20.3Der laufende Betrieb15 Minuten
Den Anbieter in Regress nehmen
Danach hast Du: Du kannst eine Reklamation beim Anbieter einreichen und weißt, was er übernimmt.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 20.3 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Der zweite Teil einer Reklamation, und der, den der Käufer nicht sieht.
Was der Anbieter übernimmt
| Fall | Übernahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Druckfehler | in aller Regel Nachdruck oder Gutschrift | mit Foto |
| Falscher Artikel geliefert | in aller Regel | mit Foto |
| Beschädigung beim Versand | in aller Regel | Foto von Ware und Verpackung |
| Paket nicht angekommen | je nach Versandart | ohne Sendungsverfolgung schwierig |
| Größe passt nicht | nein | Dein Fall, siehe 5.8 |
| Käufer gefällt das Motiv nicht | nein | Dein Fall |
| Deine Druckdatei war fehlerhaft | nein | Dein Fall, siehe 12.4 |
Ein weißer Kasten, ein heller Saum, eine zu niedrige Auflösung: Das sind Fehler in Deiner Datei, und der Anbieter hat gedruckt, was Du geliefert hast.
Genau deshalb ist die Musterbestellung aus 15.9 kein optionaler Schritt. Sie findet diese Fehler vor dem ersten Verkauf.
Der Ablauf
- Im Anbieterkonto die betroffene Bestellung öffnen.
- Den Punkt für eine Reklamation oder ein Support-Ticket suchen.
- Den Fall in zwei Sätzen beschreiben, sachlich.
- Die Fotos anhängen.
- Angeben, was Du willst: Nachdruck oder Gutschrift.
Bestellnummer, ein Satz zum Fehler, Fotos, ein Satz zur gewünschten Lösung. Mehr nicht.
Lange Schilderungen und Vorwürfe verlängern die Bearbeitung. Der Bearbeiter hat den Fehler nicht gemacht und braucht nur die Fakten.
Die Fristen
Anbieter setzen für Reklamationen in aller Regel eine Frist ab Zustellung, oft im Bereich weniger Wochen.
Das ist der Grund für Schritt 5 im Ablauf aus 20.2: nach der Lösung sofort reklamieren, nicht wenn Zeit ist. Wer es aufschiebt, verliert den Anspruch.
- In den Bedingungen des Anbieters nach dem Abschnitt zu Mängeln suchen.
- Die Frist notieren.
- In Deine Reklamationsliste aus 20.2 eine Spalte für das Zustelldatum aufnehmen.
Was Du dafür brauchst
| Unterlage | Woher |
|---|---|
| Bestellnummer beim Anbieter | Anbieterkonto |
| Fotos des Mangels | vom Käufer, siehe 20.2 |
| Zustelldatum | Sendungsverfolgung |
| Deine Druckdatei | zum Nachweis, dass sie in Ordnung war |
Wenn der Anbieter ablehnt
Häufig liegt es an einer fehlenden Angabe: kein Foto, Frist versäumt, falscher Fall. Das lässt sich nachbessern.
Mit der fehlenden Angabe. Ein zweiter Anlauf mit vollständigen Unterlagen ist häufig erfolgreich.
Der Aufwand für ein drittes und viertes Nachfassen übersteigt den Wert eines Shirts. Notier den Fall und geh weiter.
Wenn Ablehnungen sich häufen oder Mängel bei derselben Druckerei auftreten, ist das ein Anlass für 7.9: Druckerei prüfen oder wechseln.
Die Rechnung
Ein ersetztes Shirt kostet Dich rund 15,50 Euro, siehe 18.3. Bei einer Mangelquote von zwei Prozent und 200 Verkäufen im Jahr sind das vier Fälle, also rund 62 Euro.
Der Regress dauert je Fall fünf Minuten. Das ist ein guter Stundensatz, und es ist zugleich die Datenquelle, aus der Du Qualitätsprobleme erkennst.
Die Reklamation beim Anbieter ist Deine Sache. Für den Käufer war der Fall in dem Moment erledigt, in dem Du Ersatz zugesagt hast, siehe 20.2.
Aufgabe
Den Regressweg klären
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
