Vertiefung

Etsy Produktbeschreibung schreiben: Aufbau, Einwände, Länge

Wie eine Etsy-Produktbeschreibung aufgebaut sein muss, damit sie Einwände ausräumt: die ersten Zeilen, Maße, Material, Produktionszeit, Pflege und die richtige Länge.

Von Oliver Wrase26 Min. LesezeitStand

Die Beschreibung wird von der Etsy-Suche schwächer gewichtet als Titel und Tags, von Google dagegen vollständig gelesen. Ihre eigentliche Aufgabe ist eine andere: Einwände ausräumen, bevor sie zum Abbruch führen.

Die meisten Produktbeschreibungen auf Etsy beantworten die Fragen, die niemand stellt, und lassen die offen, an denen der Kauf scheitert.

Das ist kein Stilproblem. Es ist ein Rollenproblem. Viele Verkäufer schreiben die Beschreibung, als wäre sie ein Werbetext, freundlich, atmosphärisch, mit einer kleinen Geschichte über die Werkstatt. Der Käufer steht aber an einer anderen Stelle. Er hat das Bild gesehen, den Preis gelesen und ist bereit. Was ihn jetzt noch aufhält, sind ganz konkrete Unsicherheiten: Wie groß ist das eigentlich? Passt der Name drauf? Kommt es rechtzeitig? Kann ich es waschen?

Die Beschreibung ist der Ort, an dem diese Fragen beantwortet werden. Jede unbeantwortete Frage ist ein Grund, den Tab zu schließen, und der Käufer schreibt Dir in aller Regel nicht, sondern geht weiter.

Dazu kommt eine zweite Aufgabe, die oft übersehen wird. Für die Etsy-Suche ist die Beschreibung ein Nebenfeld; Titel, Tags und Attribute wiegen dort deutlich schwerer. Für Google ist sie dagegen der Haupttext der Seite. Wer auf Etsy verkauft und die Beschreibung auf drei Zeilen kürzt, verzichtet auf den gesamten Google-Kanal.

Dieser Beitrag geht beide Aufgaben durch, und zwar in der Reihenfolge, in der Du beim Schreiben tatsächlich vorgehst.

Zwei Leser, zwei Aufgaben

Die Beschreibung wird von der Etsy-Suche schwächer gewichtet als Titel und Tags, von Google dagegen vollständig ausgewertet. Für den Menschen davor hat sie eine dritte Aufgabe, die alles andere schlägt: Einwände ausräumen. Wer nur für eine dieser drei Rollen schreibt, verliert bei den anderen beiden.

Was die Beschreibung in der Etsy-Suche wirklich leistet

Fangen wir mit der Erwartung an, die am häufigsten enttäuscht wird.

Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, man müsse die Beschreibung mit Suchbegriffen füllen, damit das Listing besser rankt. Das ist in dieser Form falsch, und es richtet Schaden an, weil dabei Texte entstehen, die kein Mensch lesen will.

Die Rangfolge der Felder in der Etsy-Suche ist relativ klar: Der Titel trägt am meisten, danach kommen die Tags, danach die Attribute und die Kategorie. Die Beschreibung fließt ein, aber sie ist kein Hebel, mit dem sich eine schwache Titel-Tag-Kombination ausgleichen ließe.

Warum das so ist: Etsy braucht ein Signal, das eindeutig zuordenbar ist. Ein Titel ist eine bewusste Entscheidung mit begrenztem Platz. Ein Fließtext von 600 Wörtern enthält zwangsläufig Begriffe, die mit dem Produkt wenig zu tun haben. Ein Suchsystem, das Beschreibungen stark gewichtet, wird von langen Texten in die Irre geführt.

Was daraus folgt: Wenn ein Suchbegriff wichtig ist, gehört er in den Titel oder in die Tags. Ihn nur in der Beschreibung unterzubringen, ist kein Ersatz.

Und was trotzdem sinnvoll ist: Die Begriffe, die im Titel stehen, sollten in der Beschreibung natürlich vorkommen. Nicht als Aufzählung am Ende, sondern weil sie das Produkt beschreiben. Ein Listing, dessen Titel „Türschild Holz personalisiert“ heißt und dessen Beschreibung diese Wörter nicht enthält, wirkt inkonsistent, auf Menschen wie auf Maschinen.

Was Du dagegen lassen solltest: Keyword-Blöcke am Textende. Also diese Absätze im Stil von „Suchbegriffe: Geschenk, Hochzeit, personalisiert, Holz, …“. Sie bringen in der Etsy-Suche nichts, sie sehen unseriös aus, und bei Google gelten sie seit Jahren als Signal für minderwertige Seiten.

Warum Google die Beschreibung vollständig liest

Hier liegt der Grund, aus dem sich Länge lohnt.

Etsy-Artikelseiten sind öffentlich und werden von Suchmaschinen erfasst. Der sichtbare Haupttext dieser Seite ist Deine Beschreibung. Titel und Tags spielen für Google eine untergeordnete Rolle. Der Seitentitel wird zwar ausgewertet, aber das inhaltliche Gewicht liegt im Text.

Was das praktisch bedeutet: Jede Frage, die Du in der Beschreibung ausformulierst, ist eine mögliche Suchanfrage bei Google. „Wie viele Zeichen passen auf ein Namensarmband“, „Holzschild wetterfest Außenbereich“, „Geschenk zur Silberhochzeit personalisiert“, solche längeren Anfragen laufen bei Etsy ins Leere, weil dort niemand ganze Sätze eintippt. Bei Google sind sie Alltag.

Warum das für Dich attraktiv ist: Der Wettbewerb um diese langen Anfragen ist niedrig. Auf Etsy konkurrierst Du mit Tausenden Listings um „Türschild“. Bei Google konkurrierst Du bei „Türschild aus Eiche mit Familiennamen wetterfest“ mit einer Handvoll Seiten.

