7.4Internationale Verkäufe, OSS und die Grenzfälle20 Minuten
Verkäufe außerhalb der EU
Danach hast Du: Du weißt, wie Verkäufe außerhalb der EU behandelt werden und wann sie doch Deine Angelegenheit wären.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 7.4 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
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Der amerikanische Markt ist für digitale Produkte auf Etsy der größte, und die Frage nach den dortigen Steuern kommt regelmäßig. Die Antwort ist erfreulich kurz.
Die Grundregel
Eine elektronische Leistung an einen Empfänger im Drittland ist in Deutschland nicht steuerbar. Der Ort liegt beim Empfänger, und was dort geschieht, richtet sich nach dem Recht dieses Landes.
Für Dich bedeutet das: keine deutsche Umsatzsteuer, kein Ausweis, keine Meldung. Und da Deine Leistung bei Etsy ohnehin an Etsy Ireland geht, ist die Frage für Dich zweimal erledigt.
Die USA
Dort gibt es keine Umsatzsteuer im europäischen Sinn, sondern die Sales Tax, geregelt von den Bundesstaaten, teils von Städten und Bezirken. Ob digitale Güter besteuert werden, ist von Staat zu Staat verschieden.
Etsy ist in den USA als Marketplace Facilitator eingestuft und dadurch verpflichtet, die Sales Tax zu berechnen und abzuführen, wo sie anfällt. Der Käufer sieht sie auf seinem Beleg, Etsy führt sie ab, und Du hast damit nichts zu tun.
In den USA ist es üblich, Preise ohne Steuer anzuzeigen und sie an der Kasse aufzuschlagen. Ein amerikanischer Käufer sieht also Deinen Preis und zahlt an der Kasse mehr.
Das ist dort erwartet und kein Nachteil. Wer für den amerikanischen Markt kalkuliert, rechnet trotzdem mit dem Preis, den er selbst gesetzt hat, denn das ist der Betrag, der bei ihm ankommt.
Großbritannien
Seit dem Austritt gilt Großbritannien als Drittland. Für digitale Leistungen an britische Privatkunden führt Etsy die britische VAT ab, ebenfalls aufgrund einer Plattformregelung.
Auch hier gilt: Deine Leistung geht an Etsy Ireland, und die britische Steuer ist Etsys Angelegenheit.
Die übrigen Länder
Etsy führt in einer wachsenden Zahl von Staaten Abgaben auf digitale Leistungen ab, darunter Norwegen, die Schweiz, Australien, Neuseeland, Kanada, Japan und weitere. Die Liste ändert sich, weil immer mehr Länder digitale Leistungen erfassen.
Für Dich ist die Liste ohne Bedeutung, solange Du über Etsy verkaufst. Sie wird bedeutsam, wenn Du außerhalb verkaufst, und dann in einer unangenehmen Weise: Manche Länder verlangen eine Registrierung ab dem ersten Umsatz.
Innerhalb der EU gibt es das OSS-Verfahren als Erleichterung. Außerhalb gibt es das nicht: Wer als deutscher Anbieter direkt an Privatkunden in der Schweiz, in Norwegen oder in Australien elektronische Leistungen verkauft, kann dort registrierungspflichtig werden.
Die Schwellen sind unterschiedlich, teils niedrig, teils bei null. Ein eigener Shop, der weltweit erreichbar ist, erzeugt diese Frage in dem Moment, in dem der erste Käufer aus einem solchen Land bestellt.
Der übliche Weg für kleine Anbieter ist deshalb, den eigenen Shop auf bestimmte Länder zu beschränken. Das ist technisch einfach und erspart eine Menge.
Was Du für Deine Buchhaltung brauchst
Nichts Zusätzliches. Die Drittlandsverkäufe stehen in derselben Etsy-Abrechnung wie alle anderen, mit demselben Verkaufserlös, und sie werden genauso behandelt: als Teil Deiner Leistung an Etsy Ireland.
Eine Trennung nach Ländern brauchst Du nur, wenn Du außerhalb von Etsy verkaufst oder personalisierst. Für den reinen Download-Shop gilt weiterhin: eine Zeile je Monat.
Was Du dennoch wissen solltest
Zwei Punkte, die nichts mit Steuern zu tun haben und trotzdem an internationalen Verkäufen hängen:
Das Widerrufsrecht gilt für Käufer in der EU. Bei digitalen Inhalten erlischt es unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Beginn des Downloads, und diese Voraussetzungen musst Du erfüllen. Abschnitt 15.5 behandelt das.
Die Sprache Deiner Produkte entscheidet über den Markt mehr als jede Steuerregel. Aus Kapitel vier weißt Du, dass die Sprachlücke im deutschsprachigen Raum die verlässlichste ist. Wer international verkaufen will, braucht Produkte ohne Text oder in mehreren Fassungen, und das ist eine Produktentscheidung, keine steuerliche.
Aufgabe
Deine Drittlandsfälle einordnen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
