10.9Gestaltung in Photoshop und Affinity20 Minuten

Kostenlose Werkzeuge und ihre Grenzen

Danach hast Du: Du kannst ohne Anschaffung anfangen und weißt, wo die Grenzen liegen.

Man kann einen Shop mit digitalen Produkten vollständig ohne Softwarekosten aufbauen. Das ist keine Notlösung, sondern für das erste Jahr die vernünftige Entscheidung.

Die Aufgaben und ihre kostenlosen Werkzeuge

AufgabeKostenlose LösungGrenze
Layout und TextCanva GrundfassungKeine Transparenz, keine Größenanpassung
Pixelbearbeitung, FreistellenEin freies BildbearbeitungsprogrammUmständlichere Bedienung
Vektorgrafik, SVGEin freies VektorprogrammUngewohnte Oberfläche
PDF zusammenfügen und verkleinernFreie PDF-WerkzeugeWenig, hier reicht es meist
StapelverarbeitungFreie BildkonverterWeniger Schritte je Durchgang möglich

Für Plotterdateien ist der dritte Punkt besonders wichtig: Ein freies Vektorprogramm ist für SVG-Erzeugung vollwertig und in mancher Hinsicht sogar geeigneter als die kostenpflichtigen Alternativen, weil es das Format nativ verwendet.

Was in der Praxis reicht

Die Ausstattung für null Euro
  1. Canva Grundfassung für Layout, Text und alles Typografische.
  2. Ein freies Bildbearbeitungsprogramm für Transparenz, Freistellen und Stapelverarbeitung.
  3. Ein freies Vektorprogramm, falls Du Plotterdateien anbietest.
  4. Ein freies PDF-Werkzeug zum Zusammenfügen und Verkleinern.

Damit lassen sich alle Produktarten dieses Kurses herstellen. Was fehlt, ist Bequemlichkeit, nicht Fähigkeit.

Wo es wirklich weh tut

Drei ehrliche Schwachstellen

Die Bedienung. Freie Programme sind häufig anders aufgebaut, und die Einarbeitung dauert länger. Wer nie mit Bildbearbeitung gearbeitet hat, merkt den Unterschied kaum; wer es gewohnt ist, schon.

Die automatischen Funktionen. Hintergrund entfernen, Objekte erkennen, Inhalte auffüllen: Hier sind die kostenpflichtigen Programme deutlich weiter. Das kostet Zeit bei jedem freigestellten Motiv.

Fremde Vorlagendateien. Gekaufte Mockups im Photoshop-Format öffnen freie Programme unterschiedlich gut. Eigene Mockups nach Abschnitt 10.7 umgehen das.

Wann Du wechseln solltest

Nicht nach Gefühl, sondern nach einer Zahl: Wenn ein Programm Dir mehr Zeit kostet, als es Geld spart.

Die Rechnung: Wenn ein kostenpflichtiges Programm Dir zwei Stunden im Monat spart und Dein Stundenwert bei zehn Euro liegt, sind das zwanzig Euro. Kostet es weniger, lohnt es sich; kostet es mehr, nicht.

Bei einem Shop mit fünf Listings spart es nichts, weil kaum Arbeit anfällt. Bei einem mit sechzig ist die Rechnung eindeutig.

Die Werkzeuge, von denen Du die Finger lassen solltest

Anbieter ohne erkennbare Bedingungen. Besonders bei Onlinediensten, die Bilder verarbeiten. Aus Abschnitt 8.7: Dein unveröffentlichtes Produkt geht auf einen fremden Server.

Programme aus unsicheren Quellen. Freie Software gibt es bei den Projekten selbst. Kopien auf Sammelseiten enthalten gelegentlich Zusätze, die niemand will.

Cracks und Umgehungen. Abgesehen von der rechtlichen Seite: Ein Shop, der von einem manipulierten Programm abhängt, steht auf unsicherem Grund. Und die Lizenznachweise aus Abschnitt 5.8 lassen sich dann nicht führen.

Die ehrliche Einschätzung

Für ein erstes Jahr mit typografischen Produkten braucht niemand ein kostenpflichtiges Programm.

Ab dem Punkt, an dem regelmäßig Bilder bearbeitet, Mockups gebaut und Dateien im Stapel verarbeitet werden, ist ein einmalig gekauftes Programm die vernünftige Anschaffung. Das ist meist zwischen dem zwanzigsten und dem vierzigsten Listing der Fall, und dann trägt der Shop es auch.

Aufgabe

Deine kostenlose Ausstattung zusammenstellen

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