Vertiefung

Eine Etsy-Bestellung komplett durchgerechnet: von 34,50 Euro zum Rohertrag

Eine echte Etsy-Bestellung Posten für Posten: alle Gebühren, Material, Versand, Verpackung und Arbeitszeit, bis zu dem Betrag, der am Ende tatsächlich übrig bleibt. Mit Varianten für Werbung und Ausland.

Von Oliver Wrase21 Min. LesezeitStand

Es gibt eine Rechnung, die jeder Etsy-Verkäufer einmal gemacht haben sollte, und die kaum jemand macht: eine einzelne Bestellung vollständig durchrechnen, vom Betrag auf der Bestellübersicht bis zu dem, was am Ende tatsächlich übrig bleibt.

Nicht überschlagen. Nicht mit einer Faustformel. Vollständig, mit allen Posten, auch den unangenehmen.

Der Grund, warum diese Rechnung so selten gemacht wird, ist ihr Ergebnis. Sie zeigt zuverlässig, dass weniger übrig bleibt als gedacht, und sie zeigt auch, woran das liegt. Beides ist unangenehm und beides ist nützlich.

Dieser Beitrag rechnet eine Bestellung Schritt für Schritt durch, und danach dieselbe Bestellung in vier Varianten: mit Werbung, ins Ausland, als digitales Produkt und mit einem zweiten Artikel im Warenkorb. Alle Gebührensätze sind der Stand meiner Recherche; verbindlich ist Etsys Gebührenrichtlinie.

  • 34,50 €was der Käufer zahlt
  • −3,93 €Etsy-Gebühren
  • −13,40 €Material, Versand, Verpackung
  • 17,17 €Rohertrag vor Arbeitszeit

Der Fall, den wir rechnen

Damit die Zahlen nachvollziehbar sind, hier die Ausgangslage.

Das Produkt: eine handgefertigte Keramikschale. Verkaufspreis 30 Euro. Versand innerhalb Deutschlands 4,50 Euro. Der Käufer zahlt also 34,50 Euro.

Der Shop: Zahlungskonto in Deutschland, Listings in Euro, Auszahlung in Euro. Kleinunternehmer, also keine ausgewiesene Umsatzsteuer auf den Verkauf. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bei Etsy hinterlegt, die Gebühren werden netto abgerechnet.

Die Kosten, die ich ansetze: Ton und Glasur 4,80 Euro, Brennkosten anteilig 1,60 Euro, Versandmaterial mit Karton, Polster und Etikett 1,50 Euro, Porto 5,50 Euro. Die Arbeitszeit halten wir zunächst heraus und holen sie am Ende dazu.

Warum ich Handarbeit als Beispiel nehme: Weil dort alle Posten vorkommen: Material, Fertigung, Verpackung, Versand, Arbeitszeit. Bei Print-on-Demand oder digitalen Produkten fallen einzelne Posten weg, die Systematik bleibt dieselbe.

Warum das Porto höher ist als die berechneten Versandkosten: Weil das in der Praxis oft so ist. 4,50 Euro klingen nach einem üblichen Paketpreis, tatsächlich kostet ein versichertes Paket mehr. Dieser Unterschied ist einer der häufigsten stillen Verluste im Etsy-Geschäft, und er gehört sichtbar gemacht.

Was Du beim Mitrechnen tun solltest: Nimm Deine eigene letzte Bestellung und setze Deine Zahlen ein. Die Struktur der Rechnung passt auf jedes Produkt.

Schritt eins: Was der Käufer zahlt

Der Ausgangswert, und der wird häufiger falsch angesetzt, als man denkt.

Der Betrag: 34,50 Euro. Artikelpreis 30 Euro plus Versand 4,50 Euro.

Warum der Versand dazugehört: Weil er Teil Deines Umsatzes ist. Der Käufer zahlt ihn an Dich, nicht an die Post. Du entscheidest über seine Höhe, Du trägst das Risiko, wenn das Paket teurer wird als kalkuliert.

