19.1Buchhaltung mit Billbee oder Lexware20 Minuten

Welche Belege bei POD anfallen

Danach hast Du: Du hast eine vollständige Belegliste und weißt, woher jeder Beleg kommt.

Buchhaltung bei Print on Demand ist einfacher als bei fast jedem anderen Handelsmodell, weil es kein Lager gibt, siehe 3.4. Was bleibt, sind sieben Belegarten.

Der Hinweis

Ich bin kein Steuerberater. Dieses Kapitel zeigt, welche Belege anfallen, wo sie liegen und wie ein Monatsablauf aussehen kann. Wie in Deinem Fall gebucht wird, gehört zum Steuerberater, siehe 4.10.

Die sieben Belegarten

Nr. Belegart Woher Rhythmus
1 Deine Ausgangsrechnungen schreibst Du selbst, siehe 4.9 je Bestellung
2 Etsy-Monatsabrechnung Shop-Manager, Finanzen monatlich
3 Etsy-Gebührenrechnung Shop-Manager, eigener Bereich monatlich
4 Rechnungen des Druckanbieters Anbieterkonto, siehe 6.3 je Bestellung oder monatlich
5 Rechnungen für Werkzeuge und Software je Anbieter monatlich oder jährlich
6 Musterbestellungen Anbieterkonto gelegentlich
7 Kontoauszüge Deine Bank monatlich

Die drei, die regelmäßig fehlen

Nummer 3: die Gebührenrechnung

Die häufigste Lücke überhaupt. Viele halten die Monatsabrechnung für den Gebührenbeleg. Sie ist es nicht, und die Gebührenrechnung liegt an einer anderen Stelle, siehe 19.3.

Nummer 6: die Musterbestellungen

Sie sind Betriebsausgaben und werden vergessen, weil sie sich wie Privateinkäufe anfühlen. Bei drei Produktarten sind es rund sechzig Euro im Jahr, siehe 18.4.

Nummer 7: die Kontoauszüge

Sie sind der Abgleich, der alles zusammenhält: Was auf dem Konto eingegangen ist, muss zur Etsy-Auszahlung passen. Ohne sie merkst Du nicht, wenn eine Auszahlung fehlt.

Die Besonderheit bei Print on Demand

Was Du nicht hast

Kein Warenlager, keine Inventur, keine Bestandsbewertung, keine Abgrenzung von Vorräten.

Das macht die Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus 3.4 zur natürlichen Wahl und die Buchhaltung zu einer der einfachsten, die es im Handel gibt.

Was Du dafür hast

Belege aus dem Ausland. Etsy rechnet aus dem EU-Ausland ab, der Druckanbieter je nach Sitz ebenfalls, und beides sind Reverse-Charge-Fälle, siehe 4.6.

Das ist der Punkt, an dem POD-Buchhaltung anspruchsvoller ist als die eines rein inländischen Shops, und der Grund für 19.6.

Die Zuordnung

Beleg Art
Ausgangsrechnungen Betriebseinnahmen
Etsy-Gebühren Betriebsausgaben, Reverse Charge
Anbieterrechnungen Betriebsausgaben, Wareneinsatz
Werkzeuge und Software Betriebsausgaben, teilweise Reverse Charge
Musterbestellungen Betriebsausgaben
Rechtstexte, Beratung Betriebsausgaben

Der Aufwand

1 Std.im Monat, mit Routine
7Belegarten
1Ordner je Monat
Warum monatlich und nicht jährlich

Zwölfmal eine Stunde ist weniger Arbeit als einmal drei Tage, und es ist deutlich weniger unangenehm.

Vor allem aber: Belege verschwinden. Ein Anbieter, bei dem Du das Konto schließt, nimmt seine Rechnungen mit. Ein Portal, das umzieht, sortiert alte Belege aus. Wer monatlich herunterlädt, hat sie.

Die Ablage

Eine Struktur, die trägt
  1. Ein Ordner je Jahr.
  2. Darin ein Ordner je Monat.
  3. Darin Unterordner nach Belegart: Einnahmen, Etsy, Anbieter, Sonstiges.
  4. Dateinamen mit Datum voran, damit die Sortierung stimmt.
Und die Sicherung

An einem zweiten Ort. Belege sind aufbewahrungspflichtig, siehe 19.10, und ein Festplattenschaden ist keine Entschuldigung.

Zum AusdruckenBelegübersicht und MonatsablaufZwei Seiten: die sieben Belegarten mit Fundort, der Monatsablauf in sechs Schritten, die Trennung der Steuerfälle und die Ablagestruktur.PDF herunterladen

Aufgabe

Deine Belegliste anlegen

Mehr zum Thema im Wissensportal