12.7Designs erstellen, ohne fremde Rechte zu verletzen30 Minuten

Ein Textmotiv aufbauen, Schritt für Schritt

Danach hast Du: Du hast ein vollständiges Textmotiv gebaut, vom Satz bis zur exportierten Druckdatei.

Neun Schritte, rund eine Stunde beim ersten Mal, später zwanzig Minuten. Der Ablauf gilt für alle vier Arten aus 12.1.

Schritt 1: Die Aussage

Erst der Satz, dann die Gestaltung

Schreib auf, was das Motiv sagen soll, als vollständigen Satz in eigenen Worten. Aus Deiner Idee aus 9.6.

Wer mit dem Öffnen des Programms anfängt, gestaltet einen Satz, der noch nicht feststeht, und ändert ihn dreimal.

Und die Erinnerung aus 1.4: Der Satz muss von Dir stammen. Ein aufgeschnappter Spruch gehört möglicherweise jemand anderem, und ausgerechnet die bekannten sind die riskanten.

Schritt 2: Kürzen

Streich jedes Wort, das nicht getragen wird

Füllwörter, Artikel, Abschwächungen. Ein Motiv ist keine Prosa.

Prüf, ob die Hälfte reicht

Häufig trägt der zweite Teil des Satzes die Aussage und der erste erklärt sie nur. Der zweite allein ist stärker.

Zähl die Wörter

Für ein Shirt: höchstens sechs bis acht. Darüber wird es im Daumennagel unlesbar, siehe 12.2. Für ein Poster darf es mehr sein.

Schritt 3: In Zeilen zerlegen

Die Regel für den Umbruch

Umbrich nach Sinneinheiten, nicht nach Zeilenlänge. Was zusammengehört, bleibt zusammen.

Und markier das wichtigste Wort. Es bekommt in Schritt 5 die größte Schrift und trägt das ganze Motiv.

Schlecht umgebrochen

Zeile 1: „Ich bin Hebamme, was“
Zeile 2: „ist Deine Superkraft“

Der Umbruch zerreißt den Satz an einer beliebigen Stelle. Beim Lesen stolpert man.

Gut umgebrochen

Zeile 1: „Ich bin Hebamme“
Zeile 2: „was ist Deine“
Zeile 3: „Superkraft“

Jede Zeile ist eine Einheit. Und „Superkraft“ steht allein, dadurch wird es das betonte Wort.

Schritt 4: Die Schriften wählen

Regel Warum
Höchstens zwei Schriften drei wirken unruhig, vier zufällig
Die zwei müssen sich deutlich unterscheiden zwei ähnliche Schriften wirken wie ein Fehler
Eine trägt, eine ergänzt die auffällige für ein bis zwei Wörter, die ruhige für den Rest
Beide mit kommerzieller Lizenz siehe 12.9, der teuerste Fehler in diesem Kapitel
Keine haarfeinen Schriften siehe 12.5, sie brechen im Druck auf dunkler Ware auf

Schritt 5: Größen setzen

Die Hierarchie

Ein Wort ist das größte. Zwei bis drei sind mittel. Der Rest ist klein.

Der Unterschied muss deutlich sein, mindestens Faktor zwei zwischen groß und klein. Kleine Unterschiede wirken nicht wie Absicht, sondern wie Unentschlossenheit.

Schritt 6: Anordnen

Eine Ausrichtung, nicht drei

Alles zentriert oder alles linksbündig. Gemischt wirkt es zufällig. Zentriert ist bei Shirtmotiven der Normalfall.

Gleichmäßige Zeilenabstände

Bei unterschiedlichen Schriftgrößen sieht gleicher Abstand ungleich aus. Optisch ausgleichen, nicht rechnerisch.

Die Silhouette prüfen

Ein Motiv hat eine Umrissform. Ein Block wirkt anders als ein Dreieck oder eine Raute. Diese Form ist das Erste, was im Daumennagel wahrgenommen wird.

Schritt 7: Farbe

Regel Begründung
Höchstens zwei Farben plus Grundton mehr wirkt unruhig und druckt schlechter
Zwei Varianten: hell und dunkel siehe 12.4 und 12.5
Keine Verläufe auf dunkler Ware siehe 12.5
Kontrast prüfen im Daumennagel siehe 12.2

Schritt 8: Der Vorschautest

Jetzt, nicht am Ende. Der vollständige Test steht in 12.2: auf 150 Pixel verkleinern, zwei Sekunden ansehen, aufschreiben, was erkannt wurde.

Wenn er durchfällt

Zurück zu Schritt 2 und weiter kürzen, oder zu Schritt 5 und den Größenunterschied verstärken. Nicht zu Schritt 7 und die Farbe ändern, das ist selten die Ursache.

Schritt 9: Export

Nach 12.3 und 12.4
  1. Weiße Hintergrundebene ausblenden oder löschen.
  2. Als PNG exportieren, mit Transparenz.
  3. In Enddruckgröße bei 300 dpi, Werte aus dem Anbieterkatalog.
  4. Farbraum RGB.
  5. Über farbigem Grund prüfen: keine weiße Fläche, kein heller Saum.
  6. Die zweite Farbvariante ebenso exportieren.

Der Zeitaufwand

10 Min.Schritte 1 bis 3, Satz und Umbruch
30 Min.Schritte 4 bis 7, die Gestaltung
5 Min.Test und Export
15 Min.Rechteprüfung, siehe 12.8 und 12.9
Was beim zweiten Motiv schneller geht

Die Schriftwahl. Wenn Du zwei Schriften gefunden hast, die zu Deiner Nische passen, benutzt Du sie für alle Motive. Das spart Zeit und macht den Shop wiedererkennbar.

Zwei Schriften, eine Farbwelt, ein Aufbauprinzip: Das ist der Unterschied zwischen einem Shop und einer Sammlung von Dateien.

Zum AusdruckenDesignprüfung und RechtelageZwei Seiten je Design: die technischen Vorgaben zum Abhaken, die Rechteprüfung mit sieben Fragen, die DPMA-Recherche und die Lizenzablage.PDF herunterladen

Aufgabe

Ein Motiv bauen

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