Etsy digitale Dateien vorbereiten: Formate, Auflösung, Dateigröße
Wie Du digitale Dateien für Etsy vorbereitest: erlaubte Formate, die Grenze von fünf Dateien und 20 MB, 300 dpi richtig verstanden, RGB gegen CMYK, Seitenformate und saubere Archive.
Die Treffer erscheinen unterhalb des Feldes, sobald Du tippst.
Die Datei ist das Produkt. Alles, was der Käufer nach dem Download nicht öffnen, drucken oder verstehen kann, kommt als Nachricht zu Dir zurück.
Bei physischen Produkten sieht der Käufer, was er bekommt, spätestens wenn das Paket ankommt. Bei digitalen Produkten sieht er eine Vorschau, überweist Geld und öffnet dann eine Datei. Was in diesem Moment passiert, entscheidet über die Bewertung.
Ich habe mir über die Jahre viele digitale Listings angesehen, und die Beschwerden folgen immer denselben Mustern. Die Datei lässt sich nicht öffnen. Die Schrift sieht anders aus als in der Vorschau. Der Ausdruck hat einen weißen Rand, den niemand wollte. Das Format passt nicht in den Rahmen, den der Käufer schon gekauft hat. Keines dieser Probleme ist gestalterisch. Alle sind technisch, und alle lassen sich vorher lösen.
Dieser Beitrag geht die technische Vorbereitung durch, von den Grenzen, die Etsy setzt, bis zu dem Archiv, das der Käufer am Ende herunterlädt. Den Überblick über das Geschäftsmodell selbst findest Du auf der Oberseite zu digitalen Produkten auf Etsy.
Was Etsy technisch annimmt und was nicht
Etsy nimmt für digitale Artikel eine feste Liste von Dateitypen an. Sie deckt die üblichen Dokument-, Bild- und Textformate ab, dazu einige Sonderfälle für E-Books, Audio und dreidimensionale Modelle.
Enthalten sind unter anderem PDF, JPG und JPEG, PNG, GIF, BMP, DOC, RTF, TXT, MP3, MOV, MPEG, STL, ZIP sowie die E-Book-Formate. Das klingt großzügig, und für die meisten Produkte ist es das auch.
Die Lücke, über die fast jeder stolpert: SVG ist nicht dabei. Ausgerechnet das Format, das der gesamte Plotterbereich braucht, lässt sich nicht direkt hochladen. Dasselbe gilt für DXF, für Stickdateien und für die Projektdateien von Layoutprogrammen.
Die Lösung ist immer dieselbe: ein ZIP-Archiv. Alles, was Etsy nicht direkt annimmt, kommt in ein Archiv, und dieses Archiv lädst Du hoch. Wie ein solches Archiv sinnvoll aufgebaut wird, steht weiter unten in diesem Beitrag.
Wer Schneidedateien verkauft, kann die SVG nicht einzeln hochladen. Pack SVG, DXF, PNG und eine PDF-Vorschau gemeinsam in ein ZIP-Archiv und lade dieses hoch. Für den Käufer ist das ohnehin angenehmer, weil er ein Paket bekommt statt fünf einzelner Downloads.
Die zwei Grenzen: fünf Dateien, zwanzig Megabyte
Zwei Zahlen bestimmen den gesamten technischen Rahmen.
- 5Dateien darfst Du je digitalem Artikel hochladen
- 20 MBdarf jede einzelne Datei höchstens groß sein
- 100 MBtheoretisches Maximum je Listing, in der Praxis selten ausgereizt
Fünf Dateien je Listing. Das reicht für die allermeisten Produkte. Wer mehr braucht, bündelt in einem Archiv oder teilt das Produkt auf mehrere Listings auf. Die zweite Variante ist oft die bessere, weil jedes Listing eigene Titel und eigene Tags mitbringt und damit ein zusätzliches Suchmuster abdeckt.
Zwanzig Megabyte je Datei. Diese Grenze wird bei großformatigen Druckvorlagen schnell erreicht. Ein Poster im Format 60 mal 90 Zentimeter mit 300 dpi hat rechnerisch über siebzig Millionen Pixel. Als unkomprimiertes Bild wären das dreistellige Megabytezahlen. Was dagegen hilft, steht weiter unten im Abschnitt zur Dateigröße.
Was die Grenze nicht ist: ein Qualitätsproblem. Zwanzig Megabyte sind für eine sauber komprimierte PDF-Datei viel Platz. Wer dagegenläuft, hat fast immer ein Kompressionsproblem, kein Größenproblem.
PDF: das Format für alles, was gedruckt wird
Wenn Dein Produkt gedruckt werden soll, ist PDF die erste Wahl, und zwar aus einem einzigen, aber entscheidenden Grund: Es sieht überall gleich aus.
