10.7Wettbewerbsanalyse ohne bezahlte Werkzeuge20 Minuten

Die Preisspanne bestimmen und einordnen

Danach hast Du: Du kennst die Preisspanne Deiner Nische, weißt, wo die starken Shops liegen, und hast Deine eigene Position bestimmt.

Der Preis ist die zweitwichtigste Zahl der Analyse. Wichtig ist dabei nicht der Durchschnitt, sondern die Verteilung.

Warum der Durchschnitt in die Irre führt

Ein Beispiel

Zehn Preise: 16, 17, 18, 18, 19, 19, 20, 34, 36, 39. Der Durchschnitt liegt bei 23,60 Euro.

Bei 23,60 verkauft in dieser Nische niemand. Es gibt zwei Gruppen, eine bei 16 bis 20 und eine bei 34 bis 39, und dazwischen ist nichts.

Notier deshalb immer drei Werte: niedrigster, höchster und der Bereich, in dem sich die Preise häufen. Bei zwei Häufungen notierst Du beide.

Die drei Muster

Muster Woran Du es erkennst Was es bedeutet
Enge Spanne alle Preise innerhalb weniger Euro Preiswettbewerb, wenig Spielraum
Weite Spanne Faktor zwei oder mehr zwischen niedrigstem und höchstem Raum für Positionierung über Qualität
Zwei Gruppen zwei Häufungen mit Lücke dazwischen zwei verschiedene Angebote im selben Suchergebnis

Das Muster mit zwei Gruppen

Das interessanteste, weil es auf einen Unterschied hinweist, den man finden kann.

Was den Unterschied macht
  1. Ein Listing aus der unteren Gruppe öffnen und eines aus der oberen.
  2. Vergleichen: Artikel, Material, Bilder, Beschreibung, Personalisierung.
  3. Notieren, was die obere Gruppe anders macht.
  4. Prüfen, ob Du das ebenfalls kannst.
Häufiger Grund für die obere Gruppe Kannst Du das?
Personalisierung, etwa mit Namen ja, siehe 7.5 und 5.8
Höherwertiges Blank ja, siehe 6.4
Echte Produktfotos statt Mockups ja, siehe Kapitel 13
Größerer Umfang, etwa ein Set ja, und günstiger als gedacht, siehe 6.7
Handgemacht statt bedruckt nein, andere Kategorie, siehe 1.2

Wo die starken Shops liegen

Die aufschlussreichste Auswertung

Markier in Deiner Tabelle die drei Shops mit den meisten Bewertungen der letzten dreißig Tage, siehe 10.3. Sieh nach, wo sie im Preisgefüge liegen.

Wenn die stärksten Shops oben liegen, ist die Nische nicht preisgetrieben. Wenn sie unten liegen, ist sie es.

Lage der stärksten Shops Was Du daraus schließt
im oberen Drittel Qualität und Gestaltung entscheiden, guter Markt für Dich
in der Mitte normaler Markt, Preis ist ein Faktor unter mehreren
im unteren Drittel Preiswettbewerb, bei POD-Marge schwierig

Deine Position

Untergrenze: Deine Kalkulation

Der Preis muss Stückkosten, Etsy-Gebühren und eine Marge tragen, siehe 1.9 und Kapitel 18. Was darunter liegt, kommt nicht in Frage, egal was der Markt macht.

Obergrenze: die Nische

Deutlich über der oberen Gruppe zu liegen, funktioniert nur mit einem sichtbaren Grund. Ohne diesen Grund wirst Du nicht angeklickt.

Dazwischen: die Entscheidung

Als neuer Shop ohne Bewertungen ist das obere Ende schwierig, weil Vertrauen fehlt. Das untere Ende ist bei POD-Marge gefährlich. Der obere Mittelbereich ist meist die richtige Antwort.

Der Fehler, der am Anfang naheliegt

Sich unter den günstigsten Anbieter zu setzen, um Verkäufe zu bekommen. Bei einer Marge von rund einem Drittel bleibt davon nichts, siehe 1.9.

Und es wirkt nicht einmal: Käufer auf Etsy suchen selten das Billigste. Wer sich unter alle setzt, wirkt eher verdächtig als günstig.

Der Versand in der Rechnung

Vergleichbar machen

Rechne alle Preise auf Gesamtpreis einschließlich Versand um, bevor Du sie vergleichst. Ein Listing für 24,90 plus 4,90 Versand liegt gleichauf mit einem für 29,90 mit kostenlosem Versand.

In der Ergebnisliste sieht das eine günstiger aus. An der Kasse nicht. Und Etsy hebt kostenlosen Versand hervor, siehe 5.9.

Was Du festhältst

Vier Zeilen
  1. Spanne von … bis …, Gesamtpreis einschließlich Versand.
  2. Häufungsbereich, oder zwei Bereiche.
  3. Wo die drei stärksten Shops liegen.
  4. Meine geplante Position und ihre Begründung.

Aufgabe

Die Spanne bestimmen

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