Wie Du dafür schreibst, ohne den Text zu verbiegen: Du beantwortest die Fragen in ganzen Sätzen, statt sie in Stichpunkte zu pressen. Statt „Größe: 30 × 15 cm“ schreibst Du an einer Stelle im Text auch „Das Schild misst 30 × 15 Zentimeter und passt damit über die meisten Haustüren im Bestand.“ Der zweite Satz enthält den Kontext, nach dem gesucht wird.

Was ich empfehle: Nimm die fünf Fragen, die Dir Kunden per Nachricht am häufigsten stellen, und beantworte sie in der Beschreibung ausformuliert. Das ist gleichzeitig Einwandbehandlung und Google-Optimierung, und Du hast danach weniger Nachrichten.

Mehr zum Zusammenspiel der beiden Suchmaschinen steht im Beitrag zu Etsy-SEO.

Die ersten Zeilen entscheiden, und sind kürzer, als Du denkst

Der wichtigste Teil der Beschreibung ist der Teil, den fast niemand bewusst gestaltet.

Die Ausgangslage: In der mobilen Ansicht zeigt Etsy zunächst nur einen kurzen Ausschnitt der Beschreibung. Wer mehr lesen will, muss aufklappen. Ein großer Teil der Besucher tut das nie. Auf dem Desktop ist der sichtbare Bereich größer, aber auch dort steht der Anfang weit oben und der Rest unterhalb der Bilder.

Was daraus folgt: Die ersten zwei bis drei Zeilen sind der einzige Text, auf den Du Dich verlassen kannst. Alles danach ist Bonus für die Interessierten.

Was dort hingehört:

Was es ist. Die Produktbezeichnung, wie ein Mensch sie benutzt.

Für wen oder wofür, Anlass, Zielgruppe, Verwendung.

Die zwei Angaben, die den häufigsten Zweifel auflösen, bei den meisten Produkten sind das Größe und Material.

Ein Beispiel, wie es aussieht: „Personalisiertes Türschild aus geölter Eiche, 30 × 15 cm, mit Deinem Wunschnamen graviert. Wetterfest und für den Außenbereich geeignet.“

Ein Satz. Er beantwortet Produkt, Material, Maß, Personalisierung und die häufigste Rückfrage bei Holz im Außenbereich.

Was dort nicht hingehört: „Herzlich willkommen in meinem Shop.“ „Vielen Dank, dass Du hier vorbeischaust.“ „Alle meine Produkte werden mit viel Liebe von Hand gefertigt.“ Diese Sätze sind nicht falsch. Sie sind nur an der teuersten Stelle der Seite platziert und sagen nichts über das Produkt.

Der Test, den ich empfehle: Öffne Dein Listing auf dem Handy. Lies genau das, was ohne Antippen sichtbar ist. Wenn dort keine einzige harte Produktangabe steht, gehört der Anfang umgeschrieben.

  1. Produktbezeichnung So, wie ein Mensch sie im Gespräch benutzen würde.
  2. Anlass oder Verwendung Wofür wird es gekauft, für wen ist es gedacht.
  3. Maß und Material Die beiden Angaben, an denen die meisten Käufe hängen.
  4. Der Zusatz, der den Hauptzweifel auflöst Wetterfest, spülmaschinenfest, nickelfrei, je nach Produkt.

Acht Abschnitte einer Etsy-Produktbeschreibung in der Reihenfolge der Käuferfragen

Der Aufbau folgt den Fragen im Kopf des Käufers, nicht der Logik des Verkäufers.

Der Aufbau, der sich in der Praxis bewährt hat

Eine Reihenfolge, die Du für nahezu jedes Produkt übernehmen kannst.

  • Einstieg: was, für wen, Maß, Material
  • Details: Maße, Material, Verarbeitung, Gewicht, Lieferumfang
  • Personalisierung: Feld, Zeichenzahl, Sonderzeichen, Vorschau
  • Produktion und Lieferung
  • Pflege und Handhabung
  • Häufige Fragen aus echten Nachrichten
  • Der Shop-Teil, kurz gehalten
  • Hinweise und Rechtliches

1. Der Einstieg, zwei bis drei Zeilen. Wie eben beschrieben: Was, für wen, Maß, Material.

2. Die Details. Alle harten Angaben in kurzen Absätzen: genaue Maße, Materialien, Verarbeitung, Farben, Gewicht, was enthalten ist.

3. Die Personalisierung. Wenn es sie gibt: wo der Kunde seinen Text einträgt, wie viele Zeichen möglich sind, was mit Sonderzeichen passiert, ob es eine Vorschau gibt.

4. Produktion und Lieferung. Bearbeitungszeit, Versandart, was das für den Wunschtermin bedeutet.

5. Pflege und Handhabung. Wie das Produkt behandelt werden will, damit es hält.

6. Häufige Fragen. Drei bis sechs Punkte, die sich aus Deinen tatsächlichen Kundennachrichten ergeben.

7. Der Shop-Teil. Jetzt erst: wer Du bist, wie gefertigt wird, was Dir wichtig ist. Kurz.

8. Hinweise und Rechtliches. Was an Pflichtangaben nötig ist und was zu Rückgabe und Widerruf gilt.

Warum diese Reihenfolge: Sie folgt der Reihenfolge der Fragen im Kopf des Käufers. Er will erst wissen, ob das Produkt überhaupt passt. Dann, ob es rechtzeitig kommt. Dann, ob es hält. Erst danach interessiert ihn, wer es macht.

Und der Grund, warum ich sie so strikt empfehle: Weil sie sich als Vorlage über alle Listings ziehen lässt. Die Punkte 4, 5, 7 und 8 sind bei Dir in allen Listings weitgehend identisch. Die schreibst Du einmal und setzt sie ein. Der Aufwand pro neuem Listing schrumpft damit auf die Punkte 1 bis 3.

Einwände sammeln, bevor Du schreibst

Die produktivste halbe Stunde beim Schreiben ist die, in der Du noch nicht schreibst.

Die Leitfrage: Was könnte jemanden davon abhalten, jetzt zu kaufen?