Eine PDF-Datei transportiert Seitengröße, Ränder, Schriften und Bilder in einer festen Anordnung. Der Käufer öffnet sie mit einem Programm, das auf jedem Gerät vorhanden ist, und druckt sie. Es gibt keine Version, in der die Schrift plötzlich anders umbricht.
Was dafür erfüllt sein muss:
Die Schriften müssen eingebettet sein. Ohne Einbettung ersetzt das Programm des Käufers die Schrift durch eine vorhandene, und das Layout verrutscht. Bei den meisten Layoutprogrammen ist das Einbetten Standard, verlassen solltest Du Dich nicht darauf.
Die Seitengröße muss der beabsichtigten Druckgröße entsprechen. Eine PDF-Datei mit der Seitengröße A4 druckt auf A4. Eine mit einer krummen Seitengröße erzeugt beim Käufer genau den weißen Rand, über den er sich beschwert.
Die Bilder darin brauchen ausreichende Auflösung. Ein Bild mit 800 Pixeln Breite, das auf A4 gezogen wird, hat rechnerisch rund 97 dpi und sieht im Druck weich aus.
- Schriften eingebettet, geprüft in den Dokumenteigenschaften der fertigen Datei
- Seitengröße entspricht exakt der beabsichtigten Druckgröße
- Eingebettete Bilder haben in der Zielgröße mindestens die genannte Auflösung
- Keine Ebenen, Kommentare oder Formularfelder, die nicht gebraucht werden
- Datei unter 20 MB, sonst greift die Kompression im Exportdialog
Ein Hinweis zur Version: Speichere in einer möglichst schlichten PDF-Variante ohne Ebenen, Kommentarfunktionen oder eingebettete Formulare, wenn Du sie nicht brauchst. Je einfacher die Datei, desto weniger Programme haben Schwierigkeiten damit.
PNG und JPG: Transparenz gegen Dateigröße
Beide Formate haben ihren Platz, und die Wahl zwischen ihnen hat genau ein Kriterium.
PNG nimmst Du, wenn Du Transparenz brauchst. Ein freigestelltes Motiv, das der Käufer auf einen eigenen Hintergrund legt, ein Logo, ein Element für eine Collage. PNG speichert einen Alphakanal und behält harte Kanten und Text sauber.
JPG nimmst Du für Fotos und flächige Motive ohne Transparenz. Es komprimiert deutlich effizienter. Ein Foto als PNG kann leicht das Fünffache der JPG-Datei wiegen, ohne dass ein Mensch den Unterschied sieht.
Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: ein PNG mit transparentem Hintergrund, das als Druckvorlage verkauft wird. Der Käufer druckt es, und der transparente Bereich wird zu weißem Papier, was oft nicht das gewünschte Ergebnis ist. Wer eine Druckvorlage liefert, liefert sie mit dem Hintergrund, der gedruckt werden soll.
Und ein Punkt, der auf Etsy selbst gilt: Transparenz wird in den Artikelbildern nicht dargestellt. Wer ein freigestelltes PNG als Vorschaubild hochlädt, bekommt eine schwarze Fläche. Die Einzelheiten dazu stehen bei den Bildmaßen und technischen Anforderungen.
PNG
Transparenz, harte Kanten, verlustfrei.
- Grafiken, Logos, freigestellte Motive
- Text bleibt gestochen scharf
- Bei Fotos unnötig große Dateien
JPG
Effiziente Kompression, keine Transparenz.
- Fotos, Farbverläufe, flächige Motive
- Deutlich kleinere Dateien
- Sichtbare Artefakte bei zu starker Kompression
SVG und DXF: die Formate für Schneideplotter
Der Plotterbereich hat eigene Anforderungen, und sie sind technisch, nicht gestalterisch.
SVG ist ein Vektorformat. Es beschreibt Formen als mathematische Pfade, nicht als Pixel. Dadurch lässt es sich beliebig skalieren, und der Plotter kann es als Schnittlinie interpretieren.
Was eine brauchbare SVG-Datei ausmacht:
Geschlossene Pfade. Eine offene Linie ergibt für einen Schneideplotter keinen sinnvollen Schnitt. Prüfe das in Deinem Vektorprogramm, bevor Du exportierst.
Text in Pfade umgewandelt. Solange Text noch Text ist, braucht das Programm des Käufers Deine Schrift. Hat er sie nicht, sieht das Motiv anders aus. Bei Vektordateien ist die Umwandlung in Pfade darum keine Empfehlung, sondern Pflicht.
Sinnvolle Ebenen und Gruppen. Wenn ein Motiv in mehreren Farben geplottet wird, muss der Käufer die Teile trennen können. Eine Datei, in der alles auf einer Ebene liegt, erzeugt Arbeit beim Käufer und Nachrichten bei Dir.
