10.6Gestaltung in Photoshop und Affinity30 Minuten

Stapelverarbeitung: zwanzig Größen in einem Durchgang

Danach hast Du: Du kannst eine Aktion aufzeichnen und auf einen ganzen Ordner anwenden.

Dies ist der Abschnitt, der über die Größe Deines Shops entscheidet. Wer zwanzig Dateien von Hand exportiert, baut zwanzig Listings im Jahr. Wer es im Stapel tut, baut hundert.

Was eine Aktion ist

Eine Aufzeichnung von Arbeitsschritten, die sich auf beliebig viele Dateien anwenden lässt. Man macht die Arbeit einmal, das Programm merkt sie sich, und danach läuft sie über einen ganzen Ordner.

Das Prinzip in vier Schritten
  1. Aufzeichnung starten.
  2. Die Arbeitsschritte einmal ausführen, an einer Beispieldatei.
  3. Aufzeichnung beenden.
  4. Auf einen Ordner anwenden, über die Stapelverarbeitung.

Die Aktionen, die sich lohnen

AktionWas sie tutZeitersparnis
Größe erzeugenAuf Zielmaß bringen und als PDF sichernJe Datei 2 Minuten
Vorschaubild bauenAuf 2.000 px quadratisch, weißer RandJe Datei 3 Minuten
Wasserzeichen setzenFür Vorschaubilder, nicht für das ProduktJe Datei 1 Minute
Transparenz sichernPNG-Export mit AlphakanalJe Datei 1 Minute
Farbprofil zuweisensRGB einbettenJe Datei 30 Sekunden

Bei einem Produkt mit vier Größen und drei Listingbildern sind das rund fünfzehn Minuten je Produkt. Bei sechzig Produkten fünfzehn Stunden.

Der Ablauf für Größen

Der häufigste Anwendungsfall, und er hat eine Besonderheit: Die Aktion muss von der größten Datei ausgehen.

Sechs Schritte
  1. Alle Ausgangsdateien in einen Ordner, jeweils in der größten Größe.
  2. Einen Zielordner anlegen je Format, etwa /A4/, /A3/.
  3. Aktion aufzeichnen: Bildgröße ändern, Profil zuweisen, als PDF sichern, Datei schließen.
  4. Auf den Ordner anwenden, mit dem Zielordner als Ausgabe.
  5. Ergebnisse prüfen, mindestens Stichproben.
  6. Für das nächste Format wiederholen.

Die Fehler, die man beim ersten Stapel macht

Immer auf Kopien arbeiten

Der teuerste Fehler: eine Aktion, die überschreibt, auf den Ordner mit den Originalen anzuwenden. Danach sind alle Ausgangsdateien in der falschen Größe, und es gibt kein Zurück.

Deshalb: Zielordner immer verschieden vom Quellordner. Und vor dem ersten Lauf eine Sicherung.

FehlerFolge
Aktion überschreibt die QuelleOriginale verloren
Feste Dateinamen in der AktionAlle Ergebnisse heißen gleich, nur eines bleibt übrig
Dialogfenster in der AktionDer Stapel hält bei jeder Datei an
Verschiedene Ausgangsgrößen im OrdnerUneinheitliche Ergebnisse
Kein Farbprofil in der AktionErgebnisse ohne Profil, siehe 10.5

Die zweite Zeile ist tückisch: Wenn beim Aufzeichnen ein bestimmter Dateiname eingegeben wurde, verwendet die Aktion ihn für jede Datei. In der Stapelverarbeitung gibt es dafür eine Einstellung zur Namensvergabe, und die muss auf den ursprünglichen Dateinamen stehen.

Die Prüfung nach dem Stapel

Nicht jede Datei einzeln, aber auch nicht keine.

Drei Stichproben
  1. Die erste Datei vollständig, nach dem Bogen aus 8.10.
  2. Eine aus der Mitte, auf Größe und Profil.
  3. Die letzte, weil Fehler oft am Ende auftreten, wenn Speicher knapp wird.

Dazu ein Blick auf die Dateigrößen im Ordner: Wenn eine deutlich aus der Reihe fällt, ist dort etwas schiefgegangen.

Was Stapelverarbeitung nicht kann

Sie kann keine gestalterischen Entscheidungen treffen. Aus Abschnitt 9.7: Ein Wechsel des Seitenverhältnisses braucht Nacharbeit, und die kann keine Aktion leisten.

Deshalb die Arbeitsteilung: Stapel für alles, was rein technisch ist. Größen innerhalb desselben Verhältnisses, Formatwechsel, Profile, Vorschaubilder. Von Hand für alles, was Gestaltung betrifft.

Der Aufbau, der das ermöglicht

Damit Stapelverarbeitung funktioniert, müssen die Ausgangsdateien einheitlich sein: gleiche Größe, gleicher Aufbau, gleiche Benennung.

Das ist der eigentliche Grund für die Regeln aus Abschnitt 10.2 und 8.8. Wer von Anfang an einheitlich arbeitet, kann später automatisieren. Wer nicht, muss vor jedem Stapel aufräumen und verliert den Vorteil.

Aufgabe

Deine erste Aktion bauen

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