5.3Etsy-Shop eröffnen und für POD einrichten20 Minuten

Den Shopnamen wählen, ohne sich zu verbauen

Danach hast Du: Du hast einen Shopnamen, der zu Deinem Vorhaben passt, frei verfügbar ist und Dir in drei Jahren nicht im Weg steht.

Die Entscheidung, bei der man sich am längsten aufhält und die am wenigsten über den Erfolg entscheidet. Trotzdem lohnt es sich, sie einmal richtig zu treffen, weil eine spätere Änderung Reichweite kostet.

Die technischen Vorgaben

Vorgabe Wert
Länge 4 bis 20 Zeichen
Erlaubte Zeichen nur Buchstaben und Ziffern
Leerzeichen nicht erlaubt
Sonderzeichen, Umlaute nicht erlaubt
Einmalig jeder Name nur einmal auf ganz Etsy

Weil Leerzeichen fehlen, werden mehrteilige Namen zusammengeschrieben. Die Groß- und Kleinschreibung darfst Du setzen, und Du solltest sie setzen: LinaUndFaden liest sich, linaundfaden nicht.

Der Lesetest, der jeden zweiten Namen aussortiert

Schreib den Namen klein und ohne Trennung auf und lies ihn laut. Zusammengeschriebene Wörter erzeugen gelegentlich eine zweite Lesart, die man erst sieht, wenn andere darüber lachen.

Lass jemanden gegenlesen, der die beabsichtigte Bedeutung nicht kennt. Zwei Minuten, und Du hast die Peinlichkeit vermieden, die sich später nur mit Reichweiteverlust korrigieren lässt.

Die vier Kriterien

Aussprechbar

Jemand muss den Namen am Telefon nennen können, ohne ihn zu buchstabieren. Das schließt Zahlen statt Buchstaben aus und Namen mit drei gleichen Konsonanten hintereinander.

Merkbar

Wer ihn einmal gehört hat, findet ihn wieder. Zwei kurze Wörter merkt man sich, eine Wortkette aus vier nicht.

Erweiterbar

Er darf Dich nicht auf ein Produkt oder eine Nische festlegen. Das ist die häufigste Falle und der Grund für die meisten späteren Umbenennungen.

Frei

Bei Etsy verfügbar, als Domain verfügbar, in den relevanten Markenklassen nicht belegt.

Die drei Fallen

Was Dich einengt

Ein Produkt im Namen. „TassenLiebe“ ist schön, bis Du Shirts aufnimmst.

Eine Jahreszahl oder ein Ort. Bindet an einen Zeitpunkt oder einen Wohnort, und beides ändert sich.

Ein Trendwort. Was heute frisch klingt, datiert den Shop in zwei Jahren.

Was Raum lässt

Ein Gefühl oder ein Bild. Sagt etwas über die Haltung, ohne das Sortiment festzulegen.

Ein Fantasiewort. Frei von Bedeutung, dafür frei von Einschränkung, und meist noch verfügbar.

Ein Name plus Zusatz. Persönlich, unverwechselbar, in jede Richtung erweiterbar.

Und die Frage, die alles vereinfacht

Stell Dir vor, Du verkaufst in drei Jahren etwas völlig anderes als heute. Passt der Name noch?

Wenn ja, ist er gut. Wenn nein, streich ihn. Das erledigt die meisten Kandidaten in wenigen Sekunden.

Was der Name nicht leisten muss

Ein hartnäckiger Irrtum: dass Suchbegriffe in den Shopnamen gehören.

Der Shopname ist kein Rankingfaktor, auf den Du bauen solltest

Käufer suchen nach Produkten, nicht nach Shops. Ein Name wie „PersonalisierteGeschenkeShop“ verschenkt jede Wiedererkennbarkeit für einen Vorteil, der sich nicht einstellt.

Die Suchbegriffe gehören in Titel, Tags und Attribute. Dort wirken sie, und dort hast Du dreizehn Tags und über hundert Zeichen Platz.

Die Verfügbarkeit prüfen

Vier Prüfungen, zusammen fünfzehn Minuten
  1. Etsy: Beim Anlegen des Shops zeigt Etsy sofort, ob der Name frei ist.
  2. Domain: Auch wenn Du keine Website planst, sichere sie Dir. Sie kostet wenige Euro im Jahr und ist später nicht mehr zu haben.
  3. Soziale Netzwerke: Gleiche Handles reservieren, auch ohne sie zu nutzen.
  4. Markenregister: beim DPMA kostenlos recherchieren.

Die Markenprüfung

Der Schritt, den fast niemand macht und der im Ernstfall vierstellig wird.

Recherche beim DPMA
  1. Die Recherche des Deutschen Patent- und Markenamts aufrufen. Sie ist kostenlos.
  2. Deinen Namen als Suchbegriff eingeben, auch in Schreibvarianten.
  3. Auf die Klasse achten: Klasse 25 ist Bekleidung, Klasse 21 unter anderem Tassen, Klasse 16 Papierwaren.
  4. Treffer in Deinen Klassen bedeuten: anderen Namen wählen oder anwaltlich prüfen lassen.
Was ein Treffer bedeutet und was nicht

Nicht jede eingetragene Marke steht Dir im Weg. Entscheidend sind die Waren- und Dienstleistungsklassen und die Ähnlichkeit. Eine Marke in Klasse 9 für Software ist für Deine Tassen in aller Regel nicht relevant.

Ein Treffer in Deiner Klasse dagegen ist ein Grund, den Namen fallen zu lassen. Das ist billiger als jede rechtliche Auseinandersetzung.

Wenn Du später umbenennst

Etsy erlaubt eine Änderung des Shopnamens, mit Einschränkungen bei der Häufigkeit. Was sie kostet:

Was verloren geht Was bleibt
Die Shop-URL, alte Links laufen ins Leere Listings, Bewertungen und Verkaufshistorie
Wiedererkennung bei bestehenden Käufern Dein Sortiment
Verweise aus sozialen Netzwerken und von Websites Deine Statistiken

Das ist verkraftbar, aber vermeidbar. Nimm Dir die halbe Stunde jetzt.

Zum Mitnehmen

Zwanzig Ideen sammeln, gegen die drei Fallen prüfen, gegen die Zukunftsfrage prüfen, Verfügbarkeit und Markenregister prüfen. Eine halbe Stunde, und die Sache ist für Jahre erledigt.

Und der Trost für alle, die sich hier festbeißen: Kein Shop ist am Namen gescheitert, und keiner hat wegen eines guten Namens verkauft.

Aufgabe

Den Namen finden und prüfen

Mehr zum Thema im Wissensportal

Praxisleitfaden als PDFEin Shop, der auffällt79 Seiten39 Euroöffnet in neuem Tab