Keine überflüssigen Ankerpunkte. Eine automatisch nachgezeichnete Datei enthält oft tausende Punkte, wo hundert reichen würden. Der Plotter ruckelt, die Kanten werden zackig.
DXF legst Du dazu, weil ältere Plottersoftware damit besser zurechtkommt. Der Export kostet einen Klick und erspart einen Teil der Rückfragen.
Was 300 dpi bedeutet und wann die Zahl unnötig ist
Kaum eine Angabe wird bei digitalen Produkten so oft genannt und so selten verstanden.
Was dpi beschreibt: die Punktdichte im Druck, also wie viele Bildpunkte auf einen Zoll Papier fallen. Die Zahl allein sagt gar nichts. Erst zusammen mit den Pixelmaßen ergibt sich, wie groß ein Bild gedruckt werden kann.
Ein Bild mit 3000 mal 3000 Pixeln lässt sich bei 300 dpi in 25,4 mal 25,4 Zentimetern drucken. Dasselbe Bild bei 150 dpi ergibt 50,8 mal 50,8 Zentimeter. Es sind dieselben Pixel. Die Angabe in der Datei ist nur eine Rechenanweisung.
Wo 300 dpi wirklich nötig sind: bei allem, was aus kurzer Entfernung betrachtet wird. Einladungskarten, Menükarten, Planerseiten, kleine Kunstdrucke, alles unter etwa A3.
Wo 300 dpi Verschwendung sind: bei großen Postern. Ein Bild im Format 60 mal 90 Zentimeter wird aus zwei Metern Entfernung betrachtet, nicht aus dreißig Zentimetern. 150 dpi reichen dort visuell aus und bringen die Datei überhaupt erst unter die 20-MB-Grenze.
- 300 dpifür Karten, Planerseiten und kleine Drucke bis etwa A3
- 150 dpiausreichend für große Poster, die aus Distanz betrachtet werden
- 2480 × 3508Pixelmaße für ein A4-Blatt bei 300 dpi
Was Du in die Beschreibung schreibst: die tatsächliche Auflösung und die daraus folgende maximale Druckgröße. Nicht „hochauflösend“, sondern „300 dpi, druckbar bis A3“. Der Unterschied ist die Zahl der Rückfragen.
Die Rechnung von Pixeln zu Druckgröße
Eine Formel, die Du einmal verstehen und danach nie wieder nachschlagen musst.
Pixelanzahl geteilt durch dpi ergibt die Druckgröße in Zoll. Mal 2,54 ergibt Zentimeter.
Beispiel A4: 210 mal 297 Millimeter, also 8,27 mal 11,69 Zoll. Bei 300 dpi ergibt das 2480 mal 3508 Pixel.
Beispiel A3: 3508 mal 4961 Pixel bei 300 dpi.
Beispiel A2: 4961 mal 7016 Pixel bei 300 dpi. Hier wird die Dateigröße bereits zum Thema.
Beispiel Poster 50 mal 70 Zentimeter: bei 300 dpi wären es 5906 mal 8268 Pixel, bei 150 dpi 2953 mal 4134. Die zweite Variante ist ein Viertel so groß und im Druck praktisch nicht zu unterscheiden.
Der praktische Nutzen dieser Rechnung: Du kannst jeder Datei ansehen, ob die Größenangabe im Listing stimmt. Wenn in der Beschreibung „druckbar bis A2“ steht und die Datei 2000 Pixel breit ist, stimmt sie nicht, und das fällt spätestens dem Käufer auf.
RGB und CMYK: der Unterschied, der Farben verändert
Zwei Farbräume, zwei völlig verschiedene Ausgangspunkte, und eine Entscheidung, die viele erst nach der ersten Beschwerde treffen.
RGB mischt Licht: Rot, Grün, Blau. Es ist der Farbraum von Bildschirmen, von Heimdruckern und von den meisten Online-Druckdiensten. Der Farbumfang ist groß, leuchtende Töne sind darstellbar.
CMYK mischt Farbe auf Papier: Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz. Es ist der Farbraum professioneller Druckereien. Der Farbumfang ist kleiner, besonders bei leuchtendem Orange, Grün und Blau.
Was beim Wechsel passiert: Ein leuchtendes Türkis, das am Bildschirm strahlt, wird in CMYK stumpfer. Das ist kein Fehler, sondern eine physikalische Grenze. Wer das nicht weiß, hält den Druck für falsch.
Was für Etsy-Downloads gilt: In aller Regel RGB. Deine Käufer drucken zu Hause oder bei einem Online-Dienst, und beide erwarten RGB. Eine CMYK-Datei an einen Heimdrucker zu geben führt eher zu Problemen als zu besseren Farben.
