16.4Was ins Listing gehört: Größen und Pflichtangaben15 Minuten

Unisex ist nicht Damengröße

Danach hast Du: Du weißt, wie Du den Unisex-Schnitt erklärst, und hast den Hinweissatz formuliert.

Der Punkt, der bei Käuferinnen die meisten Rücksendungen erzeugt und mit einem einzigen Satz zu entschärfen ist.

Der Unterschied

Unisex

Nach Herrenmaßen geschnitten. Gerade Seitenlinie, breitere Schulter, längerer Schnitt.

Sitzt an einem weiblichen Körper kastig: an der Brust weit genug, an der Taille zu weit, an der Schulter überschnitten.

Tailliert

An der Taille eingezogen, schmalere Schulter, kürzerer Schnitt, oft ein anderer Halsausschnitt.

Sitzt anliegend und fällt in aller Regel eine Nummer kleiner aus als ein Unisex-Shirt derselben Buchstabengröße.

Warum Käuferinnen daran scheitern

Sie bestellen ihre gewohnte Größe

Eine Frau, die Konfektionsgröße 38 trägt, greift bei Buchstabengrößen intuitiv zu S. Bei einem Unisex-Shirt ist S nach Herrenmaßen geschnitten und fällt entsprechend groß aus.

Das Ergebnis: ein Shirt, das an den Schultern zu breit und in der Länge zu lang ist. Die Bewertung lautet dann „fällt viel zu groß aus“, und das ist aus Sicht der Käuferin richtig.

Käuferin trägt Wählt intuitiv Passt bei Unisex eher
Größe 36 XS oder S XS
Größe 38 S XS oder S, je nach gewünschtem Sitz
Größe 40 M S
Größe 42 L M
Die Tabelle ist ein Anhaltspunkt, kein Gesetz

Sie hängt vom konkreten Blank ab und davon, ob die Käuferin einen anliegenden oder einen lockeren Sitz möchte. Genau deshalb steht in 16.1 die Zentimeterangabe an erster Stelle.

Der Satz, der es löst

Ein Hinweis in der Beschreibung und in der Grafik

„Das Shirt ist unisex geschnitten, also nach Herrenmaßen. Für einen anliegenden Sitz empfehle ich Damen eine Nummer kleiner als gewohnt. Wer es lockerer mag, bleibt bei der gewohnten Größe.“

Drei Sätze, und sie beantworten die Frage vollständig: Sie erklären den Schnitt, geben eine Empfehlung und lassen dem Käufer die Wahl.

Wo der Hinweis steht Wirkung
In der Größengrafik wird gesehen, siehe 16.5
In den ersten Zeilen der Beschreibung wird gelesen
Weiter unten in der Beschreibung hinter „Mehr anzeigen“, wird selten gelesen
Nur in den Shop-Richtlinien wird praktisch nie gelesen

Wann sich ein zweites Blank lohnt

Wenn Deine Zielgruppe überwiegend weiblich ist

Dann ist ein tailliertes Blank die bessere erste Wahl, und Unisex kann als zweite Variante dazukommen.

Wenn die Bewertungen es zeigen

Zwei Bewertungen mit „fällt zu groß aus“ von Käuferinnen sind kein Zufall, siehe 11.5. Dann prüfst Du ein tailliertes Blank.

Nicht von Anfang an

Ein zweites Blank heißt: eigene Maßtabelle, eigene Mockups, eigenes Muster, eigene Kalkulation. Das ist die Folgearbeit aus 11.8.

Was Du nicht tust

Beide Blanks in einem Listing als Variante anbieten. Sie haben unterschiedliche Maße, unterschiedliche Preise und unterschiedliche Farben.

Eine gemeinsame Größentabelle für beide wäre falsch, und eine getrennte in einem Listing verwirrt. Zwei Blanks heißen zwei Listings.

Der Nebeneffekt für die Suche

Zwei Listings, zwei Chancen

Ein Listing für das Unisex-Shirt und eines für das taillierte erreichen unterschiedliche Suchanfragen: „Damen“ im Titel des einen, nicht im anderen.

Achte darauf, dass sich die Titel deutlich unterscheiden, sonst konkurrieren sie miteinander, siehe 11.8.

Aufgabe

Den Hinweis formulieren

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