18.7Kalkulation: Marge, Versand, Rabatte25 Minuten
Den Mindestpreis ausrechnen
Danach hast Du: Du kennst Deinen Mindestpreis je Artikel und weißt, was Du tust, wenn der Markt ihn nicht trägt.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 18.7 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
Du stehst gerade bei .
Die eine Zahl, unter die Du nicht gehst. Sie ist keine Meinung, sondern das Ergebnis einer Rechnung.
Warum von unten nach oben
Von oben: „Der Markt zahlt 25 Euro, was bleibt mir?“ Das akzeptiert jeden Preis, auch einen, der nicht trägt.
Von unten: „Meine Kosten sind X, ich brauche Y Marge, also mindestens Z.“ Das gibt eine Grenze.
Die Formel
Die Schwierigkeit: Die Etsy-Gebühren hängen selbst vom Preis ab. Deshalb lässt sich nicht einfach addieren, sondern muss aufgelöst werden.
Mindestpreis = (Stückkosten + Mindestmarge + 0,48) geteilt durch (1 minus Gebührensatz).
| Größe | Was hineingehört | Beispiel |
|---|---|---|
| Stückkosten | Produktion, Versand, Retourenanteil | 17,10 € |
| Mindestmarge | Deine Entscheidung, siehe unten | 6,00 € |
| Feste Gebühren | 0,30 € plus 0,18 € Einstellgebühr | 0,48 € |
| Gebührensatz | 10,5 % plus Offsite-Anteil plus Steuersatz | 0,205 |
| Mindestpreis | — | 29,66 € |
10,5 Prozent Etsy-Gebühren, 2,25 Prozent Offsite Ads bei 15 Prozent Anteil, und 7,75 Prozent Umsatzsteuersaldo bei Regelbesteuerung. Zusammen rund 20,5 Prozent.
Als Kleinunternehmer entfällt der letzte Teil, dafür steigen die Gebühren auf 12,5 Prozent, siehe 18.2. Der Satz liegt dann bei rund 14,75 Prozent.
Die Stückkosten
| Posten | Beispiel | Siehe |
|---|---|---|
| Produktion, Deine Variante | 11,00 € | 18.3 |
| Versand des Anbieters | 4,50 € | 18.3 |
| Retourenanteil bei 8 Prozent | 1,60 € | 11.5 |
| Stückkosten | 17,10 € | — |
Die Mindestmarge festlegen
| Größe | Überlegung |
|---|---|
| Absolute Untergrenze | 4 €, darunter trägt der Artikel die Arbeit nicht, siehe 11.3 |
| Deckung der laufenden Kosten | 822 € im Jahr geteilt durch erwartete Verkäufe, siehe 18.4 |
| Etwas für Dich | der Grund, warum Du das machst |
Bei 200 erwarteten Verkäufen im Jahr sind die laufenden Kosten 4,11 Euro je Verkauf. Plus die absolute Untergrenze von vier Euro ergibt eine Mindestmarge von rund acht Euro.
Bei 500 Verkäufen sind es nur noch 1,64 Euro je Verkauf, also eine Mindestmarge von knapp sechs Euro. Das ist der Skaleneffekt aus 18.4.
Die Rückwärtsrechnung
Wenn der Verkaufspreis vom Markt vorgegeben ist, siehe 10.7, dreht man die Rechnung um.
- Verkaufspreis mal Gebührensatz abziehen.
- Die festen 0,48 Euro abziehen.
- Die Stückkosten abziehen.
- Was übrig bleibt, ist Deine Marge.
- Vergleich sie mit Deiner Mindestmarge.
| Verkaufspreis | Marge | Bewertung |
|---|---|---|
| 24,90 € | 2,22 € | trägt nicht |
| 27,90 € | 4,60 € | knapp über der Untergrenze, trägt die Fixkosten nicht |
| 29,90 € | 6,19 € | grenzwertig bei 200 Verkäufen |
| 32,90 € | 8,58 € | trägt |
Wenn der Markt den Mindestpreis nicht hergibt
Andere Druckerei prüfen, siehe 6.6. Der Spielraum ist klein, aber vorhanden.
Dieselbe Nische, ein Artikel mit besserer Marge, siehe 11.2. Poster und Leinwände tragen bei gleicher Arbeit mehr.
1,60 Euro je Verkauf sind ein echter Posten. Die sechs Maßnahmen aus 11.5 wirken hier direkt.
Wenn die Preisspanne die Kosten nicht trägt, ist die Nische für Print on Demand nicht geeignet, siehe 9.7, Schritt 4. Das ist ein Ausschlusskriterium.
Unter den Mindestpreis gehen und auf Menge hoffen. Bei negativer Marge macht Menge das Ergebnis schlechter, nicht besser.
Und bei einer Marge unter vier Euro trägt der Artikel die Arbeit nicht, unabhängig von der Stückzahl, siehe 11.3.
Aufgabe
Den Mindestpreis rechnen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
