12.2Die Anleitung und der erste Eindruck nach dem Kauf25 Minuten

Was hineingehört, in welcher Reihenfolge

Danach hast Du: Du hast die Gliederung Deiner Anleitung und weißt, was in welchen Teil gehört.

Eine Anleitung, die drei Seiten lang ist, wird nicht gelesen. Eine, die aus zwei Sätzen besteht, beantwortet nichts. Der richtige Umfang liegt bei einer Seite, und dieser Abschnitt zeigt, was darauf Platz hat.

Die sieben Teile

TeilUmfangWechselt je Produkt
1. Dank und EinordnungEin bis zwei SätzeNein
2. Was in diesem Paket istEine ListeJa
3. So druckst Du esDrei bis vier PunkteSelten
4. Was Du damit darfstVier bis sechs ZeilenNein
5. Wenn etwas nicht klapptZwei SätzeNein
6. Der Hinweis auf die BewertungEin SatzNein
7. Was es sonst noch gibtZwei ZeilenSelten

Fünf der sieben Teile sind bei allen Deinen Produkten identisch. Das ist der Grund, warum die Vorlage aus Abschnitt 12.8 so viel Zeit spart.

Die Reihenfolge und warum sie so ist

Teil 1 und 2 zuerst, weil der Käufer wissen will, ob er das Richtige bekommen hat. Diese Frage steht vor allen anderen.

Teil 3 als Drittes, weil das der nächste Schritt ist. Er kommt vor der Lizenz, weil der Käufer jetzt drucken will und nicht Rechtstexte lesen.

Teil 4 in der Mitte, wo er nicht stört und trotzdem gelesen wird.

Teil 5 und 6 am Ende, weil sie erst relevant werden, wenn etwas schiefgeht oder alles geklappt hat.

Teil 7 zuletzt, dezent, in kleinerer Schrift.

Die Reihenfolge, die nicht funktioniert

Lizenz und Rechtliches an den Anfang. Das ist der häufigste Aufbau bei Anbietern, die schon einmal Ärger hatten, und er hat zwei Nachteile: Er wirkt misstrauisch, und die praktischen Hinweise rutschen nach unten, wo sie nicht mehr gelesen werden.

Die Lizenz muss vorhanden sein, nicht prominent. In der Mitte einer Seite ist sie gut aufgehoben.

Teil zwei im Einzelnen

Der Teil, der je Produkt wechselt und der am meisten Nachrichten verhindert.

Die Dateiliste
  1. Jede Datei mit ihrem Namen, genau so, wie sie heißt.
  2. Wofür sie ist, in vier bis sechs Wörtern.
  3. Die Größe oder das Format, wenn es mehrere gibt.

Ein Beispiel:

DateiWofür
Wochenplaner-A4.pdfZum Ausdrucken auf A4
Wochenplaner-A5.pdfZum Ausdrucken auf A5
Wochenplaner-Tablet.pdfZum Ausfüllen am Tablet
Anleitung-und-Lizenz.pdfDiese Datei

Die letzte Zeile ist kein Scherz: Der Käufer sieht in seiner Downloadliste vier Dateien und will wissen, was in welcher steckt. Wenn die Anleitung sich selbst mit aufführt, ist die Liste vollständig.

Was nicht hineingehört

Deine Lebensgeschichte. Ein Satz zur Person ist sympathisch, ein Absatz ist zu viel. Das gehört in Dein Shopprofil, nicht in jedes Produkt.

Ausführliche Programmanleitungen. Wie man ein PDF öffnet, muss nicht erklärt werden. Wie man die richtige Druckeinstellung wählt, schon; das ist der Unterschied zwischen Bevormundung und Hilfe.

Rechtstexte in voller Länge. Die Lizenz gehört in verständliche Sätze, nicht in Paragraphenform. Abschnitt 12.4 zeigt, wie.

Ein Aufruf, in sozialen Netzwerken zu folgen. Er wird nicht befolgt und verlängert die Seite.

Der Umfang

Eine Seite, A4, mit angenehmer Schriftgröße. Wenn es nicht passt, ist etwas zu ausführlich.

Der Test

Druck die Anleitung aus und leg sie auf den Tisch. Wenn Du beim Draufsehen sofort erkennst, wo was steht, ist sie richtig gebaut.

Wenn Du lesen musst, um Dich zurechtzufinden, fehlen Überschriften oder es steht zu viel drauf. Der Käufer sucht, er liest nicht.

Die Gestaltung

Dieselbe wie bei Deinen Produkten: dieselben zwei Schriften, dieselben Farben, dasselbe Raster. Aus Abschnitt 4.9.

Die Anleitung ist eines der wenigen Dokumente, die jeder Käufer sieht. Wenn sie aussieht wie Deine Produkte, verstärkt sie die Wiedererkennung. Wenn sie aussieht wie ein Formular, wirkt sie wie ein Fremdkörper.

Aufgabe

Deine Gliederung anlegen

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