Wann CMYK sinnvoll ist: wenn Du gezielt Kunden ansprichst, die in einer Druckerei drucken lassen, etwa bei hochwertigen Hochzeitseinladungen. Dann liefere beides und schreib dazu, welche Datei wofür gedacht ist.
Der häufigste Streit bei Druckvorlagen dreht sich um Farben, die „anders aussehen“. Schreib in die Beschreibung, in welchem Farbraum die Datei vorliegt und dass Bildschirmfarben und Druckfarben nie identisch sind. Dieser eine Satz verwandelt eine Beschwerde in eine erwartbare Eigenschaft.
Seitenformate: warum DIN und Zoll nicht dasselbe sind
Ein Punkt, an dem gerade deutsche Verkäufer international Kunden verlieren.
Die DIN-Reihe hat ein Seitenverhältnis von etwa 1 zu 1,414. Jedes Format der Reihe hat dasselbe Verhältnis, deshalb passt A4 skaliert genau auf A3.
Die im englischsprachigen Raum üblichen Rahmenformate haben andere Verhältnisse: 8 mal 10 Zoll ergibt 4 zu 5, 18 mal 24 Zoll ergibt 3 zu 4, 24 mal 36 Zoll ergibt 2 zu 3. Keines davon entspricht der DIN-Reihe.
Was daraus folgt: Eine A4-Datei lässt sich nicht einfach auf 8 mal 10 Zoll skalieren. Entweder es entsteht ein weißer Rand, oder das Motiv wird beschnitten. Beides führt zu Nachrichten.
Was ich empfehle: Lege das Motiv einmal so an, dass es in mehreren Verhältnissen funktioniert, und exportiere daraus die tatsächlich gebrauchten Formate.
- DIN-Reihe für den deutschsprachigen Markt, mindestens A5, A4, A3
- Verhältnis 4:5 für die verbreiteten Rahmen 8×10 und 16×20 Zoll
- Verhältnis 3:4 für 18×24 Zoll
- Verhältnis 2:3 für 24×36 Zoll und viele Standardrahmen
- Verhältnis 5:7 für kleinere Bilderrahmen und Karten
- Je Verhältnis eine eigene Datei, keine bloße Skalierung
Anschnitt, Schnittmarken und der weiße Rand
Drei Begriffe, die den Unterschied zwischen einem sauberen und einem enttäuschenden Ausdruck ausmachen.
Der weiße Rand am Heimdrucker. Fast jeder Heimdrucker kann nicht randlos drucken. Wenn Dein Motiv bis an die Blattkante geht, entsteht entweder ein weißer Streifen oder das Motiv wird verkleinert. Beides überrascht den Käufer.
Was hilft: Entweder Du legst das Motiv mit einem bewussten weißen Rand an, dann sieht es gewollt aus. Oder Du weist in der Anleitung darauf hin, dass für einen randlosen Druck eine Druckerei nötig ist und die Einstellung „randlos“ oder „auf Seitengröße skalieren“ gewählt werden muss.
Anschnitt bedeutet, dass das Motiv über die spätere Schnittkante hinausgeht, üblicherweise um drei Millimeter. Das braucht nur, wer für eine Druckerei liefert. Für Heimdruck ist Anschnitt eher hinderlich.
Schnittmarken sind feine Linien, die zeigen, wo geschnitten wird. Bei Karten, die der Käufer selbst zuschneidet, sind sie ausgesprochen hilfreich. Lege sie so an, dass sie außerhalb des Motivs liegen.
Der Käufer druckt zu Hause
Der Normalfall bei Etsy-Downloads.
- RGB, kein Anschnitt nötig
- Weißer Rand einplanen oder erklären
- Schnittmarken sind hilfreich
Der Käufer geht in eine Druckerei
Der Sonderfall bei hochwertiger Papeterie.
- Drei Millimeter Anschnitt anlegen
- CMYK als zusätzliche Variante
- Randloser Druck ist möglich
Mein praktischer Rat für Karten: Liefere zwei Varianten, eine mit Schnittmarken für den Selbstzuschnitt und eine ohne für die Druckerei. Das kostet einen Export und beantwortet eine Frage, die sonst als Nachricht kommt.
Schriften: der häufigste Grund für kaputte Dateien
Wenn ich einen einzigen technischen Fehler nennen müsste, der bei digitalen Produkten am meisten Ärger verursacht, wäre es dieser.
Eine Schrift ist eine Datei auf Deinem Rechner. Sie reist nicht automatisch mit Deinem Dokument mit. Wenn der Käufer Deine Datei öffnet und die Schrift nicht hat, ersetzt sein Programm sie durch eine andere. Zeilen brechen anders um, Abstände stimmen nicht, das Layout kippt.
