12.5Designs erstellen, ohne fremde Rechte zu verletzen20 Minuten
Dunkle Textilien brauchen andere Motive
Danach hast Du: Du weißt, welche Gestaltungsmittel auf dunkler Ware ausfallen, und hast Dein Motiv entsprechend angelegt.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 12.5 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Dasselbe Motiv sieht auf einem weißen und auf einem schwarzen Shirt nicht nur anders aus, es wird auch anders gedruckt. Der Unterschied hat technische Folgen.
Was beim Druck auf dunkler Ware passiert
Beim Direktdruck ist die Tinte lasierend, sie deckt nicht. Auf einem dunklen Textil wäre sie unsichtbar.
Deshalb wird zuerst eine weiße Grundierung gedruckt, und darauf kommen die Farben. Diese zusätzliche Schicht ist der Grund für alle Einschränkungen in diesem Abschnitt.
Was darunter leidet
| Gestaltungsmittel | Auf hellem Textil | Auf dunklem Textil |
|---|---|---|
| Flächige Formen | unproblematisch | unproblematisch |
| Klare Schriftkanten | unproblematisch | unproblematisch |
| Dünne Linien | machbar | brechen auf, wirken ausgefranst |
| Weiche Farbverläufe | machbar | wirken fleckig |
| Halbtransparente Bereiche | machbar | unberechenbar |
| Weiche Schatten | machbar | wirken wie ein Fleck |
| Feine Punktraster | machbar | verschwinden oder verlaufen |
Halbtransparente Bereiche. Wo das Motiv zu 50 Prozent deckt, wird auch die Grundierung zu 50 Prozent gedruckt. Das Ergebnis ist eine milchige Fläche, die weder das Motiv noch das Textil zeigt.
Für dunkle Ware gilt deshalb: Jeder Bildpunkt ist entweder ganz da oder ganz weg.
Die vier Risikomerkmale
- Gibt es Linien dünner als etwa zwei Millimeter in Enddruckgröße?
- Gibt es weiche Übergänge zwischen zwei Farben?
- Gibt es Bereiche mit reduzierter Deckkraft?
- Gibt es Schatten, Glüheffekte oder weiche Kanten?
Jedes Ja bedeutet: Für dunkle Textilien anpassen oder das Motiv nur auf hellen anbieten.
Die Alternative: Transferfolie
Direktdruck, DTG
Tinte direkt ins Gewebe. Weicher Griff, das Motiv fühlt sich nicht an. Auf dunkler Ware mit Grundierung, mit allen Einschränkungen oben.
Transferfolie, DTF
Druck auf Folie, dann aufgepresst. Kräftigere Farben auf dunkler Ware, weniger Einschränkungen bei Details.
Dafür eine fühlbare Schicht auf dem Textil, die bei schlechter Ausführung reißen kann.
Wenn Dein Motiv Details braucht, die im Direktdruck auf dunkler Ware ausfallen, prüf, ob Deine Druckerei Transferfolie anbietet, siehe 6.4.
Und wenn nicht: Gestalte das Motiv so, dass es auch flächig funktioniert. Das ist in aller Regel der bessere Weg, weil es zugleich den Vorschautest aus 12.2 besser besteht.
Zwei Varianten je Motiv
Eine Variante für helle Grundfarben, mit dunkler Schrift. Eine für dunkle, mit heller Schrift, siehe 12.4.
Der Aufwand ist gering: dieselbe Datei, Farben getauscht. Der Unterschied im Ergebnis ist erheblich, weil ein dunkles Motiv auf einem schwarzen Shirt unsichtbar ist.
| Textilfarbe | Motivfarbe | Kontrast |
|---|---|---|
| Weiß, Naturweiß | Schwarz oder dunkler Farbton | hoch |
| Schwarz, Navy, Dunkelgrün | Weiß oder heller Farbton | hoch |
| Heather Grey, Melange | Schwarz oder Weiß, nichts dazwischen | je nach Helligkeit |
| Pastelltöne | Schwarz oder ein deutlich dunklerer Ton | mittel |
Die Farbauswahl im Produkt
Ein Anbieter führt zwanzig Farben. Wenn Dein Motiv nur auf fünf davon gut aussieht, biete fünf an.
Jede zusätzliche Farbe erzeugt eine Variante, ein Mockup und die Möglichkeit, dass jemand eine Kombination bestellt, die schlecht aussieht. Das kostet eine Bewertung, und die wiegt schwerer als der zusätzliche Verkauf.
Drei bis fünf Farben je Motiv. Eine helle, eine dunkle, eine melierte, und wenn es passt, ein bis zwei Farbtöne, die zum Motiv gehören.
Das deckt den Geschmack der meisten Käufer ab und hält die Zahl der Varianten und Mockups überschaubar, siehe 11.8.
Der Test, der alles entscheidet
Aus 6.4, hier mit einer Präzisierung: Bestell das Muster auf der dunklen Variante, nicht auf der hellen.
Auf Weiß sieht fast jedes Motiv gut aus. Alles, was schiefgehen kann, geht auf Schwarz schief: Grundierung, Saum, Deckkraft, Details. Wenn es dort funktioniert, funktioniert es überall.
Aufgabe
Dein Motiv für beide Grundfarben
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