Woher die Antworten kommen, vier Quellen, in dieser Reihenfolge:

  1. Nachrichten lesen Die letzten zwanzig Anfragen durchgehen und Fragen notieren.
  2. Retouren ansehen Jeder Rückgabegrund benennt eine unklare Angabe.
  3. Fremde Bewertungen Vor allem die mittleren bei ähnlichen Produkten.
  4. Selbst fremd lesen Was weißt Du nach dem Text immer noch nicht?

Deine Kundennachrichten. Die beste Quelle überhaupt. Jede Frage, die Dir jemand geschrieben hat, ist ein Einwand, den hundert andere hatten und nicht geschrieben haben. Geh die letzten zwanzig Nachrichten durch und notiere die Fragen.

Deine Retouren und Reklamationen. Warum kam etwas zurück? „Kleiner als gedacht“ heißt: Die Maßangabe war nicht deutlich genug oder nicht in Bezug gesetzt.

Die Bewertungen der Konkurrenz. Vor allem die mittleren. Drei- und Vier-Sterne-Bewertungen bei ähnlichen Produkten benennen genau die Punkte, die vorher unklar waren.

Der eigene Blick als Fremder. Öffne Dein Listing und tu so, als kenntest Du das Produkt nicht. Was weißt Du nach dem Lesen immer noch nicht?

Was Du mit der Liste machst: Du sortierst sie nach Häufigkeit und arbeitest sie von oben ab. Die drei häufigsten Einwände gehören in den oberen Teil der Beschreibung, nicht in einen FAQ-Block ganz unten.

Eine Beobachtung aus der Praxis: Bei personalisierten Produkten sind die vier häufigsten Einwände fast immer dieselben: Zeichenzahl, Umlaute und Sonderzeichen, Vorschau vor der Produktion, Umgang mit Tippfehlern in der Bestellung. Wenn Du nur diese vier sauber beantwortest, hast Du den größten Teil des Problems gelöst.

Maße: die häufigste Ursache für Enttäuschung

Ein eigener Abschnitt, weil dieser eine Punkt mehr Rücksendungen verursacht als alle anderen zusammen.

Gib Zahlen an, immer. „Mittelgroß“, „handlich“ oder „ordentliche Größe“ sind keine Angaben. Länge, Breite, Höhe in Zentimetern. Bei Schmuck zusätzlich in Millimetern, weil dort die Unterschiede klein sind.

Gib an, worauf sich die Zahlen beziehen. Bei einem Rahmen: Außenmaß oder Bildausschnitt? Bei einer Kette: Kettenlänge mit oder ohne Anhänger? Bei einer Tasse: Höhe mit oder ohne Henkel? Die Angabe ohne Bezug erzeugt genau die Unsicherheit, die sie beseitigen sollte.

Setz die Größe in Beziehung. „30 × 15 cm“ ist eine Zahl. „30 × 15 cm, etwa so breit wie ein DIN-A4-Blatt quer“ ist eine Vorstellung. Menschen rechnen Zentimeter nicht in Größen um, sie brauchen einen Vergleich.

Zeig es im Bild. Das ist eigentlich Aufgabe der Produktfotos, aber es gehört hier erwähnt: Ein Bild mit einem Größenvergleich, die Hand, ein bekannter Gegenstand, eine Maßangabe direkt im Bild, erspart Dir mehr Rückfragen als jeder Text.

Nenn Toleranzen, wenn es welche gibt. Bei Handarbeit, Naturmaterialien und Holz schwanken Maße. Ein Satz wie „Als Naturprodukt weicht jedes Stück in Maserung und Farbton leicht ab; die Maße können um wenige Millimeter variieren“ ist kein Nachteil. Er ist eine Erwartungssteuerung, die Dir eine Ein-Stern-Bewertung erspart.

Und bei Gewicht: Bei allem, was getragen wird, gehört das Gewicht dazu. Ein Ohrring von acht Gramm ist etwas anderes als einer von zwei.

  • Alle drei Maße in Zentimetern, bei Schmuck zusätzlich in Millimetern
  • Bezugspunkt benennen: Außenmaß, Innenmaß, mit oder ohne Anhänger
  • Einen Größenvergleich aus dem Alltag danebenstellen
  • Gewicht angeben, wenn das Produkt getragen wird
  • Fertigungstoleranzen bei Naturmaterialien offen benennen
  • Die Maße zusätzlich in einem Produktbild sichtbar machen

Material und Verarbeitung konkret benennen

Der zweite große Block der harten Angaben, und der, an dem Vertrauen entsteht oder eben nicht.

Nenn das Material beim Namen. „Holz“ ist keine Angabe. Eiche, Buche, Nussbaum, Birkensperrholz, MDF: das sind Angaben. Sie unterscheiden sich in Preis, Optik und Haltbarkeit, und wer Holz kauft, weiß das.

Bei Metall gehört die Legierung dazu. 925er Sterlingsilber, Edelstahl, vergoldetes Messing, Chirurgenstahl. Und bei allem, was am Körper getragen wird, die Frage nach Nickel. Menschen mit Allergie kaufen nichts, wo diese Angabe fehlt.

Bei Textilien die Zusammensetzung. Nicht nur wegen der Kennzeichnungspflichten, sondern weil Baumwolle und Polyester sich unterschiedlich anfühlen und unterschiedlich gewaschen werden.

Beschreib die Verarbeitung, nicht nur das Material. Ist das Schild gefräst, graviert, bedruckt oder foliert? Ist der Druck UV-beständig? Ist die Kante geschliffen oder sägerau? Diese Angaben rechtfertigen Deinen Preis. Sie sind der Grund, warum Dein Produkt nicht dasselbe ist wie das für die Hälfte.

Nenn die Oberflächenbehandlung. Geölt, gewachst, lackiert, unbehandelt. Daraus ergibt sich, ob das Produkt nach draußen darf und wie es gepflegt wird.

