16.6Was ins Listing gehört: Größen und Pflichtangaben20 Minuten

Der Größenvergleich bei allem ohne Konfektion

Danach hast Du: Du hast für jedes Deiner Produkte ohne Konfektionsgröße einen Größenvergleich geplant.

Bei Textilien gibt es Konfektionsgrößen. Bei Tassen, Postern und Beuteln gibt es nur Zentimeter, und Zentimeter allein beantworten die Frage nicht.

Warum Zentimeter allein nicht reichen

Menschen schätzen Größen schlecht

„330 Milliliter“ sagt fast niemandem etwas. „30 mal 40 Zentimeter“ kann sich kaum jemand vorstellen, ohne nachzumessen.

Was Menschen können: vergleichen. Ein Gegenstand neben dem Produkt, dessen Größe jeder kennt, beantwortet die Frage in einer Sekunde.

Die Vergleichsgegenstände

Produkt Vergleich Warum
Tasse eine Hand am Henkel zeigt Größe und Handhabung zugleich
Poster an einer Wand, mit Möbeln im Bild zeigt die Wirkung im Raum
Beutel getragen, über der Schulter zeigt Größe und Trageweise
Kissen auf einem Sofa zeigt das Verhältnis zur Sitzfläche
Sticker neben einer Münze oder auf einem Laptop zeigt die kleine Größe ehrlich
Notizbuch in einer Hand zeigt Format und Dicke
Was nicht funktioniert

Eine Münze neben einem Poster. Ein Lineal neben einer Tasse. Ein Maßband quer über das Bild.

Sie sind technisch korrekt und beantworten die Frage nicht, weil das Größenverhältnis zu weit auseinanderliegt oder weil niemand ein Maßband liest.

Der Sonderfall Poster

Der wichtigste Größenvergleich überhaupt

Bei Postern entscheidet die Größe über den Kauf, und sie wird am häufigsten falsch eingeschätzt. Ein A3-Poster wirkt in der Vorstellung größer, als es an einer Wand ist.

Deshalb: ein Bild des Posters an einer Wand, mit einem Möbelstück im Bild. Ein Sofa, ein Sideboard, eine Zimmerpflanze. Das gibt den Maßstab.

Zusätzlich nützlich bei Postern Warum
Alle angebotenen Formate nebeneinander zeigt das Verhältnis untereinander
Angabe, ob ein Rahmen dabei ist häufigste Reklamation: Rahmen erwartet
Hinweis auf Standardrahmengrößen DIN für Deutschland, Zoll für die USA, siehe 11.4
Die Rahmenfrage

Ein Poster in einem Rahmen zu zeigen ist üblich und erzeugt die Erwartung, dass der Rahmen mitgeliefert wird.

Ein Hinweis gehört dazu: „Der Rahmen ist nicht im Lieferumfang enthalten und dient der Darstellung.“ Das ist zugleich die Anforderung aus 13.1: Nichts darf gezeigt werden, was nicht geliefert wird.

Der Aufbau des Bildes

Vier Punkte
  1. Das Produkt und der Vergleich in einer Ebene, nicht hintereinander. Sonst verzerrt die Perspektive.
  2. Der Vergleichsgegenstand ist eindeutig erkennbar, nicht angeschnitten.
  3. Die Maße stehen als Text im Bild, klein, aber lesbar.
  4. Ruhiger Hintergrund, damit die Aufmerksamkeit beim Größenverhältnis bleibt.
Punkt 1 wird oft falsch gemacht

Wenn die Hand vor der Tasse ist und nicht daneben, wirkt die Tasse kleiner, als sie ist. Das erzeugt genau die Enttäuschung, die vermieden werden sollte.

Woher das Bild kommt

Weg Aufwand Eignung
Aus der Musterbestellung fotografiert eine Aufnahme am besten, siehe 14.6
Mockup mit Szene vom Anbieter gering je nach Angebot, oft ohne Maßstab
Erzeugte Szene, siehe 13.8 mittel Größenverhältnisse sind unzuverlässig
Grafik mit Maßangaben gering Ergänzung, ersetzt das Foto nicht
Warum die dritte Zeile ausscheidet

Ein Bildmodell kennt keine Maße. Eine erzeugte Szene mit einer Tasse neben einer Hand kann jedes Größenverhältnis zeigen, und meist zeigt sie ein falsches.

Für den Größenvergleich ist das die eine Aufgabe, bei der ein erzeugtes Bild nicht taugt.

Die Maße in der Beschreibung

Zusätzlich, nicht stattdessen

Das Bild beantwortet die Frage schnell, die Zahlen beantworten sie genau. Beides gehört ins Listing.

Bei Tassen: Füllmenge, Höhe, Durchmesser. Bei Postern: Format in Zentimetern und, für den US-Markt, in Zoll. Bei Beuteln: Breite, Höhe, Henkellänge.

Aufgabe

Vergleiche planen

Mehr zum Thema im Wissensportal