6.9Printify einrichten und die Anbieterlogik verstehen15 Minuten

Was Printify Dir nicht abnimmt

Danach hast Du: Du weißt, welche Aufgaben bei Dir bleiben, und hast sie in Deinen Arbeitsablauf eingeplant.

Print on Demand wird gern als Modell beschrieben, bei dem sich alles automatisch erledigt. Das stimmt für die Logistik und für sonst nichts. Hier steht, was bei Dir bleibt.

Die neun Punkte

Nr. Was Rhythmus
1 Den Produktionspartner bei Etsy angeben und zuordnen je Listing
2 Die Druckerei auswählen statt die Vorauswahl zu übernehmen je Produkt
3 Die Druckqualität prüfen Muster je Produkt, dann stichprobenartig
4 Den Kundendienst gegenüber dem Käufer laufend
5 Rechtstexte, Impressum, Widerruf einmal, dann jährlich
6 Steuern, Rechnungen, Buchhaltung monatlich
7 Preisänderungen des Anbieters bemerken halbjährlich
8 Auslistungen und Verfügbarkeiten prüfen halbjährlich
9 Die Rechteprüfung Deiner Motive je Design

Vier davon verdienen eine genauere Betrachtung.

Punkt 1: Die Produktionspartner-Angabe

Der teuerste der neun

Printify überträgt Titel, Bilder, Preise und Varianten nach Etsy. Die Angabe des Produktionspartners überträgt es nicht.

Sie ist eine Etsy-Pflicht, kein Printify-Feld, und ihr Fehlen ist der häufigste Grund für entfernte POD-Listings. Ausführlich in 1.5 und 5.4.

Punkt 3: Die Qualitätsprüfung

Du siehst Deine Produkte nie. Das heißt: Du erfährst von einem Qualitätsproblem erst durch eine Bewertung, und dann ist es zu spät.

Muster vor dem Verkauf

Ein Exemplar je Produktart, mit eigenem Motiv, bei Deiner Druckerei. Dreimal waschen. Fotografieren. Siehe 6.4.

Stichproben im laufenden Betrieb

Alle paar Monate ein Exemplar nachbestellen, besonders nach einem Wechsel der Druckerei oder wenn sich Bewertungen häufen.

Bewertungen als Frühwarnsystem

Zwei Bewertungen mit demselben Hinweis sind kein Zufall. Wenn zweimal „Druck wirkt blass“ steht, prüf, ob die Druckerei gewechselt hat oder das Verfahren.

Punkt 4: Der Kundendienst

Der Käufer hat einen Vertrag mit Dir, siehe 6.1. Wenn etwas schiefgeht, schreibt er Dich an.

Fall Was Du tust Was der Anbieter tut
Falscher Artikel geliefert Ersatz anbieten, sofort in aller Regel Nachdruck auf Anbieterkosten
Druckfehler Foto anfordern, Ersatz anbieten Nachdruck oder Gutschrift nach Prüfung
Paket nicht angekommen Sendungsverfolgung prüfen, Ersatz oder Erstattung je nach Fall und Versandart unterschiedlich
Größe passt nicht Dein Problem, siehe 5.8 nichts

Die letzte Zeile ist die häufigste. Sie lässt sich nicht durch Kulanz lösen, sondern nur durch bessere Größenangaben, siehe Kapitel 16.

Punkt 7: Preisänderungen

Niemand schickt Dir eine Nachricht

Anbieterpreise steigen. Wenn ein Shirt von 11,00 auf 12,20 Euro geht, bleibt Dein Verkaufspreis bei 29,90, und Deine Marge sinkt um 1,20 Euro je Stück, ohne dass sich irgendwo etwas ändert.

Bei zweihundert Verkäufen im Jahr sind das 240 Euro, die niemand bemerkt, wenn er nicht nachsieht.

Zwei Termine im Jahr, im Frühjahr und im Herbst: Einkaufspreise ablesen und mit der Kalkulation vergleichen. Zwanzig Minuten, siehe Kapitel 18.

Was Printify tatsächlich abnimmt

Damit die Liste nicht ungerecht wirkt.

Erledigt Printify

Druck, Verpackung, Versand, Sendungsverfolgung, Nachdruck bei eigenen Fehlern, die Anbindung an Etsy, die Mockup-Erzeugung, eine Abrechnung statt vieler.

Bleibt bei Dir

Gestaltung, Auswahl, Preisbildung, Texte, Bilder, Recht, Steuern, Kundendienst, Qualitätskontrolle, Überwachung.

Die richtige Erwartung

Printify nimmt Dir die Logistik ab, nicht das Geschäft. Das ist viel, denn Lager, Vorfinanzierung und Versand sind bei jedem anderen Handelsmodell die größten Hürden.

Wer damit rechnet, dass auch der Rest von selbst läuft, wird enttäuscht. Wer die neun Punkte als seine Arbeit annimmt, hat ein Geschäft mit sehr niedrigem Risiko.

Aufgabe

Die neun Punkte einordnen

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