2.7Deutscher oder amerikanischer Markt20 Minuten

Die Folgekette: was Deine Wahl alles festlegt

Danach hast Du: Du hast die vollständige Konfiguration für Deinen Markt vor Augen und weißt, welche Einstellung wo vorgenommen wird.

Hier steht die Entscheidung in ihrer vollen Länge. Nicht als Argument, sondern als Liste dessen, was danach feststeht.

Die beiden Konfigurationen nebeneinander

Was Deutscher Markt Amerikanischer Markt
Produktionsland EU USA
Anbieterwahl Druckerei mit EU-Standort Druckerei mit US-Standort
Sprache der Listings Deutsch Englisch, US-Schreibweise
Währung Euro US-Dollar
Umrechnungsgebühr entfällt 2,5 % bei Zahlkonto in Euro
Größentabelle deutsche Konfektionsgrößen, Zentimeter US-Größen, Zoll, zusätzlich Zentimeter
Umsatzsteuer deutsche USt, sofern kein Kleinunternehmer keine deutsche USt auf die Lieferung, siehe Kapitel 4
Sales Tax entfällt Etsy führt sie ab, siehe 4.7
Lieferzeit 3 bis 7 Werktage 3 bis 8 Werktage innerhalb der USA
Versandprofil Deutschland, wahlweise EU USA, wahlweise Kanada
Musterbestellung wenige Tage, günstig Wochen, teuer, ggf. zollpflichtig
Anlasskalender Einschulung, Konfirmation, Weihnachten Halloween, Thanksgiving, Graduation, Teacher Week
Recherchewerkzeug eRank auf Etsy Deutschland stellen eRank auf Etsy USA stellen
Preisniveau Shirt etwa 22 bis 30 Euro etwa 24 bis 34 Dollar

Die vier Punkte, die man leicht vergisst

Die Schreibweise im Englischen. Amerikanisch, nicht britisch. „Color“ statt „colour“, „favorite“ statt „favourite“. Das ist keine Kosmetik: Käufer suchen in ihrer Schreibweise, und ein Tag mit der falschen wird nicht gefunden.

Das Maßsystem in den Bildern. Wenn Deine Größengrafik nur Zentimeter zeigt, hilft sie einem US-Käufer nicht. Umgekehrt genauso. Das betrifft nicht den Text, sondern die Bilddatei, und Bilder ändert man nicht nebenbei.

Die Einstellung in eRank. Das Werkzeug fragt, für welchen Marktplatz die Zahlen gelten sollen. Wer das übersieht, recherchiert das eine und verkauft im anderen. Siehe 8.3.

Der Artikelstandort bei Etsy. Er ergibt sich aus dem Versandprofil, nicht aus Deinem Wohnort. Käufer filtern danach, und in den USA tun sie es häufig.

Die Kombination, die am häufigsten schiefgeht

Deutscher Verkäufer, englische Listings, europäische Druckerei. Das entsteht fast von selbst, wenn man einer amerikanischen Anleitung folgt und beim Anbieter die Voreinstellung ändert.

Ergebnis: Die Listings sprechen US-Käufer an, die Ware kommt aus Europa, und damit greift die Zolllage aus 2.5. Es ist die teuerste aller Kombinationen, weil sie erst bei der ersten Bestellung auffällt.

Was in beiden Fällen gleich bleibt

Damit das Bild nicht zu schwer wird: Ein erheblicher Teil der Arbeit ist marktunabhängig.

Die Designs

Ein sprachfreies Motiv funktioniert in beiden Märkten. Ein Motiv mit Text nicht, aber die gestalterische Arbeit daran ist dieselbe.

Die technischen Anforderungen

300 dpi, PNG mit Transparenz, RGB, Druckflächen. Das hängt am Anbieter, nicht am Markt.

Die Abläufe

Produkt anlegen, Mockups erzeugen, zu Etsy übertragen, Angaben ergänzen, veröffentlichen. Identisch.

Buchhaltung und Belege

Die Ablage, die Belegpflichten, die Auswertung. Nur der Steuerfall unterscheidet sich, nicht die Ordnung dahinter.

Anders gesagt: Der Markt entscheidet über die Texte und die Einstellungen, nicht über das Handwerk. Wer später wechselt, verliert die Texte und behält das Handwerk. Das ist genau die Aufteilung aus 2.1.

Woran Du die Konfiguration festmachst

Häng die Spalte Deines Marktes sichtbar an die Wand oder leg sie in die Datei, in der Du arbeitest. Sie ist Deine Prüfliste bei jeder Einstellung, die in den nächsten Kapiteln kommt.

Die Frage bei jeder Einstellung

„Passt das zu meinem Markt?“ Bei Sprache, Währung, Druckerei, Versandprofil, Größentabelle und Recherchewerkzeug lautet die Antwort in der Voreinstellung häufig nein.

Sechs Stellen, sechs Prüfungen. Wer sie einmal bewusst setzt, hat den Rest des Kurses eine Sorge weniger.

Aufgabe

Deine Konfiguration aufschreiben

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