Bei PDF ist die Lösung das Einbetten. Die Schriftdaten werden in die Datei geschrieben. Das funktioniert bei den meisten Schriften, aber nicht bei allen: Manche Lizenzen verbieten die Einbettung ausdrücklich.
Bei Vektor- und Grafikdateien ist die Lösung die Umwandlung in Pfade. Aus Buchstaben werden Formen. Danach ist der Text nicht mehr bearbeitbar, dafür sieht er überall identisch aus.
Bei bearbeitbaren Vorlagen geht beides nicht, denn der Käufer soll den Text ja ändern. Hier musst Du in der Beschreibung sagen, welche Schrift verwendet wird und wo sie zu bekommen ist. Wenn die Schrift kostenpflichtig ist, gehört auch das ins Listing.
Eine Schrift liegt als Datei auf Deinem Rechner und wird nicht automatisch Teil Deines Dokuments. Ohne Einbettung oder Umwandlung in Pfade ersetzt das Programm des Käufers sie durch eine andere, und das gesamte Layout verrutscht. Auf Deinem eigenen Gerät fällt das nie auf, weil dort alles installiert ist.
Und der Punkt, der oft übersehen wird: Die Lizenz der Schrift muss die kommerzielle Nutzung erlauben. Eine kostenlos heruntergeladene Schrift ist nicht automatisch frei verwendbar. Was dabei zu beachten ist, steht ausführlich beim Urheberrecht bei Designs.
Wie ein sauberes Archiv aufgebaut ist
Wenn Du mehrere Dateien in einem ZIP-Archiv ausliefern musst, entscheidet die Struktur darüber, ob der Käufer zurechtkommt.
- Ein Ordner auf oberster Ebene Nicht zwanzig Dateien lose im Archiv, sondern ein benannter Ordner, in dem alles liegt.
- Unterordner nach Format Ein Ordner für PDF, einer für SVG und DXF, einer für PNG. Der Käufer findet sofort, was seine Software braucht.
- Die Anleitung ganz oben Eine Datei mit sprechendem Namen direkt im Hauptordner, nicht versteckt in einem Unterordner.
- Sprechende Dateinamen Nicht Datei1 und Datei2, sondern Motivname, Format und Größe im Namen.
- Keine Sonderzeichen und keine Umlaute Sie führen auf fremden Systemen zu Anzeigefehlern und manchmal dazu, dass sich das Archiv nicht entpacken lässt.
- Vor dem Hochladen selbst entpacken An einem anderen Ort auf der Festplatte, um zu sehen, was der Käufer sieht.
Ein Detail, das häufig Ärger macht: Archive, die auf einem Mac erstellt wurden, enthalten manchmal zusätzliche versteckte Ordner. Sie stören nicht wirklich, sehen für Windows-Nutzer aber verwirrend aus. Ein kurzer Blick nach dem Entpacken zeigt, ob sie drin sind.
Dateinamen, die dem Käufer helfen
Ein kleiner Punkt mit spürbarer Wirkung auf die Zahl der Nachrichten.
Der Käufer lädt Deine Datei in einen Ordner, in dem hundert andere Dateien liegen. Wenn sie „final_v3_neu.pdf“ heißt, findet er sie in zwei Wochen nicht wieder und schreibt Dir.
Was in einen guten Dateinamen gehört: der Produktname, das Format oder Seitenverhältnis, die Größenangabe. Zum Beispiel: Wandbild-Berge-A3-300dpi.pdf oder Einladung-Blumen-5x7-Zoll.pdf.
Was nicht hineingehört: Umlaute, Leerzeichen, Schrägstriche, Doppelpunkte. Sie machen auf manchen Systemen Probleme. Bindestriche statt Leerzeichen sind die sichere Wahl.
Und ein Punkt zum Shopnamen: Es spricht nichts dagegen, den Shopnamen in den Dateinamen zu setzen. Wenn der Käufer die Datei nach einem Jahr wiederfindet und den Namen sieht, ist das die günstigste Werbung, die es gibt.
Die Anleitungsseite, die Anfragen halbiert
Die eine Datei, die in jedem digitalen Produkt liegen sollte und die in den wenigsten liegt.
Eine einzelne Seite, PDF, mit vier Abschnitten: Was ist enthalten. Wie öffnest Du die Dateien. Wie druckst oder verwendest Du sie. Was darfst Du damit tun.
Warum sie so viel bringt: Die Anfragen bei digitalen Produkten konzentrieren sich auf sehr wenige Themen. Datei lässt sich nicht öffnen, Druckeinstellung unklar, Format passt nicht, Frage nach der erlaubten Nutzung. Eine Seite, die genau diese vier Punkte abräumt, fängt einen großen Teil davon ab.
