1.10Was digitale Produkte auf Etsy sind, und was Etsy erlaubt20 Minuten

Selbstprüfung: Ist Dein Vorhaben zulässig?

Danach hast Du: Du hast schriftlich festgehalten, dass Dein Vorhaben auf Etsy zulässig ist, und weißt, welche Punkte Du noch klären musst.

Kapitel eins hatte ein einziges Ziel: sicherzustellen, dass das, was Du vorhast, auf Etsy zulässig ist. Alles Weitere in diesem Kurs baut darauf auf, und alles Weitere ist verlorene Zeit, wenn dieser Punkt nicht stimmt.

Die folgenden zwölf Fragen sind keine Formalität. Jede von ihnen entspricht einem Fall, der in der Praxis zu entfernten Listings geführt hat.

Zur Zulässigkeit des Produkts

1. Ist mein Produkt eine Datei, die der Käufer nach dem Kauf herunterlädt? Wenn nein, gehört es nicht in diesen Kurs, sondern in den Print-on-Demand-Kurs oder in eine andere Kategorie.

2. Habe ich jeden Bestandteil selbst gestaltet? Wenn nein, weiter mit Frage 3. Wenn ja, weiter mit Frage 6.

3. Kann ich für jeden fremden Bestandteil belegen, woher er stammt? Rechnung, Lizenztext, Screenshot mit Datum. Ein Link ist kein Beleg, Links ändern sich.

4. Erlaubt die Lizenz ausdrücklich die Weitergabe als Teil eines verkauften Produkts? Nicht die Nutzung. Die Weitergabe. Das sind zwei verschiedene Erlaubnisse.

5. Ist mein Ergebnis erkennbar meine Gestaltung, oder erkennt man das Ausgangsmaterial? Wenn jemand Dein Produkt neben die Quelle legen und sagen könnte „das ist dieselbe Vorlage in Blau”, dann stimmt etwas nicht.

Zu Marken und Rechten Dritter

6. Kommt in meinem Produkt eine fremde Marke, Figur, Serie oder ein Logo vor? Auch stilistisch angelehnt, auch abgewandelt, auch nur im Titel oder in den Tags.

7. Verwende ich ein Zitat, einen Songtext oder einen Filmspruch? Auch kurze Sätze können geschützt sein. Im Zweifel weglassen.

8. Liefere ich eine Schriftdatei mit? Wenn ja: Deckt die Lizenz der Schrift die Weitergabe an Dritte ab? In den allermeisten Fällen nicht.

Zu KI und Kennzeichnung

9. War ein generatives Werkzeug wesentlich beteiligt? Wenn ja: Steht die Angabe in der Beschreibung, in den Listing-Angaben und in der ausgelieferten Anleitung?

Zu Auslieferung und Lizenz

10. Ist mein Produkt ein Sofort-Download oder eine Auftragsarbeit? Und weiß ich, was das steuerlich bedeutet? Falls nicht: Kapitel 6 klärt es, aber die Entscheidung fällt hier.

11. Passt mein Produkt in fünf Dateien und zwanzig Megabyte je Datei? Wenn nein: Habe ich mich zwischen ZIP-Archiv und Downloadlink entschieden, und kenne ich den Nachteil meiner Wahl?

12. Habe ich eine Lizenz formuliert, die ein Käufer versteht? Und steht sie sowohl im Listing als auch in der ausgelieferten Datei?

Wenn eine Frage offen bleibt

Dann mach nicht weiter, sondern klär sie. Der Reiz, mit dem Gestalten anzufangen, ist an dieser Stelle groß, und die Klärung fühlt sich nach Bürokratie an. Sie ist aber der Unterschied zwischen einem Shop, der in zwei Jahren noch steht, und einem, der nach vier Monaten zu ist.

Was Du jetzt hast

Ein Blatt mit zwölf beantworteten Fragen und, bei den fremden Bestandteilen, den Belegen dazu. Heb beides auf, im selben Ordner wie Deine Quelldateien.

Es ist die halbe Antwort, wenn Etsy jemals nachfragt. Und es ist die vollständige Antwort, wenn jemand Dein Produkt kopiert und Du belegen musst, dass es Deines ist.

Was in Kapitel zwei kommt

Die Frage, die nach der Zulässigkeit kommt: Lohnt sich das überhaupt? Kapitel zwei rechnet nach, was von einem Verkauf übrig bleibt, wie viele Listings es tatsächlich braucht und ab wann ein Produkt sich gerechnet hat. Mit Zahlen, nicht mit Screenshots aus fremden Shops.

Zum AusdruckenSelbstprüfung: Ist mein digitales Produkt zulässig?Die zwölf Fragen aus diesem Abschnitt als Bogen zum Ausdrucken und Ausfüllen, mit Platz für die Belege.PDF herunterladen

Aufgabe

Die zwölf Fragen beantworten

Mehr zum Thema im Wissensportal