2.10Die Wirtschaftlichkeit: warum die Marge alles verändert25 Minuten

Dein Rechenblatt ausfüllen

Danach hast Du: Du hast mit Deinen eigenen Zahlen ausgerechnet, was dieser Weg für Dich bedeutet, und eine bewusste Entscheidung getroffen.

Neun Abschnitte lang ging es um Zahlen, die für alle gelten. Dieser hier gilt nur für Dich.

Das Rechenblatt

Sechs Felder, in dieser Reihenfolge. Nimm einen Zettel oder das Arbeitsblatt unten.

Die sechs Felder
  1. Dein Monatsziel in Euro, vor Steuern. Nicht der Traum, sondern der Betrag, ab dem sich der Aufwand für Dich lohnt.
  2. Dein geplanter Preis je Produkt, aus Abschnitt 2.7.
  3. Ertrag je Verkauf: Preis minus 6,5 Prozent minus 4 Prozent minus 0,30 Euro.
  4. Nötige Verkäufe: Ziel geteilt durch Ertrag je Verkauf.
  5. Nötige Listings: Verkäufe geteilt durch 2,5.
  6. Nötige Stunden: Listings mal Deine Zeit je Produkt, anfangs drei bis fünf Stunden.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Jemand will 400 Euro im Monat, verkauft Planervorlagen zu 12 Euro und hat sechs Stunden pro Woche.

400 €Monatsziel
10,50 €Ertrag je Verkauf bei 12 €
38nötige Verkäufe
~16nötige Listings

Sechzehn Listings klingen erreichbar, und hier liegt die Falle: Diese Zahl gilt für ein eingespieltes Sortiment, in dem die Bestseller schon gefunden sind. Auf dem Weg dorthin brauchst Du mehr, weil Du nicht weißt, welche sechzehn es werden.

Realistisch sind es etwa doppelt so viele, also rund 32 Listings, bei drei Stunden je Stück knapp hundert Stunden, bei sechs Stunden pro Woche gut vier Monate Arbeit. Danach kommen die 400 Euro, aber erst, wenn die Listings auch gefunden werden, und das dauert nochmal.

Ehrlicher Zeitrahmen für dieses Beispiel: neun bis zwölf Monate.

Der Preis ist der stärkste Hebel

Dieselbe Person mit demselben Ziel, aber einem Preis von 20 Euro statt 12:

400 €Monatsziel
17,80 €Ertrag je Verkauf bei 20 €
23nötige Verkäufe
~9nötige Listings, eingespielt

Fast die Hälfte weniger Listings, für dieselbe Zahl unter dem Strich. Deshalb steht in Abschnitt 2.7, dass Du ins obere Drittel der Preisspanne gehen sollst, und deshalb ist es der erste Hebel, an dem Du drehst, wenn die Rechnung nicht aufgeht.

Der zweite Hebel ist das Bündel. Der dritte ist die gewerbliche Lizenz.

Die Entscheidung

Sieh Dir Deine sechs Zahlen an und beantworte eine Frage: Bin ich bereit, diese Stunden zu investieren, für diesen Betrag, in diesem Zeitraum?

Wenn nein

Dann ist das ein gutes Ergebnis, und Du hast zwei Stunden gebraucht statt zweihundert.

Prüf, ob ein höherer Preis oder eine andere Produktart die Rechnung ändert. Wenn nicht, ist es das falsche Modell für Dich, und das zu wissen ist etwas wert.

Wenn ja

Dann hast Du ab jetzt ein Ziel aus einer Rechnung statt aus einem Gefühl.

Schreib es auf, mit Datum, und leg es zu Deinen Unterlagen. In Monat drei, wenn die ersten vierzig Euro auf dem Konto stehen, wirst Du es wieder lesen wollen.

Der Satz, der diesem Kapitel zugrunde liegt

Digitale Produkte sind kein schnelles Geschäft und kein passives Einkommen. Sie sind ein Sortimentsgeschäft: Der Ertrag entsteht aus Menge und Zeit, nicht aus einem Treffer.

Wer das akzeptiert, hat einen erheblichen Vorteil gegenüber allen, die nach drei Monaten aufhören. Und das sind die meisten.

Was in Kapitel drei kommt

Jetzt, wo die Rechnung steht, geht es um die Frage, womit Du sie füllst. Kapitel drei geht die gefragten Produktarten einzeln durch: was sich verkauft, zu welchen Preisen, mit welchem Aufwand und wie voll die jeweilige Nische bereits ist.

Zum AusdruckenRechenblatt: Lohnt sich das für mich?Ziel, Preis, Ertrag je Verkauf, nötige Listings und Zeitaufwand auf einem Bogen zum Ausfüllen.PDF herunterladen

Aufgabe

Das Rechenblatt ausfüllen

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