13.9Wie Etsys Suche bei digitalen Produkten arbeitet25 Minuten

Was Google zusätzlich bringt

Danach hast Du: Deine Listings sind auch für die Suche außerhalb von Etsy aufgestellt.

Ein Teil der Käufer kommt nicht über die Etsy-Suche, sondern über Google. Der Anteil schwankt stark je nach Nische, liegt aber selten unter zehn Prozent und kann bei fachlichen Themen deutlich höher sein.

Was dort anders ist

Etsy-SucheGoogle
Wichtigstes FeldTitel und TagsTitel und Beschreibung
Länge der AnfrageZwei bis vier WörterOft ganze Fragen
Absicht des SuchendenKaufenOft erst informieren
WettbewerbAndere Etsy-ListingsAlles im Netz
BeschreibungstextZählt wenigZählt viel

Die letzte Zeile ist der entscheidende Unterschied: Was Du in die Beschreibung schreibst, hat bei Etsy geringe Wirkung auf die Auffindbarkeit und bei Google große.

Die zwei Stellen, die zählen

Der erste Absatz der Beschreibung. Google zeigt ihn häufig als Vorschautext an, und er entscheidet, ob jemand klickt.

Schlecht für Google

„Willkommen in meinem Shop! Vielen Dank für Dein Interesse. Dieses Listing ist ein digitaler Download."

Sagt nichts über das Produkt. Als Vorschautext wertlos.

Gut für Google

„Wochenplaner für Schichtarbeit mit Nacht- und Frühdiensten, als PDF zum Ausdrucken in A4 und A5. Mit Feldern für Dienstzeiten, Pausen und Übergaben."

Beschreibt das Produkt in einem Satz und enthält die Wörter, nach denen gesucht wird.

Der Titel. Er wird bei Google als Überschrift angezeigt, oft gekürzt. Was dort steht, muss auch ohne den Etsy-Zusammenhang verständlich sein.

Wonach bei Google anders gesucht wird

Längere Anfragen, oft als Frage oder Beschreibung eines Problems.

Bei EtsyBei Google
wochenplaner schichtarbeitplaner für schichtarbeit zum ausdrucken kostenlos
hochzeit einladung vorlagehochzeitseinladung selbst gestalten und drucken
medikationsplan pdfmedikamentenplan vorlage für angehörige

Zwei Dinge fallen auf: Die Anfragen sind länger, und in der ersten steht „kostenlos”. Ein erheblicher Teil der Google-Suchenden sucht zunächst Kostenloses und ist trotzdem erreichbar, wenn das bezahlte Angebot deutlich besser ist.

Was daraus folgt

Schreib in die Beschreibung ganze Sätze, die die Frage beantworten, die jemand gestellt hätte. Nicht Stichworte, nicht Aufzählungen allein.

Das ist zugleich das, was Käufer lesen wollen, und deshalb kein Widerspruch zur Arbeit aus Abschnitt 15.3.

Was Du nicht tun solltest

Suchbegriffe stapeln. Ein Absatz aus aneinandergereihten Wörtern wirkt bei Google seit vielen Jahren nicht mehr und schadet der Lesbarkeit für Käufer.

Falsche Angaben machen. Ein Listing, das bei „kostenlos” erscheinen will, obwohl es kostet, erzeugt Aufrufe ohne Käufe und beschädigt die Kaufrate aus Abschnitt 13.4.

Die Beschreibung nur für Google schreiben. Sie hat zwei Leser: Google und den Käufer. Der Käufer entscheidet über den Kauf, Google nur über den Besuch.

Der Test

Such Deinen eigenen Produktnamen bei Google, dazu die Wortgruppe, die Dein Produkt beschreibt.

Was Du dabei lernst
  1. Ob Du erscheinst, und auf welcher Seite.
  2. Wer sonst erscheint. Meist Blogs, Vergleichsseiten und andere Marktplätze, nicht nur Etsy.
  3. Welche Wörter in den Ergebnissen vorkommen. Das sind die Wörter, die zu Deiner Beschreibung gehören.
  4. Ob es kostenlose Angebote gibt. Wenn ja, muss Deine Beschreibung erklären, warum das bezahlte besser ist.

Wie viel Aufwand das wert ist

Nicht viel, und das ist die ehrliche Einordnung: Die Etsy-Suche bleibt der Hauptkanal, und die Arbeit aus Kapitel 14 und 15 wirkt stärker.

Der Google-Anteil ist ein Nebeneffekt, den man mitnimmt, indem man die Beschreibung ordentlich schreibt. Eine eigene Strategie dafür lohnt sich erst, wenn der Shop läuft, und dann eher über eine eigene Informationsseite, wie sie Abschnitt 20.9 beschreibt.

Aufgabe

Für Google mitschreiben

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