Kapitel 5 von 2010 Abschnitte3,3 Stunden

Etsy-Shop eröffnen und für POD einrichten

Die Einrichtung mit allen Einstellungen, die bei Print on Demand anders sind, allen voran der Fertigungspartner.

Der Shop selbst ist in zwanzig Minuten eröffnet. Was danach kommt, dauert länger und wird meistens übersprungen: die Einstellungen, ohne die ein Print-on-Demand-Shop entweder rechtlich angreifbar ist oder gegen Etsys Regeln verstößt.

Dieses Kapitel geht die Punkte in der Reihenfolge durch, in der sie im Shop auftauchen.

Die Grundeinstellungen

Beim Eröffnen fragt Etsy nach Sprache, Land und Währung. Diese drei Angaben klingen nach Formalität und sind eine Weichenstellung.

Einstellung Deutscher Markt US-Markt
Shopsprache Deutsch Englisch
Land des Shops Immer Deutschland. Das ist Dein Sitz, nicht Dein Zielmarkt.
Währung Euro US-Dollar

Die Shopsprache ist die Sprache, in der Du Deine Listings schreibst. Etsy übersetzt sie für Besucher aus anderen Ländern maschinell, und das Ergebnis ist so gut, wie maschinelle Übersetzungen eben sind. Deshalb war die Entscheidung aus Kapitel zwei wichtig: In der Sprache, die Du hier wählst, verkaufst Du.

Bei der Währung gilt: Wähle die Währung Deines Zielmarkts. Ein amerikanischer Käufer, der einen Preis in Euro sieht, rechnet um und wird misstrauisch. Etsy rechnet Dein Guthaben ohnehin um, dabei fällt eine Umrechnungsgebühr an, die in die Kalkulation gehört.

Der Fertigungspartner, ohne den nichts geht

Das ist die wichtigste Einstellung in diesem Kapitel und die, die am häufigsten fehlt.

Etsy verlangt, dass Du jeden Produktionspartner angibst, der an der Herstellung Deiner Artikel beteiligt ist. Bei Print on Demand ist das Dein Druckanbieter. Der Eintrag erfolgt einmal in den Shop-Einstellungen und wird dann bei jedem Listing zugeordnet.

Shop-Manager öffnen, dann Einstellungen und Produktionspartner

Der Bereich heißt je nach Sprachversion „Produktionspartner" oder „Production partners".

Neuen Partner anlegen

Du gibst einen Namen für Deine eigene Übersicht an, das Land der Produktion und eine kurze Beschreibung, was der Partner für Dich tut.

Die Beschreibung ehrlich formulieren

Etwa: „Druckdienstleister, der meine Designs auf Textilien druckt und direkt an die Käufer versendet." Das ist keine Werbung, sondern eine Angabe für Etsy und für Käufer.

Beim Listing zuordnen

Jedes POD-Listing bekommt beim Anlegen den Haken bei „Ein Produktionspartner ist beteiligt" und die Zuordnung. Das zeigt Kapitel fünfzehn im Detail.

Was passiert, wenn Du das weglässt

Fehlende Angaben zum Produktionspartner sind einer der häufigsten Gründe, aus denen Etsy Print-on-Demand-Listings entfernt. Es geht dabei nicht um eine Formalie: Etsy verlangt in seinen Kreativitätsstandards ausdrücklich, dass Verkäufer angeben, wenn ein Artikel von einem Produktionspartner hergestellt wird, und dass sie mitteilen, von wo aus versandt wird.

Wer das nachträglich einträgt, nachdem Listings entfernt wurden, bekommt sie nicht automatisch zurück.

Wichtig: Wenn Du mit zwei Anbietern arbeitest, etwa Printify für Textilien und einem anderen für Poster, legst Du zwei Partner an. Und wenn ein Anbieter in mehreren Ländern produziert, was bei Printify der Normalfall ist, gibst Du die Länder an, in denen tatsächlich für Dich gedruckt wird.

Die Rechtstexte

Als gewerblicher Verkäufer aus Deutschland brauchst Du vier Dinge im Shop, und alle vier prüft im Zweifel ein Wettbewerbsverband, kein Kunde.

Text Wo im Shop Besonderheit bei POD
Impressum Shop-Richtlinien, Abschnitt für gesetzliche Angaben keine
Widerrufsbelehrung Shop-Richtlinien Achtung bei Personalisierung
AGB Shop-Richtlinien Lieferzeiten des Anbieters
Datenschutzhinweise Shop-Richtlinien Weitergabe an den Druckanbieter

Zwei Punkte sind bei Print on Demand anders als bei Handgemachtem.