Was hineingehört, sehr konkret:
Die Liste der enthaltenen Dateien mit ihren Formaten und Größen.
Der Hinweis, welches Programm zum Öffnen nötig ist, mit dem Zusatz, dass PDF-Dateien mit jedem üblichen Betrachter funktionieren.
Die Druckempfehlung, also Papierart, Skalierungseinstellung und der Hinweis auf den Rand des Heimdruckers.
Der Lizenzhinweis in zwei Sätzen, ausführlicher steht er im Listing und im Beitrag zu Lizenzen für digitale Produkte.
Was nicht hineingehört: Aufforderungen, die Etsy nicht gern sieht, etwa der Versuch, den Käufer aus der Plattform herauszuführen. Ein Hinweis auf Deinen Shop ist unproblematisch, eine Aufforderung zum Kauf außerhalb von Etsy nicht. Was dabei sonst noch gilt, steht bei den Shop-Richtlinien.
Der Test auf einem fremden Gerät
Der wichtigste Arbeitsschritt vor dem Hochladen, und der am häufigsten übersprungene.
Auf Deinem Rechner funktioniert alles. Die Schriften sind installiert, die verknüpften Bilder liegen an ihrem Platz, die Programme kennen Deine Einstellungen. Der Käufer hat nichts davon.
Was Du minimal prüfst:
Öffne die PDF-Datei auf einem anderen Gerät, gern auf einem Tablet oder Telefon. Sieht die Schrift aus wie geplant.
Drucke eine Seite auf einem normalen Heimdrucker aus. Passt das Motiv, oder entsteht ein unerwarteter Rand.
Entpacke das Archiv an einem anderen Ort und geh die Ordner durch. Ist alles da, ist die Struktur verständlich.
Öffne eine SVG-Datei in einem einfachen Programm, das Deine Ebenen nicht kennt. Bleiben die Pfade sinnvoll.
Was ich in eigenen Shops gelernt habe: Ich habe einmal eine Serie von Planerseiten hochgeladen, die auf meinem Rechner tadellos aussahen. Beim Käufer fehlte eine Schrift in einer einzigen Kopfzeile, weil ich in dieser einen Datei eine andere Schrift verwendet und nicht eingebettet hatte. Der Fehler war in zehn Minuten behoben, die Bewertung blieb. Seitdem gehört der Fremdgerätetest fest zum Ablauf.
Wenn die Datei zu groß ist: was tatsächlich hilft
Die 20-MB-Grenze trifft vor allem großformatige Druckvorlagen. Die Lösungen in der Reihenfolge, in der ich sie durchgehe.
Erstens: die Auflösung an das Format anpassen. Ein Poster braucht keine 300 dpi. 150 dpi bei 60 mal 90 Zentimetern reduzieren die Datei auf ein Viertel und sind im Druck nicht zu unterscheiden.
Zweitens: die Bildkompression innerhalb der PDF prüfen. Layoutprogramme bieten beim Export eine Einstellung für die Kompression eingebetteter Bilder. Eine JPEG-Kompression im mittleren bis hohen Qualitätsbereich macht aus dreißig Megabyte oft acht.
Drittens: unnötige Elemente entfernen. Unsichtbare Ebenen, Objekte außerhalb der Seite, mehrfach eingebettete Bilder, Vorschauen. Sie wandern mit in die Datei und wiegen.
Viertens: Vektor statt Pixel. Wenn Dein Motiv aus Formen und Text besteht, exportiere es als Vektor-PDF statt als Pixelbild. Die Datei wird um Größenordnungen kleiner und ist unbegrenzt skalierbar.
Fünftens: aufteilen. Ein Produkt mit zwölf Postern muss nicht in ein Listing. Drei Listings mit je vier Motiven decken mehr Suchmuster ab und lösen das Größenproblem nebenbei.
Was nicht hilft: die Pixelmaße im Bildprogramm hochzurechnen, um die dpi-Angabe zu erreichen. Dabei entsteht keine zusätzliche Information, nur eine größere Datei mit weichem Ergebnis.
Wann das Dateiformat nicht das Problem ist
Ein Abschnitt, der hierhergehört, weil technische Fragen gern als Ausrede dienen.
Wenn ein digitales Produkt sich nicht verkauft, liegt das praktisch nie an der Wahl zwischen PDF und PNG. Es liegt daran, dass es nicht gefunden wird oder dass die Vorschau nicht überzeugt.
Die Reihenfolge der Prüfung ist deshalb immer dieselbe. Zuerst die Sichtbarkeit: Stehen die richtigen Begriffe im Titel und in den dreizehn Tags. Die Vorgehensweise dazu steht beim Finden von Etsy-Tags. Dann die erste Vorschau: Sieht der Käufer, was er bekommt und wofür es gut ist. Dann die Beschreibung: Steht dort der Lieferumfang. Und erst danach die Technik.
