Kapitel 13 von 2010 Abschnitte3,3 Stunden
Produktbilder mit KI erzeugen
Was Etsy bei Bildern erlaubt, wo die Kennzeichnungspflicht greift und wie ein Bildmodell realistische Fotos statt Werbeillustrationen liefert.
Kapitel 13 ist noch zu
Der Kurs läuft der Reihe nach. Kapitel 13 öffnet sich, sobald alle Abschnitte der Kapitel davor abgeschlossen sind. Das ist keine Schikane: Fast jede Entscheidung hier setzt eine frühere voraus.
Du stehst gerade bei .
Du hast kein Produkt in der Hand. Das ist die Ausgangslage bei Print on Demand, und sie wirft die Frage auf, wie Du etwas fotografieren sollst, das bei Dir nie ankommt.
Die Antwort ist erfreulicher, als viele denken, und sie steht in Etsys eigenen Richtlinien.
Was Etsy tatsächlich erlaubt
Die Grundregel lautet: Verkäufer verwenden Originalfotos des tatsächlichen Produkts, keine Renderings und keine Archivfotos. Davon gibt es Ausnahmen, und eine davon ist für Dich gemacht.
| Dein Fall | Erstes Bild | Weitere Bilder |
|---|---|---|
| Dein Design auf einem Basisartikel, also der klassische POD-Fall | Mockup erlaubt | Mockups erlaubt |
| Personalisierter Artikel, also mit Name oder Wunschtext | fertiges, personalisiertes Produkt zeigen | Mockups erlaubt |
| Unikat vom Produktionspartner, etwa ein Möbelstück oder Buch | echtes Foto nötig | echtes Foto nötig |
„Wenn du ein Originaldesign (etwa eine Grafik oder ein Muster) entwirfst, das ein Produktionspartner auf einen Basisartikel (z. B. ein T-Shirt oder eine Tasse) druckt, kannst du ein Archivfoto-Mockup verwenden, um zu veranschaulichen, wie das Endprodukt aussehen wird, das Käufer:innen erhalten."
Damit ist der Streit beendet, der in Foren seit Jahren geführt wird. Für klassisches Print on Demand sind Mockups zulässig, ausdrücklich.
Für personalisierte Artikel gilt die Einschränkung dagegen streng: Das erste Bild muss einen fertigen, personalisierten Artikel zeigen. Ein Mockup mit Platzhaltertext wie „Dein Name hier” ist als Hauptbild ausdrücklich nicht erlaubt.
Die Kennzeichnungspflicht bei KI
Der zweite Punkt, den Du kennen musst, steht in Etsys Kreativitätsstandards: Verkäufer müssen in der Artikelbeschreibung angeben, wenn ein Artikel unter Verwendung von KI hergestellt wurde.
Das bezieht sich zunächst auf das Produkt selbst, also Dein Motiv. Wenn Du das Design mit einem Bildgenerator erzeugt hast, gehört das in die Beschreibung.
Zur Frage, wie weit die Kennzeichnungspflicht auch für KI-erzeugte Produktbilder reicht, ist Etsys Richtlinientext weniger eindeutig als manche Blogbeiträge behaupten. Mehrfach gelesen habe ich die Behauptung, Etsy filtere Listings ohne KI-Angabe aus der Suche. In den Richtlinien selbst steht das nicht.
Meine Empfehlung: Kennzeichne im Zweifel. Ein Satz in der Beschreibung kostet Dich nichts, und die Angabe schützt Dich, falls Etsy die Auslegung verschärft. Wer sie weglässt, wettet auf eine Auslegung, die er nicht kontrolliert.
Welche fünf Bilder Dein Listing braucht
Etsy erlaubt zehn Bilder je Listing. Fünf davon solltest Du in jedem Fall besetzen, und zwar diese.
Motiv groß im Bild, ruhiger Hintergrund. Dieses Bild entscheidet über den Klick und ist damit das wichtigste von allen.
Am Menschen, auf dem Schreibtisch, an der Wand. Hier entsteht die Vorstellung, wie es beim Käufer aussieht.
Zeigt Druckqualität und Details. Nimmt die Sorge, es könne billig aussehen.
Nicht nur als Text in der Beschreibung. Viele Käufer sehen sich nur die Bilder an. Was in die Tabelle gehört, steht in Kapitel sechzehn.
