14.2Suchbegriffe recherchieren25 Minuten

Die Suchvorschläge von Etsy systematisch abernten

Danach hast Du: Du hast eine Liste echter Suchanfragen aus Etsys eigenen Vorschlägen.

Die Vorschläge, die Etsy beim Tippen anzeigt, sind die beste kostenlose Datenquelle, die es gibt. Sie stammen aus echten Anfragen echter Käufer, und sie sind nach Häufigkeit sortiert.

Warum sie so verlässlich sind

Drei Gründe
  1. Sie sind echt. Keine Schätzung, sondern tatsächlich eingegebene Anfragen.
  2. Sie sind sortiert. Was oben steht, wird häufiger gesucht.
  3. Sie sind aktuell. Saisonale Verschiebungen zeigen sich dort zuerst.

Was sie nicht liefern, sind absolute Zahlen. Du weißt, dass ein Vorschlag häufiger gesucht wird als der darunter, aber nicht, wie viel häufiger.

Die Methode

In vier Durchgängen
  1. Der Hauptbegriff allein. Tipp ihn ein, ohne Enter, und notier alle Vorschläge.
  2. Der Hauptbegriff plus jeder Buchstabe. „wochenplaner a", „wochenplaner b", und so weiter. Jeder Buchstabe bringt neue Vorschläge.
  3. Der Hauptbegriff plus die Wortgruppen aus 14.1: pdf, ausdrucken, a4, vorlage, deutsch.
  4. Die interessantesten Vorschläge als neue Ausgangspunkte, und das Ganze von vorn.

Der zweite Durchgang ist der ergiebigste und der, den fast niemand macht. Sechsundzwanzig Eingaben, zehn Minuten, und am Ende hat man dreißig bis achtzig echte Anfragen.

Warum das Alphabet funktioniert

Die Vorschlagsliste zeigt nur eine Handvoll Einträge. Indem Du einen Buchstaben anhängst, zwingst Du Etsy, aus einer anderen Teilmenge zu wählen.

„wochenplaner s" bringt „schichtdienst", „selbst gestalten", „studium". Diese Begriffe wären in der allgemeinen Liste nie erschienen, weil sie hinter den zehn häufigsten stehen.

Wichtig: die richtige Sicht

Zwei Einstellungen verfälschen das Ergebnis, wenn man sie übersieht.

EinstellungWirkung
Angemeldet als VerkäuferVorschläge können durch eigene Suchhistorie beeinflusst sein
Sprache und Land des KontosBestimmt, welche Anfragen berücksichtigt werden

Such deshalb in einem privaten Browserfenster, ohne angemeldet zu sein, und mit der Sprach- und Ländereinstellung, die Deine Zielgruppe verwendet.

Wer für den deutschsprachigen Markt baut, sucht mit deutscher Spracheinstellung. Wer für den englischsprachigen baut, stellt entsprechend um. Die Ergebnisse unterscheiden sich erheblich.

Was Du mit der Liste machst

Nicht alles verwenden. Erst prüfen:

Die Prüfung je Begriff
  1. Passt er zu Deinem Produkt? Wenn nicht, weg damit, auch wenn er häufig ist. Aus Abschnitt 13.4: falsche Aufrufe kosten Kaufrate.
  2. Wie viele Treffer gibt es? Aus Abschnitt 4.3: unter 50 gefährlich, über 10.000 eng.
  3. Was steht auf der ersten Seite? Wenn dort nur Produkte einer anderen Art stehen, versteht Etsy den Begriff anders als Du.

Punkt drei ist die wichtigste Prüfung und dauert fünf Sekunden je Begriff: Anfrage eingeben, erste Reihe ansehen. Wenn Deine Produktart dort nicht vorkommt, ist der Begriff für Dich wertlos, egal wie oft er gesucht wird.

Die Reihenfolge als Hinweis

Was oben in der Vorschlagsliste steht, wird häufiger gesucht. Daraus lässt sich eine grobe Einordnung ableiten:

PositionBedeutungFür wen geeignet
Platz 1 bis 3Sehr häufig, sehr umkämpftEtablierte Shops
Platz 4 bis 8Häufig, machbarNach den ersten Verkäufen
Erst nach Zusatzbuchstaben sichtbarSeltener, wenig WettbewerbFür den Anfang

Die letzte Zeile ist die interessante: Begriffe, die erst nach einem angehängten Buchstaben erscheinen, werden von wenigen verwendet und von noch weniger Verkäufern bedient. Dort ist ein neues Listing sichtbar.

Der Aufwand

Für den ersten Hauptbegriff etwa dreißig Minuten. Für jeden weiteren zehn, weil sich die Listen überschneiden.

Und die Ergebnisse sind bleibend: Sie gehen in die Begriffsdatenbank aus Abschnitt 14.9 und werden bei jedem weiteren Produkt wiederverwendet.

Aufgabe

Die Vorschläge abernten

Mehr zum Thema im Wissensportal