1.1Was digitale Produkte auf Etsy sind, und was Etsy erlaubt15 Minuten

Was Etsy als digitalen Artikel zählt

Danach hast Du: Du weißt, ob Dein geplantes Produkt bei Etsy als digitaler Artikel gilt, und kennst die Formate, die zulässig sind.

Bevor es um Nischen, Preise und Steuern geht, muss eine schlichte Frage geklärt sein: Zählt das, was Du verkaufen willst, bei Etsy überhaupt als digitaler Artikel? Die Antwort entscheidet, welches Formular Du ausfüllst, wie der Käufer die Datei bekommt und, weiter hinten im Kurs, wer die Umsatzsteuer schuldet.

Was Etsy als digitalen Artikel führt

Ein digitaler Artikel ist bei Etsy jedes Listing, bei dem der Käufer eine Datei erhält statt eines Gegenstands. Beim Anlegen des Listings wählst Du im Feld für die Artikelart zwischen physisch und digital, und diese Wahl lässt sich später nicht mehr ändern. Wer sich vertut, muss das Listing löschen und neu anlegen, samt Verlust aller Aufrufe und Favoriten.

Typisch sind fünf Gruppen:

  • Zum Ausdrucken. Poster, Karten, Arbeitsblätter, Planerseiten. Der Käufer druckt zu Hause oder in einem Copyshop.
  • Zum Bearbeiten. Vorlagen, die der Käufer selbst anpasst, meist über einen Link zu Canva. Siehe Kapitel 11.
  • Zum Weiterverarbeiten. Schnittdateien für Plotter, Stickdateien, Grafiken zum Auflegen.
  • Zum Installieren. Schriften, Pinsel, Filtervorgaben für Bildbearbeitung.
  • Zum Lesen. Anleitungen, Kursunterlagen, Rezeptsammlungen als PDF.

Welche Formate zulässig sind

Etsy nimmt die üblichen Verdächtigen an: PDF, PNG, JPG, GIF, SVG, MP4, MP3 und ZIP, dazu einige weitere. Praktisch relevant sind für Dich vier davon, und welches wofür, steht ausführlich in Kapitel 8.

Was Etsy nicht annimmt, sind ausführbare Dateien. Ein Programm, ein Installationspaket, ein Skript: alles nicht. Das ist selten ein Problem, weil solche Produkte auf Etsy ohnehin keine Käufer finden.

Der Klassiker beim Einstellen

Wer ein Canva-Design als Vorlage verkaufen will, lädt manchmal die Canva-Datei selbst hoch. Das geht nicht, und es wäre auch nicht sinnvoll. Ausgeliefert wird ein PDF, in dem der Link zur Vorlage steht. Wie das genau aufgebaut ist, steht in Kapitel 11.

Die Grenzen, die Deinen Produktzuschnitt bestimmen

Drei Zahlen, die Du Dir merken solltest, weil sie Dein Produkt formen:

5Dateien je Listing
20 MBje einzelne Datei
100 MBfür das ganze Listing

Fünf Dateien klingen nach viel, bis Du ein Poster in acht Formaten anbietest. Zwanzig Megabyte klingen nach viel, bis Du ein hochauflösendes Bild in Druckqualität exportierst. Beide Grenzen wirst Du irgendwann berühren, und es gibt genau zwei Wege daran vorbei: das ZIP-Archiv und der Downloadlink auf einen eigenen Speicher. Beide haben Nachteile, beide stehen in Kapitel 18.

Sofort-Download oder Auftragsarbeit

Beim Anlegen entscheidest Du außerdem, wie ausgeliefert wird.

Beim Sofort-Download hinterlegst Du die Dateien im Listing. Etsy stellt sie dem Käufer unmittelbar nach der Zahlung bereit. Du bekommst davon nichts mit außer der Verkaufsmeldung.

Bei der Auftragsarbeit legst Du das Listing ohne hinterlegte Datei an. Der Käufer schickt Dir seine Angaben, Du erstellst die Datei und sendest sie über die Nachrichtenfunktion. Etsy zeigt solchen Listings eine Bearbeitungszeit an, genau wie bei physischen Artikeln.

Warum diese Entscheidung mehr wiegt, als sie aussieht

Beim Sofort-Download läuft der Verkauf ohne Dich. Umsatzsteuerlich ist das der entscheidende Punkt: Weil kein Mensch eingreift, gilt die Lieferung als elektronisch erbrachte Leistung, und dann tritt Etsy als Verkäufer auf. Bei der Auftragsarbeit greifst Du ein, und damit fällt die ganze Konstruktion in sich zusammen. Du verkaufst dann selbst, an den Käufer, mit allem was daran hängt.

Das ist kein Nebensatz für Feinschmecker. Es entscheidet darüber, wie Du Deine Belege ablegst und welche Meldungen fällig werden. Kapitel 6 nimmt sich dafür zehn Abschnitte Zeit.

Was das für Dein Produkt bedeutet

Wenn Du zwischen beidem wählen kannst, wähle den Sofort-Download. Er skaliert, er verursacht keinen Aufwand je Bestellung, und er hält die steuerliche Seite in der einfacheren Variante.

Personalisierung lässt sich oft auch ohne Handarbeit lösen: Statt den Namen selbst einzusetzen, verkaufst Du eine bearbeitbare Vorlage, in die der Käufer ihn selbst einträgt. Das ist für Dich weniger Arbeit, für ihn schneller, und es bleibt ein Sofort-Download.

Es gibt Produkte, bei denen das nicht geht. Ein handgezeichnetes Portrait nach Foto ist Auftragsarbeit und bleibt es. Dann ist das eben so, und Du weißt ab jetzt, worauf Du Dich einlässt.

Aufgabe

Dein Produkt einordnen

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