Und sag, was es nicht ist, wenn das eine typische Verwechslung ist. „Der Anhänger ist aus vergoldetem Edelstahl, nicht aus massivem Gold“. Dieser Satz kostet Dich keinen Verkauf, den Du sonst gehabt hättest. Er erspart Dir aber die Bewertung von jemandem, der etwas anderes erwartet hat.

Produktionszeit und Lieferung ehrlich angeben

Etsy zeigt dem Käufer einen voraussichtlichen Liefertermin, der sich aus Deiner Bearbeitungszeit und der Versandlaufzeit errechnet. Trotzdem gehört das Thema zusätzlich in den Text.

Warum doppelt: Weil der angezeigte Termin eine Spanne ist, die viele überlesen. Und weil Kunden bei personalisierten Artikeln wissen wollen, ab wann die Uhr läuft.

  • Dauer der Fertigung in Werktagen
  • Ab wann diese Zeit zählt, Bestellung oder Freigabe der Vorschau
  • Versandart und die erfahrungsgemäße Laufzeit
  • Was gilt, wenn ein fester Termin dahintersteht

Was Du schreibst:

Wie lange die Fertigung dauert, in Werktagen.

Ab wann diese Zeit zählt, ab Bestelleingang oder ab Freigabe der Vorschau. Das ist bei Personalisierung der entscheidende Punkt.

Wie versendet wird und wie lange das erfahrungsgemäß dauert.

Was gilt, wenn es zu einem bestimmten Termin da sein muss.

Der Satz, der sich bewährt hat: „Wenn Du einen festen Termin hast, schreib mir vor der Bestellung kurz, ich sage Dir ehrlich, ob es zu schaffen ist.“

Der wirkt aus zwei Gründen. Er nimmt die Angst, dass das Geschenk zu spät kommt. Und er verlagert die Terminzusage aus dem Listing in ein Gespräch, in dem Du sie kontrollieren kannst.

Was Du nicht tun solltest: die Bearbeitungszeit optimistisch ansetzen, um im Ranking der schnellen Lieferungen besser dazustehen. Eine überschrittene Zusage kostet Dich eine Bewertung und im Wiederholungsfall Deine Versandzuverlässigkeit. Eine realistische Angabe kostet Dich fast nichts, Käufer akzeptieren lange Fertigungszeiten bei Handarbeit erstaunlich bereitwillig, solange sie vorher genannt werden.

Die Einstellungen dahinter beschreibt der Beitrag zum Etsy-Versand im Detail.

Der Personalisierungsablauf gehört in die Beschreibung

Wenn Du personalisierte Produkte verkaufst, ist dieser Abschnitt der wichtigste Teil Deines Textes.

Der Grund: Personalisierung ist der Punkt, an dem der Kunde am meisten Unsicherheit hat und am wenigsten Kontrolle. Er soll etwas bestellen, das es noch nicht gibt, und dessen Aussehen von seiner eigenen Eingabe abhängt.

  1. Wo eingetragen wird Das Feld steht direkt über dem Kaufen-Button.
  2. Wie viele Zeichen Und was geschieht, wenn es mehr werden.
  3. Welche Zeichen Umlaute, Akzente, Emoji, was Deine Schrift hergibt.
  4. Vorschau und Tippfehler Wann sie kommt und was ohne Antwort gilt.

Was in den Text gehört:

Wo eingetragen wird. „Das Feld für Deinen Text findest Du direkt über dem Kaufen-Button.“ Klingt banal. Ein spürbarer Anteil der Nachrichten, die Verkäufer bekommen, lautet sinngemäß: Wo trage ich den Namen ein?

Wie viele Zeichen möglich sind. Und was passiert, wenn es mehr werden, kleinere Schrift, zweite Zeile, Rückfrage.

Welche Zeichen funktionieren. Umlaute, Akzente, Emoji, Sonderzeichen. Wenn Deine Schrift kein „ß“ hat, muss das dort stehen.

Ob es eine Vorschau gibt. Und wenn ja: wann sie kommt, worüber sie geschickt wird und was passiert, wenn der Kunde nicht antwortet.

Was bei Tippfehlern gilt. Also die unangenehme Frage. Ein klarer, freundlicher Satz, „Bitte prüf Deine Eingabe genau; ich fertige exakt so, wie es im Feld steht“, ist besser als Schweigen und besser als eine drohende Formulierung.

Die Ausrichtung, die ich empfehle: Schreib diesen Abschnitt als Ablauf in Schritten, nicht als Fließtext. Der Kunde soll auf einen Blick sehen, was wann passiert.

Die technische Einrichtung des Feldes beschreibt der Beitrag zur Personalisierung.

Pflegehinweise sind ein Verkaufsargument

Ein Abschnitt, der meistens fehlt und der mehr leistet, als man ihm zutraut.

Der offensichtliche Nutzen: Der Kunde weiß, wie er das Produkt behandelt, und es hält länger. Weniger Reklamationen, bessere Bewertungen.

Der weniger offensichtliche: Pflegehinweise signalisieren Qualität. Ein Produkt, für das es eine Pflegeanleitung gibt, wirkt wertiger als eines ohne. Der Text sagt implizit: Das hier ist etwas, das bleiben soll.

Was hineingehört, je nach Produkt:

Bei Holz: ob es in die Spülmaschine darf, wie nachgeölt wird, ob es dauerhaft nach draußen kann.

Bei Textilien: Waschtemperatur, Trockner, Bügeln, Behandlung von Drucken.

Bei Schmuck: Kontakt mit Wasser, Parfüm und Creme, Aufbewahrung, Anlaufen von Silber.

Bei Keramik: Spülmaschine, Mikrowelle, Temperaturwechsel.

Bei bedruckten Artikeln: UV-Beständigkeit, Verhalten bei Nässe.

Der Nebeneffekt bei Google: „Kann man bedruckte Tassen in die Spülmaschine“ ist eine echte Suchanfrage. Wenn Dein Listing sie beantwortet, kann es dafür gefunden werden.

