13.7Produktbilder mit KI erzeugen30 Minuten

Die vier Angaben für ein realistisches Modelfoto

Danach hast Du: Du hast eine vollständige Bildbeschreibung nach dem Vierteiler und ein Ergebnis daraus erzeugt.

Vier Angaben, und aus einer Werbeanzeige wird ein Foto. Sie ersetzen keine Fotokenntnisse, sondern beschreiben, was ein Fotograf ohnehin entscheiden würde.

Der Aufbau

Vier Angaben, in dieser Reihenfolge

1. Person — wer ist im Bild, und wie sieht diese Person aus?
2. Ort — wo spielt die Szene, und was ist dort zu sehen?
3. Licht — woher kommt es, wie hart ist es, welche Tageszeit?
4. Kamera — welcher Bildausschnitt, welche Schärfentiefe, welche Perspektive?

Angabe 1: Die Person

Was Du angibst Warum
Ungefähres Alter ohne Angabe erzeugt das Modell junge Menschen
Natürliche Erscheinung verhindert das Model-Aussehen aus 13.6
Alltägliche Haltung „sitzt an einem Tisch“ statt „posiert“
Blickrichtung zur Seite oder nach unten wirkt weniger gestellt als in die Kamera
Was die Person sonst trägt bestimmt, ob das Produkt in einen Alltag passt
Was Du nicht angibst

Namen realer Personen, siehe 12.9, Frage 6. Und keine Beschreibungen, die eine bestimmte reale Person erkennbar machen.

Die erzeugte Person soll eine Person sein, kein Abbild einer bestimmten.

Angabe 2: Der Ort

Konkret statt allgemein

Nicht „in einem Café“, sondern „an einem Holztisch neben einem Fenster, im Hintergrund eine Regalwand“. Je konkreter, desto weniger erfindet das Modell etwas Beliebiges.

Mit Gebrauchsspuren

„Eine benutzte Tasse steht daneben“, „ein Buch liegt aufgeschlagen“. Das verhindert die perfekt aufgeräumte Szene aus 13.6.

Passend zur Zielgruppe

Ein Motiv für Pflegekräfte wirkt in einer Klinikumgebung anders als in einem Wohnzimmer. Beides kann richtig sein, die Entscheidung gehört zur Nische aus 9.2.

Angabe 3: Das Licht

Die wirksamste der vier Angaben

Licht ist der Unterschied zwischen Studio und Wirklichkeit. Wer nur eine der vier Angaben macht, sollte diese machen.

Angabe Wirkung
Tageslicht von der Seite, durch ein Fenster weiche Schatten, natürliche Anmutung
Bewölkter Tag, diffuses Licht gleichmäßig, keine harten Kanten, gute Farbwiedergabe
Später Nachmittag, warmes Licht stimmungsvoll, verfälscht aber die Textilfarbe
Ohne Angabe Studiolicht, siehe 13.6

Angabe 4: Die Kamera

Angabe Wirkung
Bildausschnitt: Oberkörper, Brust im Bild das Motiv ist groß genug erkennbar
Geringe Schärfentiefe, Hintergrund unscharf verhindert die Überschärfe aus 13.6
Perspektive auf Augenhöhe wirkt natürlich, nicht inszeniert
Leicht seitlich statt frontal weniger Katalogoptik
Der Ausschnitt ist wichtiger, als er klingt

Ein Ganzkörperbild zeigt das Motiv als Briefmarke. Im Daumennagel ist es dann gar nicht mehr da, siehe 12.2.

Für Bild 2 aus 13.5 gilt: Der Oberkörper füllt das Bild, das Motiv nimmt einen deutlichen Anteil ein.

Ein vollständiges Beispiel

Die vier Angaben zusammengesetzt

„Eine Frau Mitte vierzig mit natürlicher Erscheinung sitzt an einem Holztisch neben einem Fenster und sieht zur Seite. Sie trägt ein schlichtes T-Shirt, daneben steht eine benutzte Kaffeetasse, im Hintergrund eine Regalwand. Tageslicht fällt seitlich durch das Fenster, weiche Schatten, bewölkter Tag. Bildausschnitt Oberkörper, das Shirt füllt einen großen Teil des Bildes, geringe Schärfentiefe, Hintergrund unscharf, Perspektive auf Augenhöhe.“

Was diese Beschreibung leistet

Sie verhindert alle fünf Merkmale aus 13.6 und beschreibt trotzdem nur, was ein Fotograf ohnehin entschieden hätte: Wer, wo, welches Licht, welcher Ausschnitt.

Angaben, die man weglassen sollte

Weglassen Warum
Namen von Kameras und Objektiven klingt fachkundig, ändert am Ergebnis wenig
„professionell“, „hochwertig“, „preisgekrönt“ zieht genau die Werbeoptik heran, die Du vermeiden willst
„im Stil von“ mit einem Fotografennamen rechtlich heikel, siehe 1.6
Markennamen für Kleidung oder Einrichtung siehe 12.9
Sehr lange Aufzählungen von Stimmungswörtern verwässern die vier klaren Angaben

Wie Du systematisch besser wirst

Eine Angabe ändern, vergleichen
  1. Ein Bild mit allen vier Angaben erzeugen.
  2. Nur die Lichtangabe ändern, alles andere gleich lassen.
  3. Beide vergleichen und notieren, was sich geändert hat.
  4. Dasselbe mit Ort, Person und Kamera.
Warum einzeln und nicht alles auf einmal

Wer fünf Dinge gleichzeitig ändert, weiß hinterher nicht, welche gewirkt hat. Nach vier Durchgängen hast Du dagegen ein Gefühl dafür, welche Angabe wie stark wirkt, und kannst zielgerichtet nachbessern.

Das kostet zwanzig Minuten einmalig und spart bei jedem weiteren Bild Versuche.

Aufgabe

Deine Bildbeschreibung bauen

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