Warum das in der Buchhaltung zählt: Der Umsatz beträgt 34,50 Euro, nicht 30 Euro. An diesem Betrag wird die Kleinunternehmergrenze gemessen, seit dem 1.1.2025 bei 25.000 Euro Vorjahresumsatz und 100.000 Euro im laufenden Jahr. Wer den Versand nicht mitzählt, unterschätzt seinen Umsatz um den Versandanteil, bei vielen Shops zwölf bis achtzehn Prozent.

Was ebenfalls dazugehört, wenn es anfällt: Geschenkverpackung als Aufpreis und Aufpreise für Personalisierung.

Was nicht dazugehört: Steuern, die Etsy als Marktplatz im Auftrag von Behörden einbehält und selbst abführt. Diese Beträge fließen nie über Dein Konto und sind kein Erlös von Dir.

Der Satz, der für die ganze Kategorie gilt: Die Auszahlung ist nicht der Umsatz. Der Umsatz ist das, was der Käufer gezahlt hat. Was auf Deinem Bankkonto landet, ist eine Saldogröße nach allen Abzügen.

Der Versand gehört zum Umsatz

Der Käufer zahlt die Versandkosten an Dich, nicht an die Post. Umsatz sind hier 34,50 Euro, nicht 30 Euro, und daran wird auch die Kleinunternehmergrenze gemessen. Wer den Versand herausrechnet, unterschätzt seinen Umsatz je nach Sortiment um zwölf bis achtzehn Prozent.

Schritt zwei: die Etsy-Gebühren

Jetzt die Abzüge, Posten für Posten.

Transaktionsgebühr: 6,5 Prozent auf den gesamten Betrag, also auf 34,50 Euro. Das sind 2,24 Euro. Die Gebühr fällt auch auf den Versandanteil an, allein darauf entfallen 29 Cent.

Zahlungsbearbeitung: 4,0 Prozent auf 34,50 Euro sind 1,38 Euro, plus 0,30 Euro fest. Zusammen 1,68 Euro. Auch hier ist der Versandanteil betroffen, mit 18 Cent.

Einstellgebühr: 0,20 USD für die Erneuerung des Listings nach dem Verkauf, umgerechnet rund 0,19 Euro.

Währungsumrechnung: entfällt, weil Listing-Währung und Auszahlungswährung übereinstimmen.

Werbung: entfällt in diesem Grundfall. Die Variante mit Werbung rechnen wir weiter unten.

Summe der Etsy-Gebühren: 4,11 Euro. Das sind 11,9 Prozent des vom Käufer gezahlten Betrags.

Was daran auffällt: Die viel zitierten 6,5 Prozent machen etwas mehr als die Hälfte der Gebühren aus. Wer nur mit ihnen rechnet, unterschätzt die Belastung um mehr als 1,80 Euro je Bestellung, bei 300 Bestellungen im Jahr sind das über 550 Euro.

Warum die Faustformel scheitert

„Etsy nimmt 6,5 Prozent“ ergibt bei dieser Bestellung 2,24 Euro. Tatsächlich sind es 4,11 Euro, fast das Doppelte. Der Unterschied entsteht durch die Zahlungsbearbeitung von 4 Prozent plus 0,30 Euro und die Einstellgebühr für die Erneuerung. Bei 300 Bestellungen im Jahr sind das über 550 Euro, die in keiner Kalkulation stehen.

Schritt drei: Material und Fertigung

Die Kosten, die vor dem Verkauf entstanden sind.

Ton und Glasur: 4,80 Euro. Das ist der Anteil, der in diese eine Schale geht. Bei Materialien, die in größeren Mengen gekauft werden, rechnest Du den Verbrauch anteilig.

Brennkosten: 1,60 Euro. Strom für den Ofen, anteilig auf die Stückzahl je Brand. Wer einen Ofen mit zwanzig Stück füllt und 32 Euro Strom verbraucht, hat 1,60 Euro je Stück.

