12.6Designs erstellen, ohne fremde Rechte zu verletzen20 Minuten

Womit Du gestaltest: die Werkzeuge im Vergleich

Danach hast Du: Du hast ein Werkzeug ausgewählt, das die vier Mindestanforderungen erfüllt, und kennst seine Lizenzlage.

Vorweg der Satz, der diesen Abschnitt kurz machen könnte: Die Gestaltung entscheidet, nicht das Programm. Trotzdem muss das Programm vier Dinge können.

Die vier Mindestanforderungen

Nr. Anforderung Warum
1 Arbeiten in Enddruckgröße bei 300 dpi siehe 12.3
2 Export als PNG mit echter Transparenz siehe 12.4
3 Eigene Schriften einbinden sonst bist Du auf den mitgelieferten Bestand beschränkt
4 Klare Lizenzlage für enthaltene Elemente der Punkt, der am häufigsten fehlt

Die Werkzeuge

Werkzeug Stärke Schwäche Für wen
Canva schnell zu lernen, große Vorlagenbibliothek transparentes PNG nur in der kostenpflichtigen Version Einstieg, Textmotive
Kittl auf Print on Demand zugeschnitten, nimmt typografische Entscheidungen ab Abo, weniger Freiheit als ein Grafikprogramm Textmotive mit Anspruch
Affinity Designer Vektor, Einmalkauf, voller Funktionsumfang Einarbeitung nötig wer dauerhaft gestaltet
Photoshop Standard, alles möglich Abo, pixelbasiert, Einarbeitung wer es ohnehin nutzt
Inkscape kostenlos, Vektor Bedienung gewöhnungsbedürftig kostenbewusst, technisch geduldig
GIMP kostenlos, pixelbasiert für Typografie unbequem Bildbearbeitung, weniger Gestaltung

Vektor oder Pixel

Vektor

Affinity Designer, Inkscape, teilweise Kittl.

Beliebig skalierbar. Ein Motiv passt auf Tasse und Poster, ohne neu gebaut zu werden. Das ist bei mehreren Artikelarten aus 11.9 ein echter Vorteil.

Schrift ist von Haus aus Vektor, deshalb ist es für Textmotive der natürliche Weg.

Pixel

Photoshop, GIMP, Canva.

Gebunden an die Größe, in der gearbeitet wurde. Wer für ein Shirt gestaltet und später ein Poster will, arbeitet erneut oder verliert Qualität, siehe 12.3.

Dafür stärker bei Fotos, Texturen und Effekten.

Die Empfehlung

Für Textmotive: ein Vektorprogramm, wenn Du bereit bist, Dich einzuarbeiten. Sonst das Werkzeug, mit dem Du am schnellsten zu einem Ergebnis kommst.

Ein fertiges Motiv in Canva schlägt ein halbfertiges in Affinity. Das Programm zu wechseln ist später jederzeit möglich, ein nicht existierendes Listing verkauft nie.

Die Lizenzfrage bei den Elementen

Der Punkt, an dem die Werkzeugwahl juristisch wird.

Nicht alles im Programm ist für Deinen Zweck freigegeben

Vorlagen, Grafiken, Schriften und Fotos, die ein Werkzeug mitliefert, unterliegen eigenen Lizenzbedingungen. Diese unterscheiden häufig zwischen privater Nutzung, kommerzieller Nutzung und Weiterverkauf auf physischen Produkten.

Die dritte Stufe ist die, die Du brauchst, und sie ist nicht überall enthalten.

Was Du prüfst Wo es steht
Ist kommerzielle Nutzung erlaubt? Lizenzbedingungen des Anbieters
Ist der Verkauf auf Produkten erlaubt? meist ein eigener Absatz, oft „Print on Demand“ oder „Merchandise“
Gibt es Ausnahmen für bestimmte Elemente? häufig bei Vorlagen, Schriften und Stockfotos
Braucht es eine Namensnennung? bei manchen kostenlosen Beständen
Der sichere Weg

Vorlagen nicht übernehmen, sondern nur als Anregung nutzen. Ein Motiv, das Du aus eigenen Elementen und einer lizenzierten Schrift aufbaust, hat dieses Problem nicht.

Und es löst zugleich die Originalitätsfrage aus 1.4: Eine übernommene Vorlage ist keine eigene gestalterische Leistung.

Schriften

Der am meisten unterschätzte Punkt im ganzen Kapitel

Eine kostenlose Schrift ist nicht automatisch für gewerbliche Nutzung frei. Viele sind ausdrücklich nur für private Nutzung freigegeben, und die Einschränkung steht im Kleingedruckten.

Bei Google Fonts ist die Lage klar, dort ist gewerbliche Nutzung erlaubt. Bei Schriften von Portalen mit kostenlosen Downloads gehört die Lizenz gelesen und gesichert, siehe 12.9.

Was Du zusätzlich brauchst

Werkzeug Wofür Kosten
Bildbetrachter mit Transparenzanzeige Prüfung aus 12.4 kostenlos
Mockup-Werkzeug meist beim Anbieter enthalten, siehe Kapitel 13 enthalten
Ordnerstruktur und Ablage Arbeitsdateien, Druckdateien, Lizenzen kostenlos
Sicherung Arbeitsdateien sind Dein Originalitätsnachweis, siehe 1.4 gering
Zum Mitnehmen

Vier Anforderungen: Enddruckgröße, transparentes PNG, eigene Schriften, klare Lizenzlage. Was die erfüllt, taugt.

Und der Satz vom Anfang gilt weiterhin: Die Gestaltung entscheidet, nicht das Programm.

Aufgabe

Dein Werkzeug festlegen

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