Der Widerruf bei personalisierten Artikeln. Wenn ein Käufer einen Namen aufdrucken lässt, ist das eine Anfertigung nach Kundenspezifikation. Das Widerrufsrecht kann dann ausgeschlossen sein. Bei einem Standarddesign ohne Personalisierung gilt es uneingeschränkt, auch wenn erst nach der Bestellung produziert wird. Der Unterschied liegt nicht darin, wann gedruckt wird, sondern ob der Kunde die Gestaltung bestimmt hat.

Die Datenweitergabe. Die Adresse Deines Käufers geht an Deinen Druckanbieter, damit der versenden kann. Bei einem Anbieter außerhalb der EU ist das eine Übermittlung in ein Drittland, und darauf müssen Deine Datenschutzhinweise hinweisen.

Versandprofile

Bei Print on Demand versendet nicht Du, sondern Dein Anbieter. Deine Versandprofile müssen deshalb dessen Zeiten abbilden, nicht Deine Wunschzeiten.

Ein Versandprofil besteht aus Bearbeitungszeit und Versanddauer. Die Bearbeitungszeit ist die Zeit bis zur Übergabe an den Versanddienst, und die bestimmt Dein Druckanbieter. Bei den meisten liegt sie zwischen zwei und fünf Werktagen, in der Vorweihnachtszeit länger.

Faustregel

Nimm die Angabe Deines Anbieters und rechne zwei Werktage drauf. Eine zu knappe Angabe führt zu verspäteten Sendungen, und Etsy misst das. Eine großzügige Angabe kostet Dich fast nichts, weil die meisten Käufer bei bedruckter Ware ohnehin nicht mit Übernachtversand rechnen.

Ob Du kostenlosen Versand anbietest, ist eine Kalkulationsfrage und keine Marketingfrage. Kostenloser Versand heißt, dass die Versandkosten in Deinem Artikelpreis stecken. Das ist auf Etsy verbreitet und wirkt sich positiv auf die Sichtbarkeit aus, aber es muss durchgerechnet sein. Kapitel achtzehn macht das.

Identitätsprüfung und Steuerangaben

Etsy prüft die Identität gewerblicher Verkäufer. Du hinterlegst dabei ein Ausweisdokument, Deine Bankverbindung und die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aus Kapitel drei.

Diese Prüfung dauert in der Regel ein bis drei Tage. Solange sie läuft, kannst Du Listings anlegen, aber keine Auszahlungen erhalten. Plan sie deshalb früh ein, nicht erst, wenn der erste Verkauf da ist.

Bevor Du weitermachst

Dein Shop ist an diesem Punkt eröffnet und eingerichtet, aber leer. Das ist gewollt. Die nächsten drei Kapitel richten die Werkzeuge ein, danach kommt in Kapitel neun die Frage, was überhaupt hineinsoll.

Wenn Du jetzt schon Lust auf ein erstes Listing hast: warte. Ein Listing, das Du vor der Nischenentscheidung anlegst, wirst Du wieder löschen.

Die Abschnitte dieses Kapitels

Hier liest Du nur, worum es geht. Gearbeitet wird in den Abschnitten: Dort steht der Klickweg, dort liegen die Arbeitsblätter, und dort hakst Du am Ende ab. Der nächste Abschnitt öffnet sich, sobald der vorige abgeschlossen ist.

Anfangen mit 5.1

  1. 5.1Konto anlegen und die drei Grundangaben15 Minuten
  2. 5.2Sprache, Land und Währung richtig setzen15 Minuten
  3. 5.3Den Shopnamen wählen, ohne sich zu verbauen20 Minuten
  4. 5.4Den Fertigungspartner anlegen, Klick für Klick25 Minuten
  5. 5.5Zahlungskonto und Identitätsprüfung20 Minuten
  6. 5.6Steuernummer und USt-IdNr. hinterlegen15 Minuten
  7. 5.7Impressum, AGB, Widerruf, Datenschutz25 Minuten
  8. 5.8Der Widerruf bei personalisierten Artikeln20 Minuten
  9. 5.9Versandprofile nach den Zeiten Deines Anbieters25 Minuten
  10. 5.10Shopseite, Profil und Richtlinien ausfüllen20 Minuten
Praxisleitfaden als PDFEin Shop, der auffällt79 Seiten39 Euroöffnet in neuem Tab