Was hier gerne fehlt: Ausschuss. Bei Keramik gehen Stücke kaputt, verziehen sich oder werden farblich nicht wie geplant. Eine Ausschussquote von zehn Prozent bedeutet, dass die Kosten der verkauften Stücke um rund elf Prozent steigen. In dieser Rechnung sind das weitere 0,70 Euro. Ich lasse sie der Einfachheit halber draußen und weise ausdrücklich darauf hin, dass sie in einer ehrlichen Kalkulation dazugehören.

Was ebenfalls fehlt und dazugehört: die anteiligen Kosten für Werkzeuge, die sich abnutzen. Formen, Pinsel, Schleifpapier. Einzeln lächerlich, im Jahr eine dreistellige Summe.

Summe Material und Fertigung: 6,40 Euro.

Der Prüfschritt, den ich empfehle: Nimm Deinen Materialeinkauf eines ganzen Jahres und teile ihn durch die Zahl der verkauften Stücke. Diese Zahl liegt fast immer über dem, was man aus dem Kopf ansetzt: weil sie Ausschuss, Fehlversuche und Kleinkram enthält, die man einzeln nie erfasst.

  • Materialverbrauch anteilig ansetzen, nicht den Preis der Gebindegröße
  • Energie für Fertigung oder Brand, anteilig auf die Stückzahl
  • Ausschuss und Fehlversuche als Aufschlag auf die verkauften Stücke
  • Werkzeuge, die sich abnutzen: Formen, Pinsel, Schleifpapier
  • Gegenprobe: Jahreseinkauf geteilt durch die verkauften Stücke

Schritt vier: Versand und Verpackung

Der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird.

Das Porto: 5,50 Euro für ein versichertes Paket. Berechnet hast Du 4,50 Euro.

Die Differenz: ein Euro Verlust, direkt aus der Marge.

Das Verpackungsmaterial: Karton 0,60 Euro, Polstermaterial 0,50 Euro, Klebeband und Etikett 0,25 Euro, Beileger mit Pflegehinweis 0,15 Euro. Zusammen 1,50 Euro.

Was viele nicht rechnen: die Gebühren auf den Versandanteil. Auf die 4,50 Euro berechneten Versand fallen 29 Cent Transaktionsgebühr und 18 Cent Zahlungsgebühr an, zusammen 47 Cent. Das heißt: Von den 4,50 Euro, die der Käufer für den Versand zahlt, kommen bei Dir 4,03 Euro an. Das Paket kostet 5,50 Euro. Der tatsächliche Verlust am Versand beträgt 1,47 Euro, nicht einen Euro.

Summe Versand und Verpackung: 7,00 Euro an tatsächlichen Ausgaben.

Was daraus folgt: Versandkosten gehören mit dem Gebührenanteil kalkuliert. Wer 5,50 Euro Porto hat, muss rund 6,15 Euro berechnen, damit nach Gebühren die Kosten gedeckt sind. Oder er rechnet die Differenz bewusst in den Artikelpreis ein, was aus Konversionsgründen häufig die bessere Wahl ist.

Und der Hinweis für die Praxis: Miss Deine tatsächlichen Verpackungskosten einmal aus. Karton, Polster, Klebeband, Etikett, Beileger. Bei den meisten Shops liegen sie höher als geschätzt, weil man an das Klebeband nicht denkt.

  • 4,50 €berechneter Versand
  • −0,47 €Gebühren auf den Versandanteil
  • 5,50 €tatsächliches Porto
  • −1,47 €Verlust am Versand je Bestellung

Der Zwischenstand: der Rohertrag vor Arbeitszeit

Jetzt die Zusammenführung.

Posten Betrag
Vom Käufer gezahlt 34,50 €
Transaktionsgebühr 6,5 % −2,24 €
Zahlungsbearbeitung 4 % + 0,30 € −1,68 €
Einstellgebühr (Erneuerung) −0,19 €
Material und Fertigung −6,40 €
Porto −5,50 €
Verpackungsmaterial −1,50 €
Rohertrag vor Arbeitszeit 17,17 €
Anteil am Kaufbetrag 49,8 %

Was diese Zahl bedeutet: Von 34,50 Euro bleiben knapp die Hälfte, bevor eine einzige Minute Arbeit bezahlt ist. Das ist für Handarbeit ein normaler, kein schlechter Wert.

