Kapitel 19 von 2010 Abschnitte3,2 Stunden
Buchhaltung mit Billbee oder Lexware
Welche Belege anfallen, wie die Etsy-Abrechnung zu lesen ist und wie Du die Steuerfälle sauber trennst.
Kapitel 19 ist noch zu
Der Kurs läuft der Reihe nach. Kapitel 19 öffnet sich, sobald alle Abschnitte der Kapitel davor abgeschlossen sind. Das ist keine Schikane: Fast jede Entscheidung hier setzt eine frühere voraus.
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Buchhaltung ist bei Print on Demand aufwendiger als bei Handgemachtem, und zwar aus einem einzigen Grund: Es gibt mehr Beteiligte. Etsy zieht Gebühren ein, Dein Druckanbieter stellt Rechnungen, das Geld kommt zeitversetzt, und je nach Zielmarkt gelten unterschiedliche Steuerregeln.
Wer das laufen lässt und im März rekonstruiert, verbringt ein Wochenende damit. Wer eine Stunde im Monat investiert, ist durch.
Welche Belege anfallen
| Beleg | Woher | Wie oft | Wofür |
|---|---|---|---|
| Etsy-Monatsabrechnung | Shop-Manager, Finanzen | monatlich | Umsätze und alle Etsy-Gebühren |
| Etsy-Gebührenrechnung | Shop-Manager, Finanzen | monatlich | Vorsteuer aus den Gebühren |
| Rechnungen des Druckanbieters | Konto beim Anbieter | je Bestellung oder gesammelt | Wareneinsatz |
| Deine Ausgangsrechnungen | schreibst Du selbst | je Verkauf | Umsatznachweis |
| Werkzeug-Abos | eRank, EverBee, Canva | monatlich | Betriebsausgabe |
| Musterbestellungen | Anbieter | gelegentlich | Betriebsausgabe |
Etsy stellt eine gesonderte Rechnung über die Gebühren aus. Sie ist nicht dasselbe wie die Monatsabrechnung und liegt an einer anderen Stelle im Shop-Manager.
Ohne diese Rechnung kannst Du als Regelbesteuerer die Vorsteuer aus den Etsy-Gebühren nicht geltend machen. Bei zwölf Prozent Gebühren auf Deinen Jahresumsatz ist das kein kleiner Betrag.
Die Etsy-Abrechnung lesen
Die Monatsabrechnung ist keine Rechnung, sondern ein Kontoauszug. Sie enthält alle Bewegungen, und das Geld, das bei Dir ankommt, ist die Differenz.
Artikelpreis plus Versand, das, was der Käufer gezahlt hat. Das ist Dein Umsatz, nicht der ausgezahlte Betrag.
Transaktion, Zahlungsbearbeitung, Einstellung, Betriebsgebühr, gegebenenfalls Anzeigen. Alles Betriebsausgaben.
Bei US-Verkäufen die Sales Tax, die Etsy abführt. Diese Beträge sind weder Dein Umsatz noch Deine Ausgabe, sie laufen durch.
Was auf Deinem Konto ankommt. Diese Zahl ist für die Buchhaltung die unwichtigste, weil sie alles vermischt.
Die Auszahlung als Umsatz zu buchen. Damit verschwinden die Gebühren aus der Buchhaltung, und Du zahlst Steuern auf einen Gewinn, der zu niedrig ausgewiesen ist, während Deine Betriebsausgaben fehlen.
Richtig ist: Umsatz brutto buchen, Gebühren als Ausgabe buchen, Differenz ist die Auszahlung.
Die Trennung der Steuerfälle
Wenn Du in beide Märkte verkaufst, brauchst Du getrennte Erlöskonten, sonst stimmt die Voranmeldung nicht.
| Fall | Erlöskonto | In der Voranmeldung |
|---|---|---|
| Fertigung EU, Käufer Deutschland | Erlöse 19 % USt. | steuerpflichtige Umsätze |
| Fertigung USA, Käufer USA | Erlöse nicht steuerbar | gesondert, ohne Steuer |
| Fertigung EU, Käufer EU-Ausland | je nach Schwelle | Deutschland oder OSS |
Das klingt komplizierter, als es ist: Du legst die Konten einmal an, und danach entscheidet die Herkunft der Bestellung, wohin sie gebucht wird. Beide unten genannten Programme können das automatisch.
