12.2Designs erstellen, ohne fremde Rechte zu verletzen15 Minuten
Der Vorschautest: zwei Sekunden auf dem Handy
Danach hast Du: Du hast Deinen Entwurf im Daumennagel geprüft und weißt, was zu ändern ist.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 12.2 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Der wichtigste Test in diesem Kapitel, und er dauert zwei Sekunden. Er ist der Grund, warum viele gut gestaltete Motive nichts verkaufen.
Wie Dein Motiv tatsächlich gesehen wird
Als Quadrat von etwa 150 Pixeln Kantenlänge, in einer Ergebnisliste zwischen vierzig anderen, auf einem Telefon, beim Scrollen, in ungefähr zwei Sekunden.
Nicht auf Deinem 27-Zoll-Monitor in Originalgröße, während Du zwanzig Minuten daran gearbeitet hast.
Und ein zweiter Punkt, der die Sache verschärft: Das Motiv ist auf dem Vorschaubild nicht allein. Es sitzt auf einem Shirt, das Shirt sitzt auf einem Modell, und das Motiv nimmt vielleicht ein Viertel der Fläche ein. Aus 150 Pixeln werden effektiv 70.
Der Test
- Den Entwurf in Deinem Mockup platzieren, also auf dem Produkt.
- Das Bild auf 150 Pixel Kantenlänge verkleinern.
- Zwei Sekunden ansehen, dann wegsehen.
- Aufschreiben, was Du erkannt hast: Worum geht es? Für wen ist das?
Schick Dir den Entwurf selbst per Nachricht aufs Telefon und sieh ihn in der Vorschau an, ohne ihn zu öffnen. Das entspricht der Situation ziemlich genau.
Noch besser: Zeig ihn jemandem, der nicht weiß, worum es geht, für zwei Sekunden. Was diese Person danach sagt, ist die ehrlichste Rückmeldung, die es gibt.
Die vier Gründe fürs Durchfallen
| Grund | Woran Du ihn erkennst | Was Du änderst |
|---|---|---|
| Zu klein | Text ist da, aber nicht lesbar | Motiv größer platzieren, weniger Rand |
| Zu voll | man sieht viel und erkennt nichts | Elemente streichen, bis nur das Nötige bleibt |
| Zu fein | dünne Linien verschwinden | Strichstärken erhöhen, filigrane Schriften ersetzen |
| Zu kontrastarm | das Motiv hebt sich nicht vom Produkt ab | Farbe des Motivs oder des Produkts ändern |
Grund 2 im Einzelnen: zu voll
Der häufigste, weil er sich beim Gestalten gut anfühlt.
Man hat eine Idee, ergänzt ein Element, damit es nicht so leer wirkt, ergänzt ein zweites für die Balance, und am Ende sind fünf Dinge im Bild, von denen keines mehr wirkt.
Die Gegenprobe: Streich alles außer der wichtigsten Zeile. Wenn das Motiv dann funktioniert, war der Rest Dekoration. Wenn es dann leer wirkt, fehlt der Idee etwas, und das lässt sich nicht durch Elemente ersetzen.
Grund 4 im Einzelnen: Kontrast
| Kombination | Kontrast |
|---|---|
| Schwarz auf Weiß, Weiß auf Schwarz | maximal |
| Weiß auf dunklem Farbton | hoch |
| Dunkler Farbton auf Naturweiß | hoch |
| Mittlerer Farbton auf mittlerem Grund | niedrig, fällt durch |
| Pastell auf Hellgrau | sehr niedrig |
Heather Grey und ähnliche Melangen sehen hochwertig aus und sind kontrastarm. Ein graues Motiv auf grauem Melange ist am Monitor fein und im Daumennagel unsichtbar.
Auf melierten Grundfarben gehören dunkle oder sehr helle Motive, nichts dazwischen.
Was der Test nicht prüft
Der Test prüft Erkennbarkeit, nicht Qualität. Ein banales Motiv kann den Test bestehen, ein hervorragendes durchfallen.
Beides ist nötig: Ein Motiv, das durchfällt, wird nicht angeklickt. Eines, das besteht und banal ist, wird angeklickt und nicht gekauft.
Wann Du den Test machst
Nach der ersten groben Anordnung, bevor Du Feinheiten machst. Wer erst nach drei Stunden testet, korrigiert ungern.
Ein Element hinzugefügt? Testen. Farbe geändert? Testen. Der Test kostet zwei Sekunden.
Nicht mit der Druckdatei, sondern mit dem Bild, das später im Listing steht. Das ist die einzige Ansicht, die zählt.
Zwei Sekunden, 150 Pixel, auf dem Telefon. Wenn Du dann nicht erkennst, worum es geht, ist das Motiv zu fein, zu klein oder zu voll.
Das ist der häufigste Grund, warum gute Designs nicht verkaufen: Sie werden nie angeklickt.
Aufgabe
Den Test durchführen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