Was sie nicht bedeutet: dass Du 17,17 Euro verdient hast. Der Rohertrag ist der Betrag, aus dem Arbeitszeit, Fixkosten und Steuern noch bezahlt werden müssen.

Die Aufteilung, die aufschlussreich ist: Gebühren 4,11 Euro, Material 6,40 Euro, Versand und Verpackung 7,00 Euro. Die Gebühren sind der kleinste der drei Blöcke. Das ist ein Ergebnis, das viele überrascht, die sich über Etsy-Gebühren ärgern.

Was daraus für die Prioritäten folgt: Wer Kosten senken will, findet beim Versand und beim Material mehr als bei den Gebühren. Ein Euro weniger Porto je Paket wirkt stärker als jede Gebührenoptimierung.

Schritt fünf: die Arbeitszeit

Der Posten, dessen Weglassen jede Kalkulation wertlos macht.

Was zu messen ist, nicht zu schätzen:

Fertigung: Drehen, Trocknen, Verputzen, Glasieren, Einräumen und Ausräumen des Ofens. Sagen wir 55 Minuten je Schale, verteilt über mehrere Arbeitsgänge.

Verpacken und Versandvorbereitung: 8 Minuten. Etikett drucken, einpacken, zur Annahmestelle.

Kundenkommunikation: im Schnitt 4 Minuten je Bestellung. Nachfragen, Bestätigungen, gelegentliche Sonderwünsche.

Anteilige Zeit für Fotos, Listing-Pflege, Buchhaltung und Sortimentsarbeit: bei 200 Bestellungen im Jahr und 100 Stunden Aufwand sind das 30 Minuten je Bestellung.

Gesamt: rund 97 Minuten, also 1,6 Stunden.

Der Stundenlohn, der sich daraus ergibt: 17,17 Euro geteilt durch 1,6 Stunden gleich 10,73 Euro je Stunde. Vor Fixkosten, vor Steuern, vor Rücklagen für Ausschuss.

Was das heißt: Dieses Produkt trägt sich nicht. Nicht wegen der Etsy-Gebühren, die machen 4,11 Euro aus, sondern weil der Preis den Zeitaufwand nicht abbildet.

Was ich mit dieser Rechnung zeigen will: Der häufigste Grund, warum Etsy-Shops nichts abwerfen, sind nicht die Gebühren. Es ist eine Kalkulation ohne Zeitansatz. Die vollständige Systematik dazu steht unter Preise kalkulieren.

Und der Schluss aus dieser Zahl: Entweder der Preis steigt, oder die Fertigungszeit sinkt, oder das Produkt ist nicht das richtige. Alle drei Wege sind legitim. Was nicht funktioniert, ist die Hoffnung, dass mehr Bestellungen das Problem lösen. Bei einem Stundenlohn von 10,73 Euro macht mehr Arbeit die Lage nicht besser.

  1. Fertigung Alle Arbeitsgänge an fünf Stücken mit der Stoppuhr messen.
  2. Abwicklung Verpacken, Etikett und Weg zur Annahmestelle dazurechnen.
  3. Nebenzeiten Fotos, Listings und Buchhaltung auf die Bestellungen umlegen.
  4. Teilen Rohertrag durch die Gesamtstunden, das ist Dein Stundenlohn.

Was der Preis sein müsste

Die Gegenrechnung, weil sie den praktischen Nutzen bringt.

Das Ziel: 25 Euro Stundenlohn vor Steuern. Das ist für selbstständige Handarbeit kein üppiger, sondern ein knapper Ansatz.

Der Bedarf: 1,6 Stunden mal 25 Euro gleich 40 Euro Arbeitsentgelt.

Plus die Sachkosten: Material 6,40 Euro, Porto 5,50 Euro, Verpackung 1,50 Euro. Zusammen 13,40 Euro.

Zwischensumme: 53,40 Euro, die nach Gebühren übrig bleiben müssen.

