12.9Designs erstellen, ohne fremde Rechte zu verletzen25 Minuten
Urheberrecht, Schriftlizenzen, Bildelemente
Danach hast Du: Du kannst für jedes Element in Deinem Motiv die Lizenzlage benennen und hast die sieben Fragen beantwortet.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 12.9 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Das Markenrecht aus 12.8 ist die eine Hälfte. Die andere ist das Urheberrecht, und sie trifft öfter, weil sie mehr Elemente betrifft.
Dieser Abschnitt zeigt die Systematik und die Fragen. Die Beurteilung eines konkreten Falls gehört zu einem Anwalt.
Die drei Lizenzstufen
Der wichtigste Punkt dieses Abschnitts, und der am häufigsten übersehene.
| Stufe | Erlaubt | Reicht für Dich? |
|---|---|---|
| Private Nutzung | eigener, nicht gewerblicher Gebrauch | nein |
| Kommerzielle Nutzung | Werbung, Website, Geschäftsunterlagen | oft nicht |
| Weiterverkauf auf Produkten | das Element als Teil verkaufter Ware | ja, das ist Deine Stufe |
„Kommerzielle Nutzung erlaubt“ klingt, als sei alles geklärt. Es heißt aber häufig nur: Du darfst das Element in Deiner Werbung und auf Deiner Website verwenden.
Es auf ein Produkt zu drucken und dieses Produkt zu verkaufen, ist eine eigene Erlaubnisstufe, oft „Print on Demand“, „Merchandise“ oder „Extended License“ genannt. Ohne sie fehlt Dir die Erlaubnis für genau das, was Du tust.
Schriften
Eine kostenlose Schrift ist nicht automatisch für gewerbliche Nutzung frei. Viele sind ausdrücklich nur für private Nutzung freigegeben, und die Einschränkung steht in einer Textdatei im Download.
| Quelle | Lizenzlage | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Google Fonts | gewerbliche Nutzung erlaubt | Lizenz trotzdem sichern |
| Schriften aus dem Betriebssystem | unterschiedlich, oft eingeschränkt | Systemlizenz prüfen |
| Kostenlose Downloadportale | häufig nur privat | Lizenzdatei im Download lesen |
| Gekaufte Schriften | je nach Lizenzumfang | prüfen, ob Produktverkauf abgedeckt ist |
| Schriften in Gestaltungswerkzeugen | je nach Anbieter | siehe 12.6 |
Grafische Elemente
Keine Lizenzfrage. Der sicherste Weg, und bei einfachen Elementen wie Linien, Rahmen und Formen auch der schnellste.
Lizenz des Anbieters prüfen, siehe 12.6. Häufig gibt es Einschränkungen genau für den Produktverkauf.
Rechnung und Lizenztext sichern. Prüfen, ob die dritte Stufe abgedeckt ist.
Nicht verwenden. Eine Bildersuche ist keine Lizenzquelle, und „stand frei im Netz“ ist keine Erlaubnis.
Texte, Zitate, Liedzeilen
Ein Filmzitat, eine Liedzeile, ein Satz aus einem Buch. Kürze schützt nicht: Entscheidend ist, ob der Text eine eigene schöpferische Leistung darstellt.
Und ausgerechnet die Sprüche, die am besten funktionieren, weil sie jeder kennt, sind die, bei denen die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass sie jemandem gehören.
Formuliere selbst. Ein Satz, den Du geschrieben hast, gehört Dir. Das ist zugleich die Voraussetzung für ein Originaldesign nach 1.4 und der Grund, warum Schritt 1 in 12.7 der wichtigste ist.
KI-erzeugte Elemente
| Frage | Antwort | Siehe |
|---|---|---|
| Darf ich KI-Motive auf Etsy verkaufen? | ja, mit Kennzeichnung | 1.6 |
| Gehört mir das Ergebnis? | urheberrechtlich in aller Regel nicht | 1.6 |
| Erlaubt das Werkzeug den kommerziellen Einsatz? | je Anbieter unterschiedlich, prüfen | 1.6 |
| Kann ein KI-Bild fremde Rechte verletzen? | ja, und Du haftest dafür | 1.6 |
Die sieben Fragen
Alle sieben müssen mit Nein beantwortet werden. Ein einziges Ja heißt: Motiv ändern oder verwerfen.
- Enthält das Motiv eine eingetragene Marke, einen Firmennamen oder ein Logo?
- Zeigt es eine geschützte Figur aus Film, Comic oder Spiel?
- Enthält es einen Songtext oder ein Filmzitat, auch nur eine Zeile?
- Enthält es eine fremde Grafik, deren Lizenz Du nicht belegen kannst?
- Verwendet es eine Schrift ohne kommerzielle Lizenz?
- Nennt oder zeigt es eine reale Person ohne deren Einwilligung?
- Ist es einem bestehenden Design zum Verwechseln ähnlich?
Und die, bei der die wenigsten nachsehen. Schriftlizenzen sind unspektakulär, sie stehen in einer Textdatei, und niemand liest sie.
Die Prüfung kostet zwei Minuten je Schrift und gilt danach für alle Motive, in denen Du sie verwendest.
Drei Lizenzstufen, und Du brauchst die dritte. Kostenlos heißt nicht frei, und kommerziell heißt nicht „auf Produkten“.
Sieben Fragen je Motiv, alle mit Nein. Und der Satz, der die meisten Probleme von vornherein vermeidet: Formuliere selbst und zeichne selbst, wo es geht.
Aufgabe
Die sieben Fragen beantworten
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
