13.8Wie Etsys Suche bei digitalen Produkten arbeitet25 Minuten

Etsy Ads bei digitalen Produkten

Danach hast Du: Du weißt, ob Werbung für Dich in Frage kommt, und kennst die Zahl, an der Du es misst.

Werbung bei niedrigen Preisen ist eine Rechnung mit wenig Spielraum. Bei einem Produkt für 8 Euro und einem Ertrag von rund 6,90 Euro entscheidet jeder Klick.

Die Rechnung

Was ein Klick kosten darf
  1. Ertrag je Verkauf ausrechnen: Preis minus Gebühren.
  2. Kaufrate aus Abschnitt 13.4 nehmen, etwa 3 Prozent.
  3. Also braucht es etwa 33 Klicks je Verkauf.
  4. Ertrag geteilt durch 33 ergibt den Klickpreis, bei dem Du bei null herauskommst.
PreisErtragBei 3 % KaufrateKlickpreis für Kostendeckung
5 €4,20 €33 Klicks0,13 €
9 €7,70 €33 Klicks0,23 €
15 €12,80 €33 Klicks0,39 €
29 €24,60 €33 Klicks0,75 €

Die erste Zeile zeigt das Problem: Bei 13 Cent je Klick ist in den meisten Nischen keine Sichtbarkeit zu bekommen.

Deshalb rechnet Werbung bei billigen Produkten selten auf

Unter etwa 10 Euro Verkaufspreis ist der Spielraum zu klein, es sei denn, die Kaufrate liegt deutlich über dem Durchschnitt.

Wer trotzdem wirbt, zahlt drauf, und zwar dauerhaft. Das ist kein Anlaufverlust, sondern eine Rechnung, die nicht aufgeht.

Die drei Voraussetzungen

Bevor überhaupt geworben wird:

Alle drei müssen erfüllt sein
  1. Mindestens zwanzig Listings. Darunter ist die Datenbasis zu klein, und die Grundarbeit aus Abschnitt 4.6 ist nicht getan.
  2. Eine bekannte Kaufrate. Wer nicht weiß, wie oft sein Listing gekauft wird, kann den Klickpreis nicht rechnen.
  3. Listings, die organisch schon verkaufen. Werbung verstärkt, was funktioniert; sie repariert nichts.

Punkt drei ist der wichtigste. Ein Listing mit schlechter Kaufrate wird durch Werbung nicht besser, es wird nur teurer.

Wie man anfängt, wenn man anfängt

EinstellungEmpfehlung
TagesbudgetDas kleinste mögliche, meist 1 Euro
Beworbene ListingsDrei bis fünf, die bereits verkaufen
Laufzeit vor der ersten AuswertungDreißig Tage
Was Du misstUmsatz aus Werbung geteilt durch Werbeausgaben

Die dritte Zeile ist die schwerste: Nach fünf Tagen sind die Zahlen bedeutungslos, und die Versuchung, einzugreifen, ist groß.

Die Zahl, an der Du es misst

Umsatz aus Werbung geteilt durch Werbeausgaben. Bei digitalen Produkten muss dieser Wert deutlich über 1 liegen, damit sich die Sache lohnt.

unter 2lohnt bei digitalen Produkten nicht
2 bis 4tragfähig, wenn die Marge stimmt
über 4gut, ausbauen

Der Grund für die hohe Schwelle: Von jedem Euro Umsatz bleiben nach Etsy-Gebühren etwa 86 Cent. Bei einem Wert von 2 gibt man einen Euro aus, um 1,72 Euro Ertrag zu erzielen, und trägt dabei das Risiko.

Offsite Ads

Eine Besonderheit, die man kennen muss: Etsy wirbt auch außerhalb der Plattform, und wenn daraufhin ein Verkauf zustande kommt, fällt eine zusätzliche Gebühr von 12 oder 15 Prozent an.

Ob sich das lohnt

Bei einem Verkauf, der ohne diese Werbung nicht zustande gekommen wäre: ja. 85 Prozent von etwas sind mehr als 100 Prozent von nichts.

Der Ärger entsteht dort, wo der Käufer ohnehin gekauft hätte. Das lässt sich nicht unterscheiden, und ab einem bestimmten Umsatz ist die Teilnahme ohnehin verpflichtend.

Praktisch heißt das: einrechnen, nicht ärgern. In der Kalkulation aus Abschnitt 5.9 ist es ein Aufschlag, den man bei einem Teil der Verkäufe hat.

Die ehrliche Empfehlung

Für das erste Jahr: keine Werbung.

Die Zeit und das Geld sind in weiteren Listings besser angelegt. Aus Abschnitt 4.6: Vierzig Listings erzeugen einen Strom, den kein Werbebudget in dieser Größenordnung ersetzt.

Werbung ist ein Verstärker für einen Shop, der funktioniert, kein Anschieber für einen, der noch nicht läuft.

Aufgabe

Deine Werbeentscheidung treffen

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