13.10Produktbilder mit KI erzeugen15 Minuten

Was Du damit nicht darfst

Danach hast Du: Du kennst die vier Grenzen und hast Deine Bilder dagegen geprüft.

Vier Grenzen. Drei davon sind rechtlich, eine ist eine Etsy-Regel, und alle vier sind vermeidbar.

Grenze 1: Erkennbare reale Personen

Auch wenn das Bild erzeugt ist

Ein Bild, das eine bestimmte reale Person erkennbar zeigt, berührt deren Persönlichkeitsrecht. Dass das Bild erzeugt wurde, ändert daran nichts, im Gegenteil.

Das betrifft Prominente ebenso wie Menschen aus Deinem Umfeld. Namen realer Personen gehören nicht in die Bildbeschreibung, siehe 13.7.

Die erzeugte Person soll eine Person sein, nicht das Abbild einer bestimmten. Beschreib Alter, Erscheinung und Haltung, nicht eine konkrete Person.

Grenze 2: Fremde Marken im Bild

Wo sie auftauchen, ohne dass Du es willst

Logos auf Kleidung im Hintergrund, Markenzeichen auf Geräten, erkennbare Verpackungen, ein Aufdruck auf einer Tasse neben dem Produkt.

Warum das ein Problem ist

Eine fremde Marke in Deinem Produktbild kann den Eindruck einer Verbindung erwecken. Das ist markenrechtlich heikel und für Dich vollkommen nutzlos.

Wie Du es vermeidest

In der Beschreibung ausdrücklich: keine Logos, keine Markenzeichen, keine beschrifteten Gegenstände. Und im fertigen Bild nachsehen, siehe 13.9, Punkt 2 und 8.

Grenze 3: Falsche Behauptungen

Formulierung Problem
„Foto unserer Kundin“ bei einem erzeugten Bild falsche Tatsachenbehauptung
„Echtes Produktfoto“ bei einem Mockup dasselbe
„Handgezeichnet“ bei einem KI-Motiv dasselbe, siehe 1.6
„Von Hand gefertigt“ bei Print on Demand dasselbe, siehe 1.3
Sternebewertungen oder Zitate im Bild, die es nicht gibt erfundene Belege
Warum das schwerer wiegt als eine fehlende Kennzeichnung

Aus 13.4: Eine fehlende KI-Angabe bewegt sich in einem Bereich, in dem der Richtlinientext nicht eindeutig ist.

Eine falsche Behauptung ist dagegen nachprüfbar falsch und nach § 5 UWG abmahnfähig. Das ist eine andere Größenordnung, und sie hat mit KI nichts zu tun.

Grenze 4: Bilder, die etwas anderes zeigen

Die Etsy-Regel aus 13.2

Das Bild muss veranschaulichen, „wie das Endprodukt aussehen wird, das Käufer:innen erhalten“.

Ein Bild, das ein anderes Produkt zeigt, eine andere Farbe, eine andere Motivgröße oder eine Ausstattung, die nicht mitgeliefert wird, erfüllt das nicht.

Häufiger Fall Warum problematisch
Szene zeigt ein anderes Blank als das verkaufte anderer Schnitt, andere Anmutung
Farbe im Bild weicht von der Produktfarbe ab häufigster Beschwerdegrund nach der Größe
Motiv größer dargestellt als es gedruckt wird Erwartung stimmt nicht
Requisiten wirken wie Lieferumfang gehört in die Beschreibung klargestellt
Die Vorsorge

Die verbindliche Produktdarstellung kommt aus einem Mockup mit der echten Produktfarbe oder aus einem Foto der Musterbestellung. Erzeugte Szenen sind Stimmungsbilder, keine Farbaussage, siehe 13.8.

Die Prüfliste

Vier Fragen je Bild
  1. Ist eine bestimmte reale Person erkennbar?
  2. Ist eine fremde Marke oder ein Logo im Bild?
  3. Behauptet das Bild oder der Text etwas, das nicht stimmt?
  4. Zeigt das Bild das Produkt, das der Käufer bekommt?

Dreimal Nein und einmal Ja, dann ist das Bild in Ordnung.

Was Du aus Kapitel 13 mitnimmst

Für Print on Demand sind Mockups ausdrücklich erlaubt, mit einer Fundstelle im Wortlaut. Bei personalisierten Artikeln muss das erste Bild einen fertigen Artikel zeigen, keinen Platzhalter.

Fünf Bilder sollte jedes Listing haben: Produkt, Szene, Detail, Größe, Varianten. Erzeugte Bilder sehen nach Werbung aus, wenn man Person, Ort, Licht und Kamera nicht vorgibt.

Das Motiv wird nicht mitgeneriert, sondern nachträglich aufgelegt. Und die verbindliche Farb- und Produktaussage kommt aus dem Mockup oder aus der Musterbestellung, nie aus einer erzeugten Szene.

Aufgabe

Deine Bilder prüfen

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