Was ich empfehle: Schreib die Pflegehinweise einmal je Materialgruppe und leg sie als Textbaustein ab. Bei zehn Holzprodukten ist der Text identisch: das ist kein Nachteil, sondern richtig.

Was in den Lieferumfang gehört, und was nicht

Ein kurzer, aber teurer Punkt.

Die Regel: Sag genau, was ankommt. Und sag, was nicht mitkommt, wenn es auf den Bildern zu sehen ist.

Warum das nötig ist: Produktfotos zeigen oft Dekoration. Die Kerze neben dem Schild, die Schale unter dem Schmuck, das Geschenkband. Der Kunde erwartet, was er sieht.

Ein Satz reicht: „Geliefert wird das Schild inklusive Aufhängung. Dekoration auf den Bildern ist nicht enthalten.“

Bei Sets zusätzlich: die Stückzahl. „Set aus vier Untersetzern“ ist eindeutig. „Untersetzer-Set“ ist es nicht.

Bei allem, was Zubehör braucht: ob es dabei ist. Batterien, Schrauben, Ketten, Aufhänger, Rahmen. Ein Bild mit einem gerahmten Druck, bei dem der Rahmen nicht dabei ist, ist einer der häufigsten Streitpunkte überhaupt, und er lässt sich mit einer Zeile vermeiden.

Und bei Verpackung: Wenn Du geschenkfertig verpackst, gehört das in die Beschreibung. Es ist ein Kaufgrund. Wenn Du es nicht tust, gehört das ebenfalls hinein, weil viele es voraussetzen.

Wie lang eine Beschreibung sein sollte

Die Frage, die am häufigsten gestellt wird, und auf die es keine Zahl gibt, sondern ein Kriterium.

Das Kriterium: Die Beschreibung ist lang genug, wenn keine kaufentscheidende Frage offen bleibt. Sie ist zu lang, wenn sie Absätze enthält, die keine Frage beantworten.

  • 150–250 Wbei einfachen, selbsterklärenden Produkten
  • 300–500 Wbei Material-, Maß- und Pflegefragen
  • 500–800 Wbei Personalisierung, Sets und Abläufen

Die Größenordnungen, die sich in der Praxis einstellen:

Bei einfachen, selbsterklärenden Produkten, ein Aufkleber, eine Karte, reichen 150 bis 250 Wörter.

Bei Produkten mit Material-, Maß- und Pflegefragen, Schmuck, Holz, Keramik, sind 300 bis 500 Wörter üblich.

Bei personalisierten und erklärungsbedürftigen Artikeln, bei Sets und bei allem mit Ablauf sind 500 bis 800 Wörter angemessen.

Was gegen Kürze spricht: Google. Eine Beschreibung mit drei Zeilen hat keine Chance, für längere Anfragen gefunden zu werden.

Was gegen übermäßige Länge spricht: Nichts an der Länge selbst, sondern an dem, womit Länge meistens erzeugt wird. Wiederholungen, Shop-Philosophie, Keyword-Listen. Diese Absätze verwässern den Text und verschieben die relevanten Angaben nach unten.

Der Kompromiss, der beides löst: Struktur. Ein langer Text mit klaren Zwischenüberschriften wird nicht als lang empfunden, weil der Leser springt. Ein gleich langer Text als Textblock schreckt ab.

Struktur schlägt Prosa

Wie ein Text aussieht, entscheidet darüber, ob er gelesen wird.

Kurze Absätze. Zwei bis vier Zeilen. Auf dem Handy wird aus einem Absatz von fünf Zeilen schnell ein Block von zwölf.

Leerzeilen zwischen den Blöcken. Sie kosten nichts und machen den Unterschied zwischen einer Textwand und einem lesbaren Text.

Zwischenüberschriften. Etsy erlaubt keine echten Überschriften, aber Großbuchstaben funktionieren: MASSE UND MATERIAL, PERSONALISIERUNG, LIEFERZEIT, PFLEGE. Sparsam eingesetzt sind sie das wirksamste Gliederungsmittel im Beschreibungsfeld.

Aufzählungen mit einfachen Zeichen. Ein Bindestrich oder ein Punkt am Zeilenanfang, gefolgt von einem Leerzeichen. Etsy rendert daraus keine Liste, aber optisch entsteht eine.

Die wichtigsten Angaben nach oben. Innerhalb jedes Blocks gilt dieselbe Regel wie für den Text insgesamt.

Was Du vermeiden solltest: Blöcke aus Sonderzeichen als Trenner, sehr viele Emoji, komplette Absätze in Großbuchstaben. Sie wirken auf dem Handy laut und drängen die Angaben nach unten.

Welche Formatierung Etsy zulässt

Kurz und praktisch, weil daran regelmäßig Zeit verloren geht.

Nur Umbrüche gliedern

Fettung, Schriftgrößen, Farben und HTML stehen nicht zur Verfügung. Zeilenumbrüche und Leerzeilen sind das eigentliche Werkzeug, dazu sparsam gesetzte Unicode-Zeichen. Text aus einer Textverarbeitung bringt unsichtbare Zeichen mit.

Das Beschreibungsfeld nimmt reinen Text. Fettung, Kursivsatz, Schriftgrößen, Farben und Verlinkungen stehen nicht zur Verfügung. Wer HTML einfügt, sieht das HTML.

Zeilenumbrüche und Leerzeilen werden übernommen. Das ist das eigentliche Werkzeug.

Sonderzeichen funktionieren, solange sie Unicode sind. Ein „•“, ein „→“ oder ein „✓“ lassen sich als Aufzählungszeichen einsetzen. Sparsam, sonst wird es unruhig.

Was Du beim Kopieren beachten solltest: Text aus einem Textverarbeitungsprogramm bringt manchmal typografische Anführungszeichen, geschützte Leerzeichen und unsichtbare Zeichen mit. Wenn eine Beschreibung nach dem Einfügen seltsam umbricht, liegt es fast immer daran. Der Umweg über einen einfachen Texteditor löst das.

