10.1Gestaltung in Photoshop und Affinity20 Minuten

Wann Photoshop und wann Canva

Danach hast Du: Du weißt, welche Deiner Arbeitsschritte in welches Programm gehören.

Die Frage ist nicht, welches Programm besser ist, sondern welche Aufgabe wohin gehört. Die meisten Produkte entstehen in beiden.

Die Arbeitsteilung

AufgabeWerkzeug
Layout, Text, AnordnungCanva
Mehrseitige DokumenteCanva
Bearbeitbare Vorlagen zum VerkaufCanva, zwingend
Freistellen und RetuscheBildbearbeitung
Transparenz ohne AboBildbearbeitung
Farbprofile setzen und prüfenBildbearbeitung
Viele Dateien auf einmal bearbeitenBildbearbeitung
Mockups mit AustauschstellenBildbearbeitung
Muster und WiederholungenBildbearbeitung

Die Regel dahinter: Canva für alles, was mit Anordnung zu tun hat. Bildbearbeitung für alles, was mit Pixeln zu tun hat.

Der gemischte Ablauf

So sieht er bei einem typischen Produkt mit Bildanteil aus:

Vier Schritte über zwei Programme
  1. Bildbearbeitung: Motiv freistellen, Farben anpassen, als PNG mit Transparenz sichern.
  2. Canva: PNG hochladen, in das Layout einsetzen, Text ergänzen, anordnen.
  3. Canva: Als PDF Druck exportieren.
  4. Bildbearbeitung, falls nötig: Größen im Stapel erzeugen oder das Farbprofil prüfen.

Schritt vier entfällt bei den meisten Produkten. Wer nur eine Größe anbietet und in RGB bleibt, ist nach Schritt drei fertig.

Wann Du das zweite Programm wirklich brauchst

Canva reicht

Planer, Kalender, Arbeitsblätter, Checklisten.

Wandbilder mit Text und Formen.

Einladungen und Karten.

Bearbeitbare Vorlagen.

Das sind erfahrungsgemäß gut zwei Drittel aller digitalen Produkte auf Etsy.

Zweites Programm nötig

Cliparts mit Transparenz, ohne Canva-Abo.

Alles mit eigenen Fotos.

Gezeichnete Motive, die freigestellt werden müssen.

Nahtlose Muster.

Mockups für Listingbilder, ab etwa Kapitel 16.

Die Reihenfolge der Anschaffung

Wenn Du beides brauchst und sparsam anfangen willst:

In dieser Reihenfolge
  1. Erst kostenlos. Canva in der Grundfassung plus ein kostenloses Bildprogramm. Damit lassen sich vollständige Produkte bauen.
  2. Dann das, was am meisten Zeit spart. Meist ist das die Stapelverarbeitung, also das Bildprogramm.
  3. Zuletzt das Canva-Abo, wenn die Größenanpassung zum Engpass wird.

Und zwar erst, wenn der Shop Umsatz macht. Aus Abschnitt 5.9: Ein Abo, das im dritten Monat gekündigt wird, hat nur eine Abbuchung gebracht.

Der Umweg, der oft genügt

Transparenz ist die häufigste Lücke der kostenlosen Canva-Fassung. Sie lässt sich schließen, ohne ein Abo zu nehmen: Entwurf in Canva bauen, als PNG mit weißem Hintergrund exportieren, in einem kostenlosen Bildprogramm den Hintergrund entfernen.

Das kostet je Datei zwei Minuten und ist bei fünf Motiven zumutbar. Bei fünfzig ist es das nicht, und dann lohnt sich die Stapelverarbeitung aus Abschnitt 10.6.

Die Datei, die zwischen den Programmen wandert

Beim Wechsel zwischen Programmen geht regelmäßig Qualität verloren. Zwei Regeln verhindern das:

Immer verlustfrei übergeben. PNG oder TIFF zwischen den Programmen, niemals JPG. Ein JPG, das mehrfach geöffnet und gesichert wird, verliert jedes Mal Qualität.

Immer groß genug übergeben. Die Zwischendatei hat mindestens die Auflösung des Endprodukts, besser mehr. Vergrößern geht nicht, verkleinern immer.

Aufgabe

Deinen Ablauf festlegen

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