Bei Postern das Format neben einem Möbelstück, bei Textilien das Motiv mit Maßangabe. Verhindert die häufigste Enttäuschung: Es ist kleiner als gedacht.
Wie Du ein Bildmodell zu einem brauchbaren Modelfoto bringst
Der Kern dieses Kapitels. Wer ein Bildmodell einfach nach einem Produktfoto fragt, bekommt eine Werbeillustration: makellose Haut, perfektes Licht, glatter Hintergrund, alles ein bisschen zu schön. Solche Bilder wirken auf Etsy fremd, weil dort niemand so fotografiert.
Das Gegenmittel besteht aus vier Angaben, die Du dem Modell mitgeben musst.
| Angabe | Statt | Besser |
|---|---|---|
| Kamera und Objektiv | keine Angabe | eine konkrete Kombination mit Brennweite und Blende |
| Licht | „gut beleuchtet" | eine echte Lichtsituation, etwa Fensterlicht am Nachmittag von links |
| Ort | „Studio" | ein realer Raum mit Unregelmäßigkeiten |
| Unvollkommenheit | nichts | Falten im Stoff, leichte Schatten, kein perfekt zentrierter Bildausschnitt |
Der vierte Punkt ist der entscheidende und der, den kaum jemand nutzt. Bildmodelle sind darauf trainiert, gefällige Ergebnisse zu liefern. Wenn Du nicht ausdrücklich um Unvollkommenheit bittest, bekommst Du Hochglanz, und Hochglanz sieht nach Katalog aus.
Hände. Immer noch die verlässlichste Schwachstelle. Wenn Hände im Bild sind, prüf die Finger einzeln.
Schrift auf dem Motiv. Bildmodelle können Schrift nicht zuverlässig. Deshalb wird das Motiv nie vom Modell erzeugt, sondern nachträglich als Datei aufgelegt.
Stoffverlauf. Ein Motiv, das über eine Falte läuft, muss der Falte folgen. Wenn es glatt darüberliegt, sieht man den Aufkleber.
Daraus folgt das Verfahren, das tatsächlich funktioniert: Das Modell erzeugt die Szene, nicht das Motiv. Du lässt ein leeres Produkt in einer realistischen Situation erzeugen und legst Dein Design anschließend in einem Bildprogramm auf. So bleibt das Motiv exakt, und die Szene wirkt echt.
Was Du damit nicht darfst
Zwei Grenzen, die von den Etsy-Regeln unabhängig sind.
Keine Bilder, die etwas anderes zeigen als das gelieferte Produkt. Wenn Dein Anbieter ein bestimmtes Shirt druckt, darf das Bild kein anderes zeigen. Das wäre irreführend, und zwar nicht nur nach Etsys Regeln, sondern auch nach deutschem Wettbewerbsrecht.
Keine erkennbaren realen Personen ohne deren Einwilligung. Bei erzeugten Gesichtern ist das unproblematisch, bei nachbearbeiteten Fotos realer Menschen nicht.
Für Dein erstes Listing reichen fünf Bilder. Nimm Dir dafür Zeit, es ist die Investition mit der größten Wirkung: Ein gutes erstes Bild bringt Klicks, und ohne Klicks nützt der beste Titel nichts.
Die Abschnitte dieses Kapitels
Hier liest Du nur, worum es geht. Gearbeitet wird in den Abschnitten: Dort steht der Klickweg, dort liegen die Arbeitsblätter, und dort hakst Du am Ende ab. Der nächste Abschnitt öffnet sich, sobald der vorige abgeschlossen ist.
- 13.1Was Etsy bei Produktbildern tatsächlich erlaubt20 Minuten
- 13.2Die Ausnahme für Print on Demand im Wortlaut15 Minuten
- 13.3Personalisierte Artikel: die strengere Regel15 Minuten
- 13.4Die Kennzeichnungspflicht bei KI20 Minuten
- 13.5Welche fünf Bilder Dein Listing braucht20 Minuten
- 13.6Warum KI-Bilder nach Werbung aussehen20 Minuten
- 13.7Die vier Angaben für ein realistisches Modelfoto30 Minuten
- 13.8Szene erzeugen, Motiv auflegen: das Verfahren25 Minuten
- 13.9Woran man KI-Bilder erkennt15 Minuten
- 13.10Was Du damit nicht darfst15 Minuten