Externe Links gehören nicht in die Beschreibung. Etsy untersagt es, Käufer aus der Plattform heraus auf eigene Verkaufskanäle zu lenken. Das ist kein Graubereich. Es ist ein Verstoß gegen die Verkäufer-Richtlinie und kann Dein Listing kosten.

Die Shop-Geschichte: wohin sie gehört

Damit kein Missverständnis entsteht. Die persönliche Ebene ist nicht überflüssig. Sie steht nur an der falschen Stelle, wenn sie oben steht.

Warum sie wirkt: Auf Etsy kaufen Menschen bewusst nicht bei einem anonymen Händler. Die Person hinter dem Produkt ist Teil des Werts. Wer erzählt, wie und wo gefertigt wird, verkauft mehr als jemand, der es nicht tut.

Warum sie trotzdem nach unten gehört: Weil sie kein Einwand ist. Niemand bricht einen Kauf ab, weil er nicht weiß, seit wann Du in Deiner Werkstatt arbeitest. Aber viele brechen ab, weil sie die Maße nicht finden.

Wie lang: drei bis fünf Sätze. Konkret, nicht pathetisch. Wo Du arbeitest, seit wann, was Dir am Material wichtig ist, was Du selbst machst.

Was besser wirkt als Adjektive: Details. „Jedes Schild wird bei mir in Siegen auf einer CNC-Fräse gefräst und anschließend von Hand geschliffen und geölt“ sagt mehr als „mit viel Liebe handgefertigt“.

Und der richtige Ort für die lange Fassung: der Über-mich-Bereich des Shops. Dort ist Platz dafür, und dort wird sie von Leuten gelesen, die sich dafür interessieren.

Was nicht in die Beschreibung gehört

Eine kurze Liste dessen, was regelmäßig Platz kostet oder Ärger macht.

  • Keyword-Blöcke am Ende des Textes
  • Externe Links und Hinweise auf einen Shop außerhalb von Etsy
  • Preisvergleiche mit anderen Anbietern
  • Rabattversprechen, die im Listing nicht greifen
  • Drohende Formulierungen zu Rückgaben
  • Ganze Absätze mit der Bitte um eine Bewertung
  • Zusagen, die Du nicht jederzeit halten kannst

Keyword-Blöcke. Bringen bei Etsy nichts und schaden bei Google.

Externe Links und Hinweise auf den eigenen Shop außerhalb von Etsy. Verstoß gegen die Verkäufer-Richtlinie.

Preisvergleiche mit anderen Anbietern. Wirken defensiv und laden zum Vergleichen ein.

Rabattversprechen, die im Listing nicht einlösbar sind. Wer im Text „10 % bei Bestellung von zwei Stück“ schreibt, ohne dass das automatisch greift, produziert Nachrichten und Enttäuschung.

Drohende Formulierungen. „Keine Rücknahme bei falscher Eingabe, das ist Ihr Problem.“ Der Inhalt kann richtig sein, der Ton kostet Verkäufe.

Ganze Absätze zur Bewertungsbitte. Ein Satz reicht, und er wirkt nach dem Kauf besser als davor.

Angaben, die Du nicht halten kannst. Jede Zusage im Text ist eine Zusage. „Versand am selben Tag“ gilt auch samstags um 23 Uhr.

Rechtliche Pflichtangaben in der Beschreibung

Ein Bereich, in dem ich Dir keine verbindliche Auskunft geben kann, aber die Fragen benennen, die sich stellen.

Warum das Thema hier auftaucht: Etsy sieht nicht für jede Pflichtangabe ein eigenes Feld vor. Was kein Feld hat, landet in der Beschreibung.

Was je nach Produktgruppe in Frage kommt:

Angaben zum Hersteller und zur verantwortlichen Person in der EU nach der Produktsicherheitsverordnung.

Grundpreisangaben bei Produkten, die nach Gewicht, Volumen oder Länge verkauft werden.

Textilkennzeichnung bei Bekleidung und Heimtextilien.

Hinweise zu Warnpflichten bei Produkten, die für Kinder in Frage kommen.

Angaben zu Batterien und Elektronik, wenn solche Teile enthalten sind.

Und der Punkt, der personalisierte Artikel betrifft: Bei Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden, kann das Widerrufsrecht ausgeschlossen sein. Ob das in Deinem Fall greift, hängt an Details der Ausgestaltung, und der Ausschluss muss korrekt kommuniziert werden. Das ist eine Rechtsfrage, keine Praxisfrage. Lass sie anwaltlich prüfen, bevor Du Dich darauf stützt. Die Zusammenhänge beschreibt der Beitrag zu Retouren und Widerruf.

Was ich empfehle: Klär einmal für Deine Produktgruppen, was gilt, und bau die Angaben als festen Baustein in Deine Beschreibungsvorlage ein. Dann steht es überall und Du musst nicht jedes Mal daran denken.

Textbausteine, die Du wiederverwenden kannst

Der Teil, der aus einer Stunde je Listing zwanzig Minuten macht.

Die Idee: Etwa die Hälfte jeder Beschreibung ist bei Dir in allen Listings identisch oder fast identisch. Diese Hälfte schreibst Du einmal ordentlich und legst sie ab.

Baustein, einmal geschrieben

Gilt für eine Produktgruppe oder den ganzen Shop.

  • Produktion und Lieferzeit
  • Pflegehinweise je Material
  • Ablauf der Personalisierung
  • Verpackung, Rechtliches, Shop-Absatz

Individuell je Listing

Der Teil, der sich unterscheiden muss.

  • Die ersten Zeilen
  • Die harten Detailangaben
  • Die produktbezogenen Fragen

Welche Bausteine das sind:

Produktion und Lieferzeit, einmal je Produktgruppe.

Pflegehinweise, einmal je Material.

Ablauf der Personalisierung, einmal je Personalisierungsart.

Verpackung und Geschenkoption, einmal für den ganzen Shop.

Rechtliche Hinweise, einmal für den ganzen Shop.

Der Shop-Absatz, einmal für den ganzen Shop.