Der Gebührenaufschlag: Bei rund 10,5 Prozent plus 0,49 Euro fester Gebühren teilst Du 53,40 durch 0,895 und addierst rund 0,55 Euro. Ergebnis: rund 60,20 Euro Gesamtbetrag, den der Käufer zahlen müsste.

Bei 4,50 Euro ausgewiesenem Versand wäre der Artikelpreis also rund 55,70 Euro statt 30 Euro.

Was das für die Praxis heißt: Entweder das Produkt wird zu diesem Preis gekauft, oder es ist in dieser Form kein tragfähiges Etsy-Produkt. Diese Erkenntnis ist unangenehm und wertvoll, sie verhindert Jahre an unbezahlter Arbeit.

Die Wege, die es dann gibt: die Fertigungszeit senken, etwa durch Serienfertigung statt Einzelstücken. Den Materialeinsatz optimieren. Den Bestellwert heben, indem Schalen im Zweier- oder Vierersatz verkauft werden. Oder ein anderes Produkt in den Vordergrund stellen.

Was ich in solchen Fällen empfehle: die Rechnung für die fünf meistverkauften Produkte machen. Fast immer zeigt sich, dass zwei oder drei davon tragen und der Rest quersubventioniert wird. Das ist die Grundlage jeder Sortimentsentscheidung.

Variante eins: dieselbe Bestellung mit Offsite Ads

Was passiert, wenn Etsy die Bestellung einer Anzeige zurechnet.

Die Gebühr: 15 Prozent bei Shops mit weniger als 10.000 USD Umsatz in den vergangenen 365 Tagen, 12 Prozent darüber.

Bei 15 Prozent auf 34,50 Euro: 5,18 Euro zusätzlich.

Die neuen Gebühren gesamt: 4,11 plus 5,18 gleich 9,29 Euro, also 26,9 Prozent des Kaufbetrags.

Der neue Rohertrag vor Arbeitszeit: 17,17 minus 5,18 gleich 11,99 Euro.

Der Stundenlohn: 11,99 geteilt durch 1,6 gleich 7,49 Euro.

Was das zeigt: Eine einzelne Offsite-Ads-Gebühr kostet mehr als die Transaktionsgebühr und die Zahlungsbearbeitung zusammen. Bei knapp kalkulierten Produkten frisst sie den gesamten verbleibenden Ertrag.

Was das nicht zeigt: dass Offsite Ads sich nicht lohnen. Die Frage ist, ob diese Bestellung ohne die Anzeige zustande gekommen wäre. War sie zusätzlich, hast Du 11,99 Euro Rohertrag, die es sonst nicht gäbe. War sie es nicht, hast Du 5,18 Euro für nichts bezahlt.

Was daraus folgt: Wer viele Bestellungen über Offsite Ads bekommt, braucht eine Kalkulation, die 12 bis 15 Prozent zusätzlich trägt. Das ist bei einem Rohertrag von 50 Prozent möglich, bei einem von 30 Prozent nicht. Die Bewertung steht unter Etsy Ads.

Und die Einordnung, die dazugehört: Ab 10.000 USD Umsatz in 365 Tagen ist die Teilnahme verpflichtend. Diese Gebühr gehört dann fest in die Kalkulation, weil sie sich nicht mehr abschalten lässt.

Offsite Ads kosten den Ertrag

15 Prozent auf 34,50 Euro sind 5,18 Euro: mehr als Transaktionsgebühr und Zahlungsbearbeitung zusammen. Der Stundenlohn fällt damit von 10,73 auf 7,49 Euro. Die entscheidende Frage ist allein, ob diese Bestellung ohne die Anzeige zustande gekommen wäre.

Variante zwei: dieselbe Bestellung ins Ausland

Was sich ändert, wenn der Käufer in Spanien sitzt.

Was gleich bleibt: Transaktionsgebühr, Zahlungsbearbeitung und Einstellgebühr. Die Sätze hängen an Deinem Zahlungskonto, nicht am Käuferland.

