Kapitel 7 von 2010 Abschnitte2,9 Stunden

Gelato als Alternative und Ergänzung

Der andere Ansatz: Produktion nah am Käufer statt größtmögliche Auswahl. Wann sich welcher Anbieter lohnt.

Gelato geht das Problem von der anderen Seite an als Printify. Wo Printify einen möglichst großen Katalog mit möglichst vielen angeschlossenen Druckereien bietet, setzt Gelato auf ein Netz eigener Partner mit dem Ziel, möglichst nah am Käufer zu produzieren.

Für Dich bedeutet das einen konkreten Unterschied, und der hat mit Kapitel zwei zu tun.

Der Unterschied in einem Satz

Printify gibt Dir mehr Auswahl und verlangt dafür, dass Du die Auswahl auch triffst. Gelato nimmt Dir die Anbieterwahl weitgehend ab und produziert dort, wo der Käufer sitzt.

Printify

Stärke: Größerer Katalog, mehr Produktarten, mehr Druckereien je Produkt. Wer eine Nische mit ungewöhnlichen Artikeln bedient, findet hier eher etwas.

Preis: Aufschlag für Premium bei 39 Dollar im Monat, dafür rund ein Drittel Rabatt.

Aufwand: Du wählst je Produkt selbst die Druckerei. Das ist Kontrolle und Arbeit zugleich.

Gelato

Stärke: Produktion nah am Käufer, dadurch kurze Laufzeiten und niedrigere Versandkosten. Für europäische Kunden oft der bessere Weg.

Preis: Gelato+ bei rund 20 bis 30 Dollar im Monat je nach Abrechnung, mit Rabatten auf die Produktpreise.

Aufwand: Weniger Entscheidungen, dafür weniger Einfluss auf den konkreten Produktionsort.

Welcher Anbieter zu welchem Markt passt

Diese Zuordnung ist keine Regel, sondern eine Ausgangslage. Prüf sie an Deinem konkreten Produkt nach, die Preise unterscheiden sich je Artikel erheblich.

Dein Fall Naheliegender Anbieter Warum
Deutscher Markt, Textilien beide prüfen Beide haben europäische Druckereien. Hier entscheidet der konkrete Preis, nicht der Anbieter.
Deutscher Markt, Poster und Papier Gelato Gelato kommt aus dem Druckgeschäft, das Papiersortiment und die regionale Produktion sind dort die Stärke.
US-Markt Printify Mehr angeschlossene Druckereien in den USA, dadurch mehr Auswahl bei Preis und Laufzeit.
Ungewöhnliche Artikel Printify Der größere Katalog. Wer Yogamatten oder Hundenäpfe bedrucken will, findet dort eher etwas.
Beide Märkte später beide Konten anlegen Konten sind kostenlos. Du entscheidest je Produkt, nicht für immer.

Warum Du trotzdem mit einem anfängst

Beide Konten sind kostenlos, und die Versuchung ist groß, gleich beide zu nutzen. Für den Anfang ist das ein Fehler, aus einem praktischen Grund: Jeder Anbieter ist ein eigener Fertigungspartner in Deinen Etsy-Einstellungen, mit eigenen Produktionszeiten, eigenen Versandprofilen und eigenen Größentabellen.

Zwei Anbieter bedeuten zwei Sätze von allem. Wenn Du mit fünf Listings startest, verdoppelst Du damit den Einrichtungsaufwand für null Nutzen.

Wann ein zweiter Anbieter sinnvoll wird

Wenn Du in beide Märkte verkaufst. Dann brauchst Du ohnehin Produktion in Europa und in den USA.

Wenn ein Produkt beim Hauptanbieter fehlt. Ein zweites Konto für einen einzelnen Artikel ist völlig in Ordnung.

Wenn die Qualität nicht stimmt. Ein zweiter Anbieter ist Deine Rückfalloption, falls eine Druckerei häufiger Reklamationen produziert.

Der Punkt, der beide betrifft

Egal für welchen Anbieter Du Dich entscheidest, eines gilt für beide und wird regelmäßig unterschätzt: Der Anbieter kann Preise ändern, Produkte auslisten und Druckereien austauschen.

Das passiert nicht ständig, aber es passiert. Wenn ein Anbieter ein Basisprodukt aus dem Sortiment nimmt, stehen Deine Listings dafür leer. Wenn er die Preise anhebt, sinkt Deine Marge, ohne dass sich bei Dir etwas geändert hat.

Deshalb zwei Gewohnheiten, die Du Dir gleich angewöhnen solltest:

  • Prüf die Produktionskosten Deiner Bestseller alle drei Monate. Fünf Minuten, und Du merkst rechtzeitig, wenn sich etwas verschoben hat.
  • Häng Dein Geschäft nicht an ein einziges Basisprodukt. Wenn 90 Prozent Deiner Verkäufe an einem bestimmten Shirt eines bestimmten Herstellers hängen, ist das ein Risiko, das Du nicht kontrollierst.
Für die Aufgabe

Nimm dasselbe Produkt, das Du in Kapitel sechs bei Printify angesehen hast, und such es bei Gelato. Trag beide Preise nebeneinander und rechne einmal durch, was übrig bleibt. Das dauert zwanzig Minuten und ist die Grundlage für alles, was Du danach kalkulierst.

Die Abschnitte dieses Kapitels

Hier liest Du nur, worum es geht. Gearbeitet wird in den Abschnitten: Dort steht der Klickweg, dort liegen die Arbeitsblätter, und dort hakst Du am Ende ab. Der nächste Abschnitt öffnet sich, sobald der vorige abgeschlossen ist.

Anfangen mit 7.1

  1. 7.1Der Unterschied zu Printify in einem Satz15 Minuten
  2. 7.2Konto anlegen und Etsy verbinden15 Minuten
  3. 7.3Das Produktionsnetz und was es für Dich bedeutet20 Minuten
  4. 7.4Den Katalog vergleichen: wo Gelato stärker ist20 Minuten
  5. 7.5Die Tarife und ihre Rabattlogik15 Minuten
  6. 7.6Welcher Anbieter zu welchem Markt passt20 Minuten
  7. 7.7Dasselbe Produkt bei beiden durchrechnen25 Minuten
  8. 7.8Warum Du trotzdem mit einem anfängst15 Minuten
  9. 7.9Wann ein zweiter Anbieter sinnvoll wird15 Minuten
  10. 7.10Preisänderungen und Auslistungen im Blick behalten15 Minuten