Wo Du sie ablegst: In einer einfachen Textdatei, nicht in einem formatierenden Programm. Der Grund steht oben: unsichtbare Zeichen.

Was individuell bleibt: die ersten Zeilen, die Detailangaben und die produktbezogenen Fragen. Also genau der Teil, der sich unterscheiden muss.

Der Nebeneffekt: Wenn sich etwas ändert, eine längere Lieferzeit, eine neue Pflichtangabe, weißt Du genau, welcher Baustein betroffen ist, und kannst ihn in allen Listings gezielt tauschen. Wie Du dabei vorgehst, steht im Beitrag zum Überarbeiten bestehender Listings.

Beschreibungen testen und messen

Der Teil, den fast niemand macht, und der aus Meinung Wissen macht.

Das Problem: Die Wirkung einer Beschreibung lässt sich nicht direkt messen. Etsy zeigt Dir keine Kennzahl „Beschreibung gelesen“.

Was Du stattdessen misst: die Conversion des Listings, also das Verhältnis von Aufrufen zu Bestellungen. Wenn ein Listing viele Aufrufe und wenige Käufe hat, liegt das Problem hinter dem Klick: bei Bildern, Preis, Versandkosten oder eben der Beschreibung.

Wie Du vorgehst:

Notiere Aufrufe und Bestellungen des Listings über einen Zeitraum, der mindestens ein paar hundert Aufrufe umfasst.

Änder die Beschreibung: aber nur sie. Nicht gleichzeitig Titel, Preis und Bilder.

Warte denselben Zeitraum ab.

Vergleich die Werte, und berücksichtige dabei die Saison.

Warum das schwierig ist: Die Fallzahlen sind bei den meisten Shops klein. Bei fünfzig Aufrufen im Monat ist jeder Unterschied Zufall. Deshalb lohnt sich dieses Vorgehen nur bei Deinen stärksten Listings.

Der bessere Indikator für den Alltag: Die Zahl der Kundennachrichten mit Rückfragen. Wenn Du eine Frage in die Beschreibung aufnimmst und sie danach nicht mehr gestellt wird, hat der Text funktioniert. Das ist keine Statistik, aber es ist eine belastbare Rückmeldung.

Wo Du die Zahlen findest, beschreibt der Beitrag zur Shop-Statistik.

Der Schreibablauf in einer halben Stunde

Zum Mitmachen, für das nächste Listing.

  1. Einwände sammeln Fünf Fragen aufschreiben, die zu diesem Produkt kommen.
  2. Harte Angaben Maße nachmessen, wiegen, Lieferumfang auflisten.
  3. Einstieg schreiben Zwei bis drei Zeilen, danach einmal laut lesen.
  4. Bausteine setzen Detailblöcke schreiben, dann auf dem Handy prüfen.

Minute 1 bis 5, Einwände sammeln. Fünf Fragen aufschreiben, die zu diesem Produkt gestellt werden könnten. Kundennachrichten durchsehen, wenn es welche gibt.

Minute 5 bis 10, die harten Angaben zusammentragen. Maße nachmessen, Material notieren, Gewicht wiegen, Lieferumfang auflisten. Nicht schätzen.

Minute 10 bis 15, den Einstieg schreiben. Zwei bis drei Zeilen. Was, für wen, Maß, Material. Danach einmal laut lesen.

Minute 15 bis 25, die Detailblöcke schreiben. Details, Personalisierung, produktbezogene Fragen. Die Bausteine für Lieferung, Pflege, Shop und Rechtliches einsetzen.

Minute 25 bis 30, prüfen. Auf dem Handy ansehen. Den sichtbaren Ausschnitt kontrollieren. Auf Tippfehler durchgehen. Prüfen, ob eine der fünf Fragen aus Minute 1 unbeantwortet geblieben ist.

Was Du danach hast: einen Text, der die relevanten Fragen beantwortet, für Google auswertbar ist und beim nächsten Listing zur Hälfte schon fertig vorliegt.

Die Kurzfassung

Die Punkte, auf die es ankommt.

Die Beschreibung rankt nicht, sie verkauft. In der Etsy-Suche wiegt sie deutlich weniger als Titel und Tags. Wichtige Begriffe gehören dorthin, nicht in einen Keyword-Block am Textende.

Für Google ist sie der Haupttext. Ausformulierte Antworten auf konkrete Fragen sind der Weg zu längeren Suchanfragen mit wenig Wettbewerb.

Die ersten zwei bis drei Zeilen sind der einzige Text, auf den Du Dich verlassen kannst. Dort stehen Produkt, Verwendung, Maß und Material, keine Begrüßung.

Schreib gegen Einwände, nicht über das Produkt. Die Fragen aus Deinen Kundennachrichten sind die beste Gliederung, die es gibt.

Maße, Material, Produktionszeit, Personalisierungsablauf und Pflege sind die fünf Blöcke, an denen die meisten Käufe hängen.

Die halbe Beschreibung ist wiederverwendbar. Bausteine anlegen, einmal ordentlich schreiben, überall einsetzen.

Mein Fazit zu Etsy-Produktbeschreibungen

Die Beschreibung ist kein Werbetext, sondern eine Liste beantworteter Fragen, und genau deshalb wirkt sie.

Was ich in den Shops, in die ich Einblick hatte, immer wieder gesehen habe: Die Beschreibung wird zuletzt geschrieben, in Eile, und besteht dann aus einer freundlichen Begrüßung, drei Adjektiven und einer Maßangabe irgendwo in der Mitte. Das ist der Text, der die meiste Arbeit macht und am wenigsten Beachtung bekommt.

Was ich Dir konkret mitgeben will:

Fang mit den Einwänden an, nicht mit dem Text. Zwanzig Kundennachrichten durchzusehen bringt Dir mehr als jede Formulierungshilfe.

Behandle die ersten drei Zeilen wie eine Anzeige. Sie sind der einzige Teil, den viele lesen.

