15.8Das Listing aufbauen25 Minuten
Preis festlegen und begründen
Danach hast Du: Dein Preis steht und Du kannst ihn begründen.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 15.8 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Der Preis ist bei digitalen Produkten die am häufigsten zu niedrig angesetzte Größe. Der Grund ist ein Denkfehler: „Es kostet mich ja nichts, es noch einmal zu verkaufen.”
Das stimmt und ist die falsche Rechnung.
Die richtige Rechnung
Aus Kapitel zwei: Was zählt, ist nicht der Aufwand je Verkauf, sondern der Aufwand je Produkt geteilt durch die Zahl der Verkäufe.
- Aufwand: vier bis sechs Stunden für Gestaltung, Listing und Bilder.
- Realistische Verkäufe im ersten Jahr: zehn bis fünfzig, je nach Nische.
- Bei 6 Euro Preis und 20 Verkäufen: etwa 103 Euro Ertrag für fünf Stunden Arbeit.
- Bei 12 Euro und 15 Verkäufen: etwa 155 Euro für dieselbe Arbeit.
Der höhere Preis bringt mehr, obwohl weniger verkauft wird. Das ist der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Die Spannen nach Produktart
| Produktart | Übliche Spanne | Oberes Drittel |
|---|---|---|
| Einzelnes Wandbild | 3 bis 12 € | 8 bis 12 € |
| Einzelne Planerseite | 4 bis 15 € | 10 bis 15 € |
| Vollständiger Planer oder Set | 12 bis 40 € | 25 bis 40 € |
| Bearbeitbare Vorlage | 6 bis 25 € | 15 bis 25 € |
| Clipart-Paket | 5 bis 20 € | 12 bis 20 € |
| Plotterdatei einzeln | 2 bis 8 € | 5 bis 8 € |
| Plotterdatei mit gewerblicher Lizenz | 8 bis 30 € | 18 bis 30 € |
| Fachliches Dokument, Nische | 8 bis 40 € | 20 bis 40 € |
Die letzte Zeile ist die interessanteste: Wo Fachwissen steckt und der Wettbewerb dünn ist, sind Preise möglich, die im allgemeinen Markt undenkbar wären.
Warum das obere Drittel
Unteres Drittel
Etwas höhere Kaufrate, deutlich weniger Ertrag je Verkauf.
Und ein Signal: Bei sehr niedrigen Preisen zweifeln Käufer an der Qualität, gerade bei digitalen Produkten, wo sie nichts anfassen können.
Oberes Drittel
Etwas niedrigere Kaufrate, deutlich mehr Ertrag.
Und Spielraum: Wer oben anfängt, kann später senken. Wer unten anfängt, kann kaum erhöhen, ohne bestehende Käufer zu irritieren.
Aus Abschnitt 13.4: Die höchste Kaufrate ist nicht das Ziel, sondern der höchste Ertrag.
Die Preisschwellen
Sie wirken, auch bei kleinen Beträgen.
| Preis | Wirkung |
|---|---|
| 4,99 statt 5,00 | Klassische Schwelle, wirkt weiterhin |
| 9,90 statt 10,00 | Bleibt unter der zweistelligen Wahrnehmung |
| 19,00 statt 19,99 | Wirkt bei höheren Preisen seriöser |
| Glatte Beträge bei gewerblichen Lizenzen | Passen zum geschäftlichen Umfeld |
Bei Beträgen unter zehn Euro lohnt sich die Schwelle, darüber wird sie weniger wichtig, und bei gewerblichen Angeboten wirken glatte Preise besser.
Der Preis unter drei Euro
Aus Abschnitt 4.8: Wenn mehr als ein Drittel der ersten zwanzig Treffer unter drei Euro liegt, ist die Nische zu.
Wenn Du selbst dort landest, ist die Rechnung eindeutig:
2.560 Verkäufe sind sieben am Tag, jeden Tag, das ganze Jahr. Das ist für einen Nebenerwerb keine realistische Größenordnung.
Wann Du den Preis änderst
| Situation | Was tun |
|---|---|
| Viele Aufrufe, kaum Käufe | Erst Bilder und Beschreibung prüfen, dann den Preis |
| Kaum Aufrufe | Nicht der Preis, sondern die Begriffe, siehe 14.2 |
| Gute Kaufrate, viele Verkäufe | Preis erhöhen, in kleinen Schritten |
| Neues Produkt in derselben Reihe | Denselben Preis, Einheitlichkeit wirkt |
Die dritte Zeile wird selten genutzt und ist der einfachste Weg zu mehr Ertrag: Ein Produkt, das gut läuft, verträgt meist eine Erhöhung um ein bis zwei Euro, ohne dass die Verkäufe einbrechen.
Preis anheben, dreißig Tage messen, vergleichen. Nicht mehrere Produkte gleichzeitig, sonst weißt Du nicht, woran es lag.
Und aus Abschnitt 13.6: Eine Preisänderung ist eine Bearbeitung des Listings. Sie setzt die Messung nicht zurück, sie braucht aber selbst wieder vier Wochen, bis die neue Zahl aussagekräftig ist.
Die Begründung aufschreiben
Ein Satz auf dem Nischenblatt oder in Deiner Produktliste: warum dieser Preis.
In drei Monaten wirst Du überlegen, ob er richtig war, und dann willst Du wissen, worauf er beruhte: auf der Spanne der Nische, auf der Rechnung, oder auf einem Gefühl.
Aufgabe
Deinen Preis festlegen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
