18.10Kalkulation: Marge, Versand, Rabatte15 Minuten

Wann Du die Preise erhöhst

Danach hast Du: Du kennst die fünf Anlässe für eine Preiserhöhung und den Ablauf, mit dem Du sie durchführst.

Preise werden zu selten erhöht, und der Grund ist Angst vor Verkaufsrückgang. Die Rechnung sieht anders aus, als das Gefühl.

Die fünf Anlässe

Nr. Anlass Siehe
1 Die Anbieterpreise sind gestiegen 7.10 und 18.3
2 Der Wechsel von Kleinunternehmer zu Regelbesteuerung steht an 3.5 und 18.6
3 Die Marge liegt unter Deiner Mindestmarge 18.7
4 Der Shop hat Bewertungen und Historie aufgebaut 10.7
5 Die Preisspanne der Nische ist gestiegen 10.10
Anlass 4 ist der angenehmste und wird am seltensten genutzt

Ein Shop mit hundert Bewertungen kann einen höheren Preis verlangen als derselbe Shop ohne. Das Vertrauen, das Du aufgebaut hast, ist ein Wert, und Du kannst ihn einpreisen.

Aus 10.7: Wenn die stärksten Shops Deiner Nische im oberen Drittel liegen, ist die Nische nicht preisgetrieben, und Dein Weg nach oben ist offen.

Warum eine Erhöhung weniger riskant ist als gedacht

Die Break-even-Rechnung, umgekehrt

Aus 18.9: Zehn Prozent Rabatt kosten 38 Prozent Marge und brauchen 62 Prozent mehr Verkäufe.

Umgekehrt gilt: Zehn Prozent Erhöhung erlauben einen Rückgang von 28 Prozent der Verkäufe, bevor Du schlechter dastehst als vorher.

Erhöhung Neue Marge Verkraftbarer Rückgang
5 % 7,38 € 16 %
10 % 8,57 € 28 %
15 % 9,76 € 37 %
Zehn Prozent teurer, achtundzwanzig Prozent weniger Verkäufe, gleiches Ergebnis

So groß ist der Rückgang in aller Regel nicht. Drei Euro mehr bei einem Shirt von 29,90 auf 32,90 fallen kaum jemandem auf, der ohnehin kaufen wollte.

Und Du hast danach weniger Bestellungen zu bearbeiten, also weniger Arbeit für dasselbe Ergebnis.

Der Ablauf

Fünf Schritte
  1. Die aktuelle Marge nach 18.7 nachrechnen.
  2. Den neuen Preis auf die nächste Preisschwelle setzen, siehe 15.5.
  3. Mit einem Listing anfangen, nicht mit allen.
  4. Vier Wochen beobachten, siehe 17.10.
  5. Wenn die Verkäufe nicht einbrechen: die übrigen Listings nachziehen.
Warum nur ein Listing zuerst

Wenn Du alle gleichzeitig erhöhst und die Verkäufe fallen, weißt Du nicht, ob es am Preis lag oder an der Saison.

Ein einzelnes Listing gegen den Rest des Shops zu vergleichen, ist die einzige Messung, die etwas taugt.

Was Du dabei beobachtest

Zahl Was sie zeigt
Aufrufe sollten unverändert bleiben, der Preis wirkt nicht auf die Suche
Favoriten leichter Rückgang möglich
Verkäufe die Zahl, auf die es ankommt
Ergebnis Verkäufe mal neue Marge, gegen den alten Wert
Die letzte Zeile ist die einzige, die zählt

Weniger Verkäufe bei höherer Marge können ein besseres Ergebnis sein. Wer nur auf die Verkaufszahl sieht, erhöht nie und wundert sich über das Ergebnis.

Was Du nicht tust

Mehrmals im Jahr erhöhen

Zwei Termine im Jahr für die Preisprüfung reichen, siehe 7.10. Wer ständig ändert, verunsichert Wiederkäufer.

Im vierten Quartal erhöhen

Nicht, weil es nicht ginge, sondern weil Du dann nicht messen kannst: Die Saison überlagert jeden Effekt.

Über die Preisspanne der Nische hinausgehen

Ohne sichtbaren Grund wirst Du dann nicht mehr angeklickt, siehe 10.7. Der Grund kann sein: bessere Bilder, mehr Bewertungen, ein hochwertigeres Blank.

Erhöhen, statt die Kosten zu prüfen

Wenn die Marge gesunken ist, weil der Anbieter teurer wurde, ist der erste Schritt die Prüfung anderer Druckereien, siehe 6.6.

Was Du aus Kapitel 18 mitnimmst

Elf Kostenposten in drei Gruppen. Die Etsy-Gebühren sind rund 12 Prozent des Kaufbetrags, nicht 6,5, und bei Kleinunternehmern rund 14,4.

Rechne von unten nach oben: Stückkosten plus Mindestmarge ergeben den Mindestpreis. Die vollständige Rechnung liegt rund vierzig Prozent unter der einfachen, weil Steuer, Retouren und Offsite Ads dazugehören.

Und der wichtigste Zusammenhang: Zehn Prozent Rabatt kosten 38 Prozent Marge, zehn Prozent Erhöhung erlauben 28 Prozent weniger Verkäufe. Der Mengenrabatt ist der einzige, der sich selbst trägt.

Kapitel 19 nimmt sich die Buchhaltung vor: welche Belege anfallen, wie die Etsy-Abrechnung zu lesen ist und wie der Monatsablauf in einer Stunde erledigt ist.

Aufgabe

Deine Preisprüfung planen

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