst, womit Du arbeitest.

Der Bildschirm

Ein unkalibrierter Bildschirm zeigt Farben, die vom Standard abweichen, teilweise erheblich. Wer darauf gestaltet, gestaltet für sein Gerät und nicht für die Welt.

Zwei Wege, ohne Messgerät:

Die Voreinstellungen prüfen. Viele Bildschirme stehen ab Werk auf einem übertriebenen Modus mit erhöhter Sättigung. Ein neutraler oder sRGB-Modus ist die bessere Grundlage.

Gegen einen bekannten Ausdruck prüfen. Druck ein Testblatt mit Deinen fünf Farben, wie in Abschnitt 9.4, und vergleich es bei Tageslicht mit dem Bildschirm. Große Abweichungen zeigen, dass der Bildschirm zu bunt eingestellt ist.

Ein Messgerät lohnt sich erst, wenn Farbe das Kerngeschäft ist. Für typografische Produkte und klare Farbflächen genügen die beiden Wege oben.

Was Du dem Käufer sagst

Der Satz aus Abschnitt 9.4 gehört ins Listing: Farben können je nach Bildschirm und Drucker abweichen.

Und ein zweiter, wenn Dein Produkt farbkritisch ist: eine Empfehlung zum Papier. Farben auf mattem Papier wirken anders als auf glänzendem, und ein Hinweis darauf ist Kundendienst, der nichts kostet.

Aufgabe

Dein Farbmanagement einrichten

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