16.1Was ins Listing gehört: Größen und Pflichtangaben20 Minuten

Warum die Größe bei POD ein Sonderproblem ist

Danach hast Du: Du verstehst, warum Buchstabengrößen bei POD nicht funktionieren, und kennst die Lösung im Grundsatz.

Die Größe ist bei Textilien immer ein Thema. Bei Print on Demand kommen vier Umstände zusammen, die es zu einem Sonderproblem machen.

Die vier Gründe

1. Du kennst das Produkt nicht

Ohne Musterbestellung schreibst Du die Größenangabe aus dem Datenblatt ab. Das Datenblatt kennt Maße, aber nicht den Sitz.

2. Der Buchstabe bedeutet je Hersteller etwas anderes

„L“ ist keine Angabe, sondern eine Marketingbezeichnung. Zwischen zwei Blanks derselben Kategorie liegen bei der Brustweite leicht mehrere Zentimeter.

3. Der Käufer kann nicht anprobieren

Das gilt für jeden Onlinehandel. Der Unterschied: Bei einer bekannten Marke kennt der Käufer seine Größe. Bei einem Blank, dessen Namen er nie gehört hat, nicht.

4. Eine Rücksendung ist besonders teuer

Der Anbieter hat produziert und will bezahlt werden, die Ware kommt zu Dir statt zu ihm, und ein Shirt mit Deinem Motiv in Größe XL ist nur mit Glück ein zweites Mal verkäuflich, siehe 11.5.

Was das kostet

rund 20 €Verlust je Rücksendung
2verkaufte Shirts, um sie auszugleichen
Bewertungkommt oft dazu
Die Rechnung bei zehn Prozent Rücksendequote

Von zehn Verkäufen bleiben rechnerisch sieben. Deine Marge sinkt von rund elf auf rund acht Euro, siehe 11.5.

Das ist mehr, als jede Preisoptimierung oder jeder Anbieterwechsel je einbringen könnte.

Warum Konfektionsgrößen nicht die Lösung sind

Die naheliegende Idee: Buchstabengrößen in deutsche Konfektionsgrößen umrechnen und beides angeben.

Das Problem an der Umrechnung

Sie ist nur so genau wie ihre Grundlage. Wenn „L“ je Hersteller etwas anderes bedeutet, dann bedeutet auch die umgerechnete Konfektionsgröße je Hersteller etwas anderes.

Eine Umrechnungstabelle verschiebt das Problem, sie löst es nicht. Was sie kann, steht in 16.3, und wo ihre Grenzen liegen, ebenfalls.

Die Lösung im Grundsatz

Zentimeter statt Buchstaben

Die einzige Angabe, die ein Käufer überprüfen kann, ist ein Maß in Zentimetern. Er legt ein Shirt flach hin, das er besitzt und das ihm passt, misst nach und vergleicht.

Das ist der ganze Trick, und er funktioniert bei jedem Hersteller, in jedem Land und ohne Umrechnungstabelle.

Angabe Überprüfbar? Nutzen
„Größe L“ nein gering
„L, entspricht deutscher Größe 52“ nein, nur eine zweite Behauptung mittel
„L, Brustweite flach 54 cm, Länge 74 cm“ ja, mit einem Maßband hoch
Dazu: „fällt normal aus“ Erfahrungswert sehr hoch

Die vier Bestandteile einer guten Größenangabe

Was zusammen wirkt
  1. Maße in Zentimetern, je Größe, flach gemessen, siehe 16.2.
  2. Die Tabelle als Bild im Listing, nicht nur als Text, siehe 16.5.
  3. Eine Passformangabe in Worten aus der Musterbestellung, siehe 15.9.
  4. Bei Unisex-Schnitten: der Hinweis auf die Passform, siehe 16.4.
Der Aufwand

Etwa eine Stunde einmalig je Produktart, danach wiederverwendbar für alle Listings dieser Art.

Bei dreißig Listings ist das eine Stunde, die dreißigmal wirkt, und zwar bei jedem Verkauf, nicht nur im Streitfall.

Der doppelte Nutzen

Weniger Rücksendungen

Der offensichtliche Nutzen. Jede vermiedene Rücksendung sind rund zwanzig Euro.

Mehr Käufe

Der weniger offensichtliche und der größere. Die Größenfrage ist die häufigste Unsicherheit vor dem Kauf.

Wer sie ausräumt, verkauft an Menschen, die sonst weitergescrollt wären. Und das ist zugleich eine Lücke, die viele Wettbewerber offen lassen, siehe 10.6.

Aufgabe

Das Problem an Deinem Produkt prüfen

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