2.6Deutscher oder amerikanischer Markt15 Minuten
Warum US-Markt zwingend US-Fertigung bedeutet
Danach hast Du: Du weißt, warum die Ware im Zielland entstehen muss, und kennst die Einstellung beim Anbieter, an der das hängt.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 2.6 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Aus 2.5 folgt ein Satz, der die gesamte Anbieterwahl bestimmt: Die Ware darf keine Grenze überqueren. Wenn sie es nicht darf, muss sie dort entstehen, wo der Käufer sitzt.
Das Prinzip
Bei Print on Demand ist der Produktionsort keine Nebensache der Logistik, sondern Teil der Produktentscheidung. Der Käufer bestimmt das Land, in dem gedruckt wird.
Das ist der eigentliche Grund, warum die großen Anbieter Druckereien auf mehreren Kontinenten unterhalten. Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, Zoll zu vermeiden.
| Käufer sitzt in | Es muss gedruckt werden in | Warum |
|---|---|---|
| Deutschland | EU | Binnenmarkt, keine Zollgrenze |
| USA | USA | Innerhalb der USA gibt es keine Einfuhr |
| Vereinigtes Königreich | UK | seit dem Austritt eigene Zollgrenze zur EU |
| Kanada, Australien | je nach Anbieter im Land oder nahe | eigene Einfuhrregeln, je Land zu prüfen |
Das Vereinigte Königreich ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Es ist englischsprachig, wird deshalb gern zum US-Markt dazugezählt und ist zollrechtlich weder die EU noch die USA.
Wie die Anbieter das lösen
Beide großen Anbieter arbeiten mit einem Netz aus Druckereien und wählen bei einer Bestellung eine davon aus. Der Unterschied liegt darin, wie viel Du davon steuerst.
Beim Anlegen eines Produkts entscheidest Du Dich für einen konkreten Anbieter aus einer Liste, mit Sitzland, Preis und Laufzeit. Das gibt Dir Kontrolle und verlangt eine Entscheidung je Produkt. Kapitel 6 geht darauf ein.
Gelato leitet die Bestellung automatisch an eine Produktionsstätte in der Nähe des Käufers. Das nimmt Dir die Entscheidung ab und gibt Dir weniger Einfluss auf Marke und Preis. Kapitel 7 geht darauf ein.
Beide Anbieter kommen aus dem US-Markt. Wer ein Produkt anlegt, ohne die Druckereiwahl zu prüfen, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer amerikanischen Druckerei.
Verkaufst Du dann an deutsche Käufer, dreht sich das Problem aus 2.5 einfach um: Die Ware geht von den USA nach Deutschland, und bei Sendungen über der EU-Freigrenze fallen Einfuhrabgaben an, die Dein Käufer bezahlt.
Prüf diese Einstellung bei jedem einzelnen Produkt. Sie ist nicht kontounabhängig, sondern hängt am Produkt.
Was sich dadurch im Listing ändert
Der Produktionsort ist nicht nur eine interne Einstellung. Er taucht an drei Stellen im Listing auf.
- Produktionspartner: Der Eintrag in den Shop-Einstellungen nennt das Produktionsland. Bei zwei Ländern brauchst Du zwei Einträge, siehe 1.5.
- Versandprofil: Herkunftsland und Laufzeit müssen zur tatsächlichen Druckerei passen, sonst verspricht Etsy Termine, die niemand hält.
- Artikelstandort: Etsy zeigt Käufern, von wo versandt wird. Käufer filtern danach, gerade in den USA.
Der dritte Punkt ist ein Vorteil, den man mitnehmen sollte: Ein Listing, das aus den USA versandt wird, erscheint bei amerikanischen Käufern in Filtern, in denen ein aus Europa versandtes Listing nicht auftaucht.
Was mit Bestellungen aus anderen Ländern passiert
Die praktische Frage: Du baust für Deutschland, und es bestellt jemand aus Kanada. Was nun?
| Fall | Was zu tun ist |
|---|---|
| Bestellung aus der EU | Unproblematisch. Beachte die 10.000-Euro-Schwelle, siehe Kapitel 4. |
| Bestellung aus der Schweiz oder UK | Einfuhr in ein Drittland. Nur mit klarer Regelung, wer die Abgaben trägt. |
| Bestellung aus den USA bei EU-Fertigung | Genau der Fall aus 2.5. In aller Regel nicht wirtschaftlich. |
Deshalb ist die Versandeinstellung im Shop keine Formalie, sondern eine Entscheidung. Länder, in die Du nicht sinnvoll liefern kannst, gehören nicht in Dein Versandprofil. Wie Du das einstellst, steht in Kapitel 5.9.
Ein Land, das im Versandprofil steht, ist ein Versprechen. Wer es nicht halten kann, produziert genau die Fälle, die Zeit und Bewertungen kosten.
Ein Land, das nicht drinsteht, erzeugt keinen einzigen Vorgang. Das ist die günstigste Form der Fehlervermeidung, die es gibt.
Markt und Produktionsland sind dieselbe Entscheidung, nicht zwei. Wer den US-Markt wählt, hat damit die Druckerei gewählt, und wer eine europäische Druckerei wählt, hat den europäischen Markt gewählt.
Aufgabe
Prüfen, ob Dein Anbieter im Zielland druckt
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