Was sich ändert: die Versandkosten. Ein versichertes Paket nach Spanien kostet deutlich mehr als eines innerhalb Deutschlands, sagen wir 14 Euro statt 5,50 Euro.

Was Du berechnest: Wenn Du 12 Euro Auslandsversand ansetzt, zahlt der Käufer 42 Euro. Die Gebühren steigen entsprechend: Transaktionsgebühr 2,73 Euro, Zahlungsbearbeitung 1,98 Euro, Einstellgebühr 0,19 Euro. Zusammen 4,90 Euro.

Der Rohertrag: 42,00 minus 4,90 minus 6,40 Material minus 14,00 Porto minus 1,50 Verpackung gleich 15,20 Euro. Etwas weniger als im Inland, obwohl der Kaufbetrag höher ist.

Warum das so ist: Die Gebühren steigen mit dem Versandanteil mit, ohne dass Du daran verdienst. Bei einem Versandanteil von 29 Prozent zahlst du auf einen Durchlaufposten rund 1,26 Euro Gebühr.

Was zusätzlich kommen kann: umsatzsteuerliche Besonderheiten bei Verkäufen ins EU-Ausland, Zollformalitäten bei Drittländern, ein höheres Retouren- und Verlustrisiko und längere Laufzeiten. Die Einzelheiten stehen unter Gebühren bei Auslandsverkäufen und unter international verkaufen.

Der praktische Schluss: Auslandsversand rechnet sich bei höherpreisigen Artikeln und bei leichten Produkten. Bei schweren Artikeln mit knapper Marge kann er ein Verlustgeschäft sein, das durch die Gebühren auf den Versand noch verstärkt wird.

Variante drei: dieselbe Bestellung als digitales Produkt

Der Vergleich, der die Kostenstruktur schärft.

Der Fall: eine digitale Vorlage für 12 Euro, kein Versand.

Die Gebühren: Transaktionsgebühr 0,78 Euro, Zahlungsbearbeitung 0,48 plus 0,30 gleich 0,78 Euro, Einstellgebühr 0,19 Euro. Zusammen 1,75 Euro oder 14,6 Prozent.

Die Kosten: kein Material, keine Verpackung, kein Porto. Die Herstellung war einmalig.

Der Rohertrag: 10,25 Euro oder 85,4 Prozent.

Was auffällt: Der Prozentsatz der Gebühren ist höher als beim physischen Produkt, der Rohertrag aber ungleich besser. Der Grund ist offensichtlich: Es gibt keine variablen Sachkosten.

Wo die Rechnung trotzdem kippt: bei sehr niedrigen Preisen. Bei einer Vorlage für 3 Euro betragen die Gebühren 0,20 plus 0,42 plus 0,19 gleich 0,81 Euro, das sind 27 Prozent. Der feste Anteil von 0,49 Euro allein ist mehr als sechzehn Prozent des Preises.

Was daraus folgt: Bei digitalen Produkten ist die Bündelung der entscheidende Hebel. Ein Set aus fünf Vorlagen für 15 Euro hat eine Gebührenquote von rund 14 Prozent statt 27.

Und der Punkt, der bei digitalen Produkten oft fehlt: die Erstellungszeit. Eine Vorlage, die zwölf Stunden Arbeit gekostet hat und sich zwanzigmal verkauft, hat 36 Minuten Arbeitszeit je Verkauf. Das ist eine andere Rechnung als die scheinbaren 85 Prozent Rohertrag suggerieren. Mehr dazu unter digitale Produkte.

Keramikschale, 34,50 €

Physisches Produkt mit Versand.

  • Gebühren 4,11 Euro oder 11,9 Prozent
  • Material, Porto und Verpackung 13,40 Euro
  • Rohertrag 17,17 Euro oder 49,8 Prozent

Digitale Vorlage, 12 €

Kein Versand, keine Sachkosten.

  • Gebühren 1,75 Euro oder 14,6 Prozent
  • Rohertrag 10,25 Euro oder 85,4 Prozent
  • Bei 3 Euro Preis steigt die Quote auf 27 Prozent

Variante vier: zwei Artikel in einer Bestellung

Der Effekt, der die Gebührenquote am stärksten verbessert.