Wo die Technik dagegen wirklich entscheidet: bei Bewertungen und bei Rückabwicklungen. Ein Produkt, das nicht gefunden wird, bekommt keine schlechte Bewertung. Ein Produkt, das gekauft wird und beim Öffnen scheitert, schon. Deshalb ist die technische Vorbereitung keine Frage der Sichtbarkeit, sondern eine Frage des Rufs.
Die häufigsten Fehler beim Vorbereiten
Gesammelt aus Listings, die ich mir angesehen habe, und aus eigenen Fehlern.
- Schriften nicht eingebettet oder nicht in Pfade umgewandelt
- Druckvorlage mit transparentem Hintergrund geliefert
- Nur ein Seitenverhältnis angeboten, dadurch passen übliche Rahmen nicht
- dpi-Angabe genannt, ohne die tatsächliche Druckgröße zu nennen
- SVG-Datei einzeln hochladen wollen, obwohl das Format nicht angenommen wird
- Archiv ohne Ordnerstruktur, zwanzig Dateien lose nebeneinander
- Dateinamen mit Umlauten, Leerzeichen und Versionsnummern
- Keine Anleitungsdatei beigelegt
- Nie auf einem fremden Gerät geöffnet
- Auflösung künstlich hochgerechnet statt sauber neu angelegt
Der letzte Punkt verdient eine Anmerkung. Ein Bild, das mit 1000 Pixeln entstanden ist, wird durch Hochrechnen auf 3000 Pixel nicht besser. Die zusätzlichen Pixel enthalten keine neue Information. Wer eine Vorlage in großem Format anbieten will, muss sie in großem Format anlegen.
Ein Ablauf, der sich nicht ändert
Zum Schluss die Reihenfolge, die ich für jedes digitale Produkt gleich halte. Ein fester Ablauf ist bei Dateiarbeit mehr wert als jede einzelne Einstellung, weil er verhindert, dass unter Zeitdruck ein Schritt verschwindet.
- Quelldatei sauber anlegen Getrennte Ebenen für Text, Motiv und Hintergrund, damit Varianten später ableitbar sind.
- Zielformate festlegen Welche Seitenverhältnisse, welche Größen, welche Dateitypen das Produkt enthalten soll.
- Text sichern Schriften einbetten oder in Pfade umwandeln, je nach Format.
- Exportieren Je Verhältnis eine eigene Datei, mit passender Auflösung und in RGB.
- Größe prüfen Jede Datei unter 20 MB, das Archiv ebenfalls.
- Anleitung schreiben Eine Seite mit Lieferumfang, Öffnen, Drucken, Nutzungsrecht.
- Archiv bauen Ordnerstruktur, sprechende Namen, keine Sonderzeichen.
- Auf fremdem Gerät testen Öffnen, drucken, entpacken, durchsehen.
- Quellversion archivieren Mit Datum und Versionsnummer, damit Nacharbeit möglich bleibt.
Zum letzten Schritt eine Anmerkung aus der Praxis: Bewahre die Quelldatei so auf, dass Du sie in einem Jahr noch bearbeiten kannst. Ich habe mehrfach erlebt, dass ein Kunde eine kleine Änderung wünschte und die Quelldatei nicht mehr auffindbar oder nicht mehr zu öffnen war. Dann bleibt nur der Neubau.
Die Kurzfassung
Fünf Dateien je Listing, jede höchstens 20 MB. Alles darüber kommt in ein ZIP-Archiv oder auf mehrere Listings.
SVG und DXF nimmt Etsy nicht direkt an. Sie müssen in ein Archiv.
PDF für alles, was gedruckt wird. Schriften einbetten, Seitengröße korrekt setzen.
PNG für Transparenz, JPG für Fotos. Eine Druckvorlage bekommt keinen transparenten Hintergrund.
300 dpi für kleine Formate, 150 dpi reichen für große Poster. Die Zahl allein sagt nichts, erst zusammen mit den Pixelmaßen.
RGB ist für Etsy-Downloads der Normalfall. CMYK nur, wenn eine Druckerei der Adressat ist. Der Farbraum gehört in die Beschreibung.
DIN und Zoll haben verschiedene Seitenverhältnisse. Je Verhältnis eine eigene Datei, keine bloße Skalierung.
Schriften einbetten oder in Pfade umwandeln. Das ist der häufigste technische Fehler überhaupt.
Eine Anleitungsseite beilegen. Sie fängt den größten Teil der Anfragen ab.
Immer auf einem fremden Gerät testen. Auf Deinem Rechner funktioniert alles, das ist genau das Problem.
Mein Fazit zum Vorbereiten digitaler Dateien
Die technische Vorbereitung digitaler Produkte ist unspektakulär, und genau deshalb wird sie übersprungen. Sie macht kein Listing schöner und keinen Titel besser auffindbar. Sie verhindert nur Ärger, und verhinderten Ärger sieht man nicht.
Trotzdem halte ich sie für den Bereich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Eine Stunde, in der Du Schriften einbettest, ein zweites Seitenverhältnis exportierst und eine Anleitungsseite schreibst, spart Dir über die Lebensdauer eines Listings eine zweistellige Zahl an Nachrichten und schützt Dich vor den Bewertungen, die am meisten wehtun: die von Käufern, die das Produkt eigentlich gut fanden und an der Technik gescheitert sind.
Und ein letzter Gedanke, der über die Technik hinausgeht. Eine sorgfältig vorbereitete Datei ist das einzige Signal, das ein digitaler Käufer über Deine Arbeitsweise bekommt. Er sieht keine Verpackung, keine Handschrift, keine Beilage. Er sieht einen Ordner. Wie dieser Ordner aussieht, ist Deine gesamte Produktpräsentation nach dem Kauf.
Häufige Fragen zum Vorbereiten digitaler Dateien
Häufige Fragen
Wie viele Dateien darf ein digitaler Artikel auf Etsy haben?
Fünf Dateien je Listing, jede höchstens 20 MB groß. Wer mehr ausliefern will, packt die Inhalte in ein ZIP-Archiv, das dann selbst unter 20 MB bleiben muss. Alternativ teilst Du das Produkt auf mehrere Listings auf, was in vielen Fällen ohnehin die bessere Lösung ist, weil es zusätzliche Suchmuster abdeckt.
Warum kann ich meine SVG-Datei nicht direkt hochladen?
SVG steht nicht auf der Liste der Dateitypen, die Etsy für digitale Artikel direkt annimmt. Der übliche Weg ist ein ZIP-Archiv, in dem SVG und DXF neben PNG und PDF liegen. Für den Käufer ist das ohnehin angenehmer, weil er alles in einem Paket bekommt und nicht fünf einzelne Dateien einsammeln muss.
Brauche ich für Druckvorlagen wirklich immer 300 dpi?
Für Formate, die aus der Nähe betrachtet werden, ja: Karten, Einladungen, Planerseiten, kleine Kunstdrucke. Bei großen Postern ab etwa 50 mal 70 Zentimetern ist der Betrachtungsabstand größer, dort reichen 150 dpi visuell aus und halten die Datei innerhalb der 20-MB-Grenze. Nenne die tatsächliche Auflösung in der Beschreibung.
Soll ich Druckvorlagen in RGB oder CMYK anlegen?
Für Etsy-Downloads in aller Regel RGB, weil der Käufer meistens am Heimdrucker oder bei einem Online-Dienst druckt, die beide RGB erwarten. CMYK ist nur sinnvoll, wenn Du gezielt Kunden mit einer Offset-Druckerei ansprichst. Wichtig ist, dass Du in der Beschreibung sagst, welcher Farbraum enthalten ist.
Wie verhindere ich, dass meine Schriften beim Käufer falsch angezeigt werden?
Bei PDF-Dateien musst Du die Schriften einbetten, bei SVG und Grafikdateien wandelst Du Text in Pfade um. Ohne das ersetzt das Programm des Käufers die Schrift durch eine vorhandene, und das Layout verrutscht. Das ist der häufigste technische Grund für Rückfragen und für schlechte Bewertungen bei digitalen Produkten.
Welche Seitenformate soll ich anbieten?
Für den deutschsprachigen Markt mindestens die DIN-Reihe, also A5 bis A2. Für internationale Käufer zusätzlich die gängigen Zoll-Verhältnisse 4:5, 3:4 und 2:3, damit übliche Rahmen passen. Die DIN-Reihe hat ein anderes Seitenverhältnis als jedes Zollformat, deshalb reicht eine bloße Skalierung nicht aus.
Muss ich meine Dateien vor dem Hochladen testen?
Ja, und zwar auf einem anderen Gerät als dem, auf dem sie entstanden sind. Fehlende Schriften, falsch eingebettete Bilder und verrutschte Ränder fallen auf dem eigenen Rechner nie auf, weil dort alles vorhanden ist. Ein zweiter Rechner oder ein Tablet deckt einen großen Teil dieser Fehler in fünf Minuten auf.
Offizielle Quellen
Alle Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die offizielle Etsy-Dokumentation. Etsy kann Regeln und Gebühren jederzeit ändern. Im Zweifel gilt immer die Originalquelle.
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