11.3Produktauswahl: was sich bei POD rechnet15 Minuten
Warum Sticker und Kleinartikel selten tragen
Danach hast Du: Du kannst begründen, warum Kleinartikel rechnerisch nicht tragen, und kennst die zwei Ausnahmen.
Dieser Abschnitt ist noch zu
Der Kurs baut aufeinander auf: Jeder Abschnitt setzt voraus, was in den vorigen entschieden wurde. 11.3 öffnet sich, sobald alles davor abgeschlossen ist.
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Sticker sind der Artikel, mit dem viele anfangen, weil er billig aussieht und schnell gemacht ist. Die Rechnung ist eindeutig, und sie fällt gegen ihn aus.
Die Rechnung
| Posten | Betrag | Anteil am Preis |
|---|---|---|
| Verkaufspreis | 5,90 € | 100 % |
| Produktion | − 1,50 € | 25 % |
| Versand | − 3,20 € | 54 % |
| Etsy-Gebühren, prozentual | − 0,62 € | 11 % |
| Etsy-Gebühren, fest | − 0,48 € | 8 % |
| Bleibt | 0,10 € | 2 % |
Die zwei Gründe
Ein Paket kostet, was es kostet, unabhängig davon, ob ein Sticker oder eine Leinwand darin ist. Bei einem Artikel für 5,90 Euro frisst er mehr als die Hälfte.
0,30 Euro je Bestellung plus 0,18 Euro Einstellgebühr. Bei 59,90 Euro sind das ein Prozent, bei 5,90 Euro acht.
Ein Listing kostet Dich rund zwei Stunden beim ersten Mal: Gestaltung, Recherche, Produktanlage, Mockups, Texte, Tags.
Bei zehn Cent Marge müsstest Du 1.200 Sticker verkaufen, um auf 120 Euro zu kommen, also auf einen sehr bescheidenen Stundenlohn für diese zwei Stunden. Das ist kein Geschäftsmodell, das ist ein Hobby mit Buchhaltungspflicht.
Warum es trotzdem alle probieren
Was dafür zu sprechen scheint
Niedriger Einstiegspreis, geringe Hemmschwelle beim Käufer, kein Größenproblem, kein Retourenrisiko, schnell gestaltet.
Und: Auf Etsy verkaufen sich Sticker tatsächlich in großer Zahl.
Warum es trotzdem nicht aufgeht
Die Shops, die damit Geld verdienen, produzieren selbst. Sie kaufen einen Schneideplotter, drucken auf Vorrat und versenden im Brief.
Das ist eine völlig andere Kostenstruktur: kein Versandaufschlag je Stück, Materialkosten im Centbereich, und es ist kein Print on Demand mehr, sondern Eigenfertigung.
Welche Artikel noch darunterfallen
| Artikel | Typischer Preis | Problem |
|---|---|---|
| Sticker einzeln | 4 bis 7 € | Versand und Fixkosten |
| Magnete | 6 bis 9 € | dasselbe |
| Buttons und Anstecker | 4 bis 8 € | dasselbe |
| Lesezeichen | 5 bis 9 € | dasselbe |
| Postkarten einzeln | 3 bis 6 € | dasselbe |
Die zwei Ausnahmen
Sechs Sticker für 14,90 Euro statt einer für 5,90. Die Produktionskosten steigen, der Versand kaum, und der feste Gebührenanteil verteilt sich auf einen höheren Betrag.
Rechne es durch: 14,90 minus 4,50 Produktion minus 3,40 Versand minus 2,05 Gebühren ergibt 4,95 Euro. Aus zehn Cent werden fast fünf Euro. Damit ist der Artikel im Bereich von Tasse und Beutel.
Ein Sticker, der einem Hauptartikel beiliegt. Er kostet Dich wenig, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer guten Bewertung und gibt dem Paket etwas Persönliches.
Bei Print on Demand ist das nur möglich, wenn Dein Anbieter Beilagen unterstützt. Prüf das, bevor Du damit planst.
Die Regel daraus
Ein Artikel, der weniger als etwa vier Euro Marge je Stück bringt, trägt die Arbeit nicht, die in einem Listing steckt.
Das ist keine willkürliche Grenze: Bei vier Euro und den fünfzehn Verkäufen im Jahr aus 9.8 sind es sechzig Euro je Listing und Jahr. Darunter ist der Aufwand nicht zu rechtfertigen.
„Also nur teure Artikel.“ Nein. Ein Artikel für 89 Euro, den in Deiner Nische niemand kauft, bringt null Euro.
Die Marge ist das erste Kriterium und nicht das einzige. Der Anlass entscheidet mit, siehe 11.6, und der Preis muss zur Nische passen, siehe 10.7.
Aufgabe
Die Kleinartikelrechnung prüfen
Noch 4 Schritte offen.
Diesen Abschnitt hast Du schon abgeschlossen.
