16.1Listingbilder für digitale Produkte20 Minuten

Das Problem: ein Produkt ohne Gegenstand

Danach hast Du: Du weißt, was Deine Bilder zeigen müssen und in welcher Reihenfolge.

Bei einem Kaffeebecher weiß jeder, was fotografiert wird. Bei einer PDF-Datei nicht, und das ist der Grund für die vielen schlechten Bildstrecken in diesem Bereich.

Was der Käufer wissen will

Drei Fragen, in dieser Reihenfolge, und die Bilder beantworten sie:

FrageWelches Bild sie beantwortet
Was ist das, und ist es für mich?Das erste Bild
Wie sieht das aus, wenn ich es benutze?Die Mockups
Was genau bekomme ich?Übersichts- und Infobilder

Fast alle schwachen Bildstrecken beantworten nur die erste Frage, und das auch nur teilweise.

Die drei Ebenen

Jede Bildstrecke braucht alle drei
  1. Die Wirkung. Wie sieht es aus, im Gebrauch, in einer echten Umgebung. Das sind die Mockups.
  2. Der Inhalt. Was steckt drin, wie viele Seiten, welche Varianten. Das ist die Übersicht.
  3. Die Fakten. Formate, Größen, was nicht enthalten ist, Voraussetzungen. Das sind die Infobilder.

Ebene eins verkauft, Ebene zwei überzeugt, Ebene drei verhindert Enttäuschungen. Alle drei sind nötig, und die dritte wird am häufigsten weggelassen.

Warum ein Bildschirmfoto nicht reicht

Das Bildschirmfoto

Zeigt die Datei, wie sie im Programm aussieht: auf grauem Grund, mit Rändern, ohne Bezug.

Der Käufer sieht ein Dokument und muss sich selbst vorstellen, was daraus wird. Das tun die wenigsten.

Das Mockup

Zeigt dasselbe Produkt gerahmt an einer Wand, auf einem Tisch, in einem Ordner.

Der Käufer sieht das Ergebnis und nicht die Zwischenstufe. Das ist der Unterschied im Klickverhalten, und er ist erheblich.

Der Sonderfall: Produkte ohne Ergebnisbild

Manche digitale Produkte haben kein sichtbares Ergebnis: eine Anleitung, eine Checkliste, eine Vorlage für einen Ablauf.

Was dann funktioniert
  1. Das ausgedruckte Blatt fotografieren, auf einem Schreibtisch, mit Stift daneben. Ein echtes Foto schlägt jedes Mockup.
  2. Die Seiten als Ausschnitte zeigen, vergrößert, damit man den Inhalt erkennt.
  3. Das Ergebnis der Anwendung zeigen, nicht das Werkzeug. Bei einem Haushaltsbuch: das ausgefüllte Blatt.

Punkt eins ist der Weg, den kaum jemand geht und der am besten wirkt: Ein Ausdruck, mit einem Telefon bei Tageslicht am Fenster fotografiert, sieht echter aus als jedes Mockup und kostet zehn Minuten.

Die Reihenfolge

Etsy zeigt die Bilder in der Reihenfolge, die Du festlegst, und der Käufer wischt durch. Aus Abschnitt 16.2 kommt die vollständige Liste; das Prinzip ist:

PositionAufgabe
Bild 1Klick erzeugen
Bild 2 bis 4Wirkung zeigen
Bild 5 bis 7Inhalt zeigen
Bild 8 bis 10Fakten klären

Die letzte Zeile steht hinten, weil sie erst gebraucht wird, wenn Interesse besteht. Sie darf trotzdem nicht fehlen: Wer bis dorthin gewischt hat, ist kurz vor dem Kauf und will genau diese Angaben.

Das Format

Quadratisch, 2.000 mal 2.000 Pixel, aus Abschnitt 10.2.

Etsy zeigt Bilder in der Ergebnisliste quadratisch und auf der Listingseite in einem anderen Verhältnis. Wer quadratisch anlegt, kontrolliert den Zuschnitt selbst, statt ihn Etsy zu überlassen.

Der Rand, der abgeschnitten wird

In der Ergebnisliste wird das Bild quadratisch beschnitten. Wenn Dein Text am oberen Rand steht, verschwindet er dort.

Deshalb: Alles Wichtige in die mittleren zwei Drittel. Aus Abschnitt 8.4, dieselbe Sicherheitszone, nur für Bilder statt für Druck.

Aufgabe

Deine Bildstrecke planen

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