Der Fall: Der Käufer nimmt zwei Schalen. Artikelpreis 60 Euro, Versand 5,50 Euro, weil das Paket schwerer ist. Gesamtbetrag 65,50 Euro.

Die Gebühren: Transaktionsgebühr 4,26 Euro, Zahlungsbearbeitung 2,62 plus 0,30 gleich 2,92 Euro, Einstellgebühr für zwei Exemplare 0,38 Euro. Zusammen 7,56 Euro oder 11,5 Prozent.

Zum Vergleich: Zwei getrennte Bestellungen à 34,50 Euro hätten 8,22 Euro Gebühren verursacht. Bei 69 Euro Umsatz. Als eine Bestellung sind es 7,56 Euro bei 65,50 Euro Umsatz.

Die Kosten: Material 12,80 Euro, Porto 7,00 Euro für das schwerere Paket, Verpackung 2,00 Euro.

Der Rohertrag: 36,14 Euro, also 55,2 Prozent, deutlich besser als die 49,8 Prozent bei der Einzelbestellung.

Die Arbeitszeit: Fertigung doppelt, aber Verpacken, Kommunikation und Versandweg nur einmal. Statt 2 mal 97 Minuten sind es rund 152 Minuten.

Der Stundenlohn: 14,27 Euro statt 10,73 Euro. Eine Steigerung um ein Drittel, allein dadurch, dass zwei Artikel in einem Paket gehen.

Was das zeigt: Der Bestellwert ist der stärkste Hebel im ganzen System. Er wirkt gleichzeitig auf die Gebührenquote, auf die Versandkosten je Artikel und auf die Arbeitszeit je Artikel. Die Wege dorthin stehen unter Etsy-Gebühren senken.

  • Vom Käufer gezahlten Gesamtbetrag aus dem Bestellbericht nehmen
  • Alle Gebührenzeilen dieser Bestellung aus der Gebührenabrechnung addieren
  • Materialverbrauch anteilig ansetzen, inklusive Ausschuss
  • Tatsächliches Porto vom Beleg nehmen, nicht den berechneten Versand
  • Verpackungsmaterial vollständig aufzählen und bepreisen
  • Arbeitszeit mit der Stoppuhr messen, nicht schätzen
  • Anteilige Zeit für Fotos, Listings und Buchhaltung dazurechnen
  • Rohertrag durch Arbeitsstunden teilen, das ist Dein Stundenlohn

Vergleich derselben Bestellung im Grundfall, mit Offsite Ads, im Auslandsversand, als digitales Produkt und mit zwei Artikeln

Fünf Fälle derselben Rechnung zeigen, welche Stellschraube die Gebührenquote und den Rohertrag wie stark bewegt.

Vom Rohertrag zum Gewinn

Der letzte Schritt, den die meisten Rechnungen auslassen.

Was der Rohertrag ist: der Betrag nach den direkt zurechenbaren Kosten einer Bestellung. Gebühren, Material, Versand, Verpackung.

Was danach noch abgeht:

Fixkosten des Betriebs. Miete oder anteilige Kosten des Arbeitsraums, Versicherungen, Buchhaltungssoftware, Steuerberater, Werkzeuge und Geräte, Internetanschluss, Telefon.

Abschreibungen auf größere Anschaffungen. Ein Brennofen, eine Kamera, ein Rechner.

Rücklagen für Ausschuss, Retouren und Kulanzfälle.

Und schließlich Steuern. Einkommensteuer auf den Gewinn, gegebenenfalls Gewerbesteuer, gegebenenfalls Umsatzsteuer.

Die Größenordnung: Bei einem kleinen Shop mit 200 Bestellungen im Jahr und 2.400 Euro Fixkosten sind das 12 Euro je Bestellung. Bei einem Rohertrag von 17,17 Euro bleiben 5,17 Euro, vor Arbeitszeit und vor Steuern.