Billbee oder Lexware
Beide lösen unterschiedliche Teile des Problems, und welches Du brauchst, hängt vom Bestellaufkommen ab.
Billbee
Was es tut: Holt Bestellungen aus Etsy, schreibt automatisch Rechnungen, verschickt sie und übergibt die Daten an die Buchhaltung.
Wofür: Der Alltag. Wer zwanzig Bestellungen im Monat hat, spart damit Stunden.
Rechnet ab nach: Zahl der Bestellungen, günstiger Einstieg.
Lexware
Was es tut: Die eigentliche Buchhaltung. Belege erfassen, Umsatzsteuervoranmeldung, Einnahmenüberschussrechnung, Übergabe an den Steuerberater.
Wofür: Die Pflichtabgaben. Ersetzt die Tabelle, nicht die Bestellabwicklung.
Rechnet ab nach: Funktionsumfang, monatlich.
Sie schließen sich nicht aus, im Gegenteil: Billbee erzeugt die Rechnungen, Lexware bucht sie. Für den Anfang brauchst Du aber keines von beiden.
Bis etwa zehn Bestellungen im Monat: Eine Tabelle. Rechnungen schreibst Du von Hand, das dauert drei Minuten je Bestellung.
Ab zehn bis zwanzig: Billbee für die Rechnungen. Ab hier lohnt die Automatisierung, weil das Rechnungsschreiben sonst zur Hauptbeschäftigung wird.
Ab regelmäßiger Umsatzsteuervoranmeldung: Ein Buchhaltungsprogramm oder ein Steuerberater mit Zugriff. Spätestens hier wird die Tabelle unübersichtlich.
Der Monatsablauf
Eine Stunde, immer am selben Tag, am besten am Monatsanfang für den Vormonat.
Beide, nicht nur eine. Ablegen im Monatsordner.
Bei den meisten Anbietern gesammelt als Monatsübersicht verfügbar.
Abos, Musterbestellungen, Porto, alles was betrieblich war.
Umsätze gegen die Abrechnung, Ausgaben gegen die Belege. Am Ende muss die Auszahlung rechnerisch aufgehen.
Monatlich oder vierteljährlich, je nach Vorgabe des Finanzamts. Als Kleinunternehmer entfällt das.
Rechnungen und Abrechnungen bewahrst Du zehn Jahre auf, und zwar in der Form, in der sie entstanden sind. Eine ausgedruckte PDF-Rechnung genügt dieser Anforderung nicht, das Original ist die Datei.
Praktisch heißt das: ein Ordner je Jahr, darin je Monat, gesichert an einem zweiten Ort. Was auf einem einzigen Rechner liegt, ist nicht aufbewahrt.
Die Abschnitte dieses Kapitels
Hier liest Du nur, worum es geht. Gearbeitet wird in den Abschnitten: Dort steht der Klickweg, dort liegen die Arbeitsblätter, und dort hakst Du am Ende ab. Der nächste Abschnitt öffnet sich, sobald der vorige abgeschlossen ist.
- 19.1Welche Belege bei POD anfallen20 Minuten
- 19.2Die Etsy-Monatsabrechnung herunterladen15 Minuten
- 19.3Die Gebührenrechnung, die fast alle vergessen15 Minuten
- 19.4Die Abrechnung lesen und richtig buchen25 Minuten
- 19.5Rechnungen des Druckanbieters holen15 Minuten
- 19.6Die Steuerfälle in der Buchhaltung trennen25 Minuten
- 19.7Billbee: wofür es taugt und ab wann20 Minuten
- 19.8Lexware: die Pflichtabgaben abwickeln20 Minuten
- 19.9Der Monatsablauf in einer Stunde20 Minuten
- 19.10Aufbewahrung: zehn Jahre, richtig gemacht15 Minuten