Nimm Maße ernst. Wenn Du in diesem ganzen Beitrag nur eine Sache umsetzt, dann vollständige Maßangaben mit Bezugspunkt und einem Vergleich aus dem Alltag.

Schreib für Google, indem Du für Menschen schreibst. Ausformulierte Antworten in ganzen Sätzen sind beides.

Bau Dir Bausteine. Der Aufwand fällt einmal an, die Ersparnis bei jedem weiteren Listing.

Und lass die Rechtsfragen prüfen. Pflichtangaben und der Ausschluss des Widerrufsrechts bei Sonderanfertigungen sind nichts, was man nach Gefühl entscheidet.

Wenn Du Dir am Ende unsicher bist, ob der Text gut genug ist, hilft eine einzige Frage: Würde jemand, der das Produkt nicht kennt, nach dem Lesen noch etwas fragen müssen? Wenn ja, weißt Du, was fehlt.

Häufige Fragen zu Etsy-Produktbeschreibungen

Muss ich die Suchbegriffe aus dem Titel in der Beschreibung wiederholen? Sie sollten natürlich vorkommen, weil sie das Produkt beschreiben. Eine gezielte Wiederholung zur Ranking-Verbesserung bringt in der Etsy-Suche wenig, für Google ist der Zusammenhang dagegen sinnvoll.

Ist eine sehr lange Beschreibung schädlich? Nicht die Länge selbst. Schädlich ist, wenn Länge durch Wiederholungen und Füllabsätze entsteht und die relevanten Angaben nach unten drückt. Ein langer, klar gegliederter Text ist unproblematisch.

Darf ich in der Beschreibung auf meinen eigenen Onlineshop verweisen? Nein. Etsy untersagt es, Käufer aus der Plattform heraus auf eigene Verkaufskanäle zu lenken. Das ist ein Verstoß gegen die Verkäufer-Richtlinie.

Wie gehe ich mit Beschreibungen in mehreren Sprachen um? Etsy bietet Übersetzungen für Listings an. Wichtig ist, dass die harten Angaben, Maße, Material, Fristen, in jeder Fassung stimmen. Maschinell übersetzte Pflegehinweise gehören gegengelesen.

Sollte ich Emoji verwenden? Sparsam als Gliederungszeichen ist unkritisch. Ganze Zeilen aus Emoji wirken auf dem Handy unruhig und verdrängen Inhalt.

Was mache ich, wenn ich hundert Listings habe? Nicht alle auf einmal. Sortier nach Aufrufen und überarbeite die zwanzig stärksten zuerst. Dort wirkt jede Verbesserung am meisten.

Ändert sich das Ranking, wenn ich die Beschreibung überarbeite? In der Regel nicht spürbar, weil die Beschreibung schwach gewichtet wird. Was sich ändert, ist die Conversion, und die wirkt mittelbar auf die Sichtbarkeit.

Wie oft sollte ich Beschreibungen überarbeiten? Anlassbezogen: wenn sich Lieferzeiten, Materialien oder Rechtslage ändern, und wenn eine Frage wiederholt gestellt wird. Ein fester Turnus ist unnötig.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Etsy-Produktbeschreibung sein?

Es gibt keine feste Zahl. Sinnvoll ist die Länge, die alle Kaufeinwände beantwortet und nichts Überflüssiges enthält. In der Praxis liegen gute Beschreibungen bei einfachen Produkten zwischen 150 und 300 Wörtern, bei erklärungsbedürftigen und personalisierten Artikeln bei 400 bis 700 Wörtern. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob eine offene Frage übrig bleibt.

Zählt die Beschreibung für das Etsy-Ranking?

Sie fließt ein, aber schwächer als Titel, Tags und Attribute. Für die Etsy-Suche ist sie ein Nebenfeld. Für Google ist sie der Haupttext der Seite und wird vollständig ausgewertet. Dort entscheidet sie mit darüber, ob Dein Listing zu längeren Suchanfragen gefunden wird.

Was gehört in die ersten Zeilen?

Was das Produkt ist, für wen es gedacht ist, welche Größe und welches Material. In der mobilen Ansicht sieht der Käufer zunächst nur einen kurzen Ausschnitt, bevor er aufklappen muss. Begrüßungen, Shop-Geschichten und Versandhinweise verschwenden diesen Platz.

Kann ich in der Etsy-Beschreibung formatieren?

Nur eingeschränkt. Etsy nimmt reinen Text an; Fettung, Kursivsatz und echte Aufzählungszeichen stehen nicht als Formatierung zur Verfügung. Struktur erzeugst Du über kurze Absätze, Leerzeilen, Großbuchstaben für Zwischenüberschriften und einfache Trennzeichen am Zeilenanfang.

Soll dieselbe Beschreibung in mehreren Listings stehen?

Der technische Teil, Material, Pflege, Versand, Ablauf der Personalisierung, darf und soll sich wiederholen. Der obere Teil, der das konkrete Produkt beschreibt, gehört je Listing eigenständig geschrieben. Zehn identische Beschreibungen für zehn verschiedene Produkte sind ein Zeichen dafür, dass die Einwände nicht produktbezogen beantwortet werden.

Muss ich rechtliche Angaben in die Beschreibung schreiben?

Pflichtangaben wie Grundpreis bei bestimmten Produkten, Herstellerangaben nach der Produktsicherheitsverordnung oder Hinweise nach der Textilkennzeichnung können je nach Produktgruppe erforderlich sein. Was in Deinem Fall gilt, gehört anwaltlich geprüft. Die Beschreibung ist der Ort, an dem solche Angaben landen, wenn Etsy kein eigenes Feld dafür vorsieht.

Offizielle Quellen

Alle Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die offizielle Etsy-Dokumentation. Etsy kann Regeln und Gebühren jederzeit ändern. Im Zweifel gilt immer die Originalquelle.

Fragen zu Deinem Etsy Shop?

Schreib mir kurz, wo Dein Shop steht. Ich schaue ihn mir an und sage Dir, wo die größten Hebel liegen.