Warum ich das so deutlich mache: Weil der Rohertrag regelmäßig für den Gewinn gehalten wird. Wer 17 Euro je Bestellung sieht und 200 Bestellungen macht, rechnet mit 3.400 Euro Gewinn. Tatsächlich sind es nach Fixkosten rund 1.000 Euro, und die Arbeitszeit ist darin noch nicht bezahlt.

Was das für die Erwartung heißt: Ein Etsy-Shop ist ein Geschäft mit realen Kosten. Die Systematik der Betriebsausgaben steht unter Betriebsausgaben bei Etsy, die Erfassung unter Gebühren verbuchen.

Und der Hinweis, der dazugehört: Ich bin kein Steuerberater. Welche Kosten in welcher Höhe abzugsfähig sind und wie abzuschreiben ist, gehört fachlich abgestimmt.

Rohertrag ist nicht Gewinn

Nach dem Rohertrag stehen Fixkosten, Abschreibungen, Rücklagen und Steuern noch aus. Bei 2.400 Euro Fixkosten und 200 Bestellungen sind das 12 Euro je Bestellung. Von 17,17 Euro bleiben dann 5,17 Euro, und die Arbeitszeit ist darin nicht bezahlt.

Brutto oder netto: worauf Du achten musst

Ein Punkt, an dem Rechnungen um rund neunzehn Prozent falsch werden.

Als Kleinunternehmer: Du weist keine Umsatzsteuer aus. Der Preis, den der Käufer zahlt, ist Dein Erlös. Alle Kosten setzt Du brutto an, weil Du keinen Vorsteuerabzug hast. Die Rechnung oben ist so aufgebaut.

Als Regelbesteuerter: Der Preis, den der Käufer zahlt, enthält Umsatzsteuer. Bei 34,50 Euro und 19 Prozent sind das 5,51 Euro, die Dir nicht gehören. Dein Erlös beträgt 28,99 Euro. Dafür setzt Du alle Kosten netto an, weil Du die Vorsteuer zurückholst.

Was Du niemals mischen darfst: Bruttoerlös mit Nettokosten oder umgekehrt. Das ist der häufigste Fehler bei der Umstellung von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung, und er lässt eine Kalkulation um zwanzig Prozent zu gut aussehen.

Was beim Wechsel passiert: Wer von der Kleinunternehmerregelung in die Regelbesteuerung wechselt und die Preise unverändert lässt, verliert 19 Prozent seines Erlöses und gewinnt den Vorsteuerabzug auf die Kosten. Bei einem materialintensiven Produkt kann das aufgehen, bei einem arbeitsintensiven fast nie.

Was ich empfehle: Vor einem Wechsel die Kalkulation vollständig in beiden Varianten rechnen. Das ist ein Nachmittag Arbeit und verhindert eine böse Überraschung. Die Zusammenhänge stehen unter Kleinunternehmerregelung und Regelbesteuerung.

Und der Hinweis, der dazugehört: Auch das ist ein Punkt für den Steuerberater. Der Wechsel hat Folgen, die über die Kalkulation hinausgehen.

Kleinunternehmer

Keine ausgewiesene Umsatzsteuer.

  • Der gezahlte Preis ist vollständig Dein Erlös
  • Alle Kosten werden brutto angesetzt
  • Kein Vorsteuerabzug auf Material und Porto

Regelbesteuert

Im Preis steckt Umsatzsteuer.

  • Von 34,50 Euro gehören 5,51 Euro nicht Dir
  • Alle Kosten werden netto angesetzt
  • Vorsteuerabzug auf Material und Porto

Wie Du diese Rechnung für Deinen Shop machst

Der praktische Ablauf, in einer Stunde erledigt.

Nimm eine echte Bestellung, nicht ein Rechenbeispiel. Am besten eine typische, nicht die größte und nicht die kleinste.

Hol Dir die Zahlen aus drei Quellen. Der vom Käufer gezahlte Betrag steht im Bestellbericht. Die Gebühren stehen in der Gebührenabrechnung, mit Bestellnummer. Das Porto