1.2Was digitale Produkte auf Etsy sind, und was Etsy erlaubt20 Minuten
Sofort-Download und Auftragsarbeit: der Unterschied
Danach hast Du: Du hast für Dein Produkt entschieden, welche der beiden Auslieferungsarten Du wählst, und kennst die Folgen.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 1.2 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Etsy bietet zwei Wege, eine Datei zum Käufer zu bringen. Die Entscheidung fällt beim Anlegen des Listings, sie dauert einen Klick, und sie hat Folgen, die bis in Deine Steuererklärung reichen.
Der Sofort-Download
Du lädst die Dateien hoch, wenn Du das Listing anlegst. Der Käufer zahlt, Etsy schaltet den Download frei, fertig. Du erfährst vom Verkauf durch die Verkaufsmeldung, sonst nichts.
Über Etsys Bezahlvorgang. Bei Kreditkarte oder PayPal können ein paar Minuten vergehen, bis die Zahlung bestätigt ist.
Automatisch. Der Käufer sieht sie unter seinen Käufen und bekommt zusätzlich eine Mail mit dem Downloadlink.
Ohne dass Du etwas tun musst. Die Bestellung gilt sofort als abgeschlossen.
Das ist der Regelfall und für die allermeisten Produkte der richtige Weg. Er skaliert ohne Grenze: Ob sich eine Datei einmal oder tausendmal verkauft, macht für Deinen Aufwand keinen Unterschied.
Die Auftragsarbeit
Du legst das Listing ohne hinterlegte Datei an. Etsy zeigt dann eine Bearbeitungszeit an, so wie bei einem physischen Artikel. Der Käufer bestellt, schickt Dir seine Angaben, und Du lieferst die fertige Datei über die Nachrichtenfunktion.
Namen, Datum, Farbwunsch. Meist über das Personalisierungsfeld, manchmal per Nachricht hinterher.
Von Hand, in Deinem Programm. Je nach Produkt fünf Minuten oder eine Stunde.
Als Anhang in einer Nachricht. Etsy begrenzt die Größe solcher Anhänge, große Dateien brauchen einen Umweg.
Korrekturwünsche gehören dazu. Wie viele Runden Du machst, solltest Du vorher festlegen und in die Beschreibung schreiben.
Was das an Zeit kostet
Die Rechnung ist unbequem, deshalb macht sie kaum jemand.
Eine personalisierte Einladung kostet Dich, ehrlich gerechnet, zwanzig Minuten: Angaben lesen, einsetzen, prüfen, exportieren, verschicken, Rückfrage beantworten. Bei zwanzig Bestellungen im Monat sind das knapp sieben Stunden. Wenn das Produkt zwölf Euro kostet und nach Gebühren neun übrig bleiben, verdienst Du 180 Euro für sieben Stunden Arbeit. Das sind rund 26 Euro die Stunde, und davon gehen noch Steuern ab.
Das kann sich lohnen. Es ist aber kein passives Einkommen, sondern Dienstleistung, und es hört auf zu funktionieren, sobald der Shop läuft.
Auftragsarbeiten skalieren nicht. Vierzig Bestellungen im Monat sind ein angenehmes Nebeneinkommen. Zweihundert sind ein Vollzeitjob, den Du nicht mehr abstellen kannst, ohne Bewertungen zu verlieren. Wer diesen Weg wählt, sollte vorher wissen, wo seine Obergrenze liegt.
Der dritte Weg, den viele übersehen
Die meisten Personalisierungswünsche lassen sich ohne Handarbeit erfüllen: Du verkaufst eine bearbeitbare Vorlage. Der Käufer öffnet sie über einen Link, trägt seine Namen selbst ein und druckt.
Für ihn ist das schneller, weil er nicht auf Dich warten muss. Für Dich ist es ein Sofort-Download mit allen Vorteilen. Und weil er die Datei selbst anpasst, entfallen die Korrekturrunden.
Der Preis dafür sind Rückfragen anderer Art: Der Link öffnet sich nicht, eine Schrift fehlt, ein Element lässt sich nicht verschieben. Kapitel 11 geht das vollständig durch, einschließlich der Frage, wie Du die Zahl dieser Rückfragen klein hältst.
Warum diese Entscheidung steuerlich alles verändert
Beim Sofort-Download greift kein Mensch ein. Damit gilt die Lieferung als auf elektronischem Weg erbrachte Leistung, und für diese Leistungen sieht das Umsatzsteuerrecht vor, dass die Plattform als Verkäufer auftritt. Nicht Du verkaufst an die Käuferin in München, sondern Etsy. Du verkaufst an Etsy.
Bei der Auftragsarbeit greifst Du ein, und zwar wesentlich: Du gestaltest die Datei. Damit ist es keine elektronisch erbrachte Leistung mehr, die ganze Konstruktion entfällt, und Du verkaufst wieder selbst an den Endkunden. Mit allem, was daran hängt.
Ein Shop, der beides anbietet, hat zwei verschiedene steuerliche Vorgänge nebeneinander laufen und muss seine Umsätze entsprechend trennen. Das ist machbar, aber es ist Arbeit, und es ist der häufigste Grund, warum Buchhaltungen bei digitalen Produkten nicht aufgehen.
Wenn Du die Wahl hast, entscheide Dich für einen Weg. Kapitel 6 zeigt, wie beide Fälle im Einzelnen aussehen.
Die Entscheidung für Dein Produkt
Frag Dich drei Dinge, in dieser Reihenfolge:
Ist mein Produkt für jeden Käufer identisch? Dann Sofort-Download, ohne weitere Überlegung.
Wenn nicht: Kann der Käufer die Anpassung selbst machen? Dann bearbeitbare Vorlage, also ebenfalls Sofort-Download.
Wenn auch das nicht geht: Dann Auftragsarbeit, mit offenen Augen. Leg fest, wie viele Korrekturrunden inbegriffen sind, wie lange Du brauchst, und ab welcher Bestellmenge Du den Preis erhöhst.
Aufgabe
Deine Auslieferungsart festlegen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
