11.5Produktauswahl: was sich bei POD rechnet20 Minuten
Textilien: Chancen und Retourenrisiko
Danach hast Du: Du kennst das Retourenrisiko bei Textilien in Zahlen und hast sechs Maßnahmen, die es senken.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 11.5 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
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Textilien sind die größte Produktgruppe bei Print on Demand und die mit dem höchsten Risiko. Beides hat denselben Grund.
Was für Textilien spricht
| Vorteil | Warum er zählt |
|---|---|
| Große Nachfrage | bedruckte Kleidung ist der eingeführte POD-Artikel |
| Gute Marge in Euro | rund 11 Euro beim Shirt, 13 beim Hoodie, siehe 11.2 |
| Starker Zugehörigkeitsbezug | ein getragenes Motiv sagt etwas über die Person aus |
| Viele Anlässe | Examen, Jubiläum, Selbstkauf, Teamgeschenke |
| Breites Sortiment beim Anbieter | Shirt, Hoodie, Sweatshirt, Longsleeve mit einem Motiv |
Das Größenproblem
„L“ ist keine Angabe. Es ist ein Buchstabe, der bei jedem Hersteller etwas anderes bedeutet, und bei Unisex-Schnitten etwas anderes als bei tailliert geschnittenen.
Ein Käufer, der seine gewohnte Größe bestellt und ein Shirt bekommt, das zwei Nummern anders sitzt, schickt zurück und schreibt eine Bewertung.
Was eine Rücksendung kostet
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Erstattung an den Käufer | − 29,90 € |
| Produktionskosten, bereits gezahlt | − 15,50 € |
| Rücksendekosten, je nach Regelung | bis − 5,00 € |
| Etsy-Gebühren, teilweise erstattet | unterschiedlich |
| Verlust je Fall | rund 20 € |
Bei knapp 11 Euro Marge kostet eine Rücksendung etwa zwei verkaufte Shirts.
Bei einer Rücksendequote von zehn Prozent heißt das: Von zehn Verkäufen bleiben rechnerisch sieben. Deine Marge sinkt von 11 auf rund 8 Euro.
Die sechs Maßnahmen
Brustweite und Länge, flach gemessen. Das ist die einzige Angabe, die ein Käufer mit einem Shirt vergleichen kann, das er besitzt. Die Werte stehen im Katalog Deines Anbieters, je Blank.
Ein Bild im Listing wird gesehen, ein Text unter „Mehr anzeigen“ nicht. Kapitel 16 behandelt das ausführlich.
„Fällt normal aus“, „fällt eine Nummer kleiner aus“, „unisex, für taillierte Passform eine Nummer kleiner“. Ein Satz, der die häufigste Frage vorwegnimmt.
Aus 6.4. Ohne Musterbestellung schreibst Du die Passformangabe aus dem Datenblatt, und das Datenblatt kennt den Sitz nicht.
Bildschirmfarben und Textilfarben sind zwei Welten. Ein Foto des echten Artikels bei Tageslicht ist die einzige belastbare Angabe.
Wenn dreimal dieselbe Größe zurückkommt, liegt es nicht am Käufer. Dann gehört die Angabe geändert, siehe Kapitel 20.
Sie kosten zusammen etwa eine Stunde einmalig plus eine Musterbestellung. Sie wirken bei jedem Verkauf, nicht nur im Streitfall.
Und sie wirken doppelt: weniger Rücksendungen und mehr Käufe, weil die häufigste Unsicherheit vor dem Kauf ausgeräumt ist.
Der zweite Risikopunkt: Waschbarkeit
„Das Motiv ist nach der zweiten Wäsche verblasst.“ Diese Bewertung kommt spät und wiegt schwer, weil sie das Produkt und nicht die Größe betrifft.
Vorbeugung: das Muster aus 6.4 dreimal waschen, bevor Du das Produkt einstellst. Und die Pflegehinweise des Anbieters in die Beschreibung übernehmen, siehe 5.10.
Der dritte: das Verfahren
Aus 6.4: Direktdruck auf dunkler Ware braucht eine weiße Grundierung. Feine Details und weiche Übergänge leiden darunter.
| Kombination | Risiko |
|---|---|
| Flächiges Motiv, helles Textil | gering |
| Flächiges Motiv, dunkles Textil | gering |
| Feine Linien, helles Textil | mittel |
| Feine Linien und Verläufe, dunkles Textil | hoch |
Die Entscheidung
Der Anlass passt zum Tragen, also Selbstkauf oder Geschenk an jemanden, dessen Größe der Käufer kennt.
Und Du machst die Größenarbeit, also Maßtabelle, Passformangabe und Muster. Ohne die zweite Bedingung ist die Marge nur auf dem Papier höher als beim Poster.
Aufgabe
Deine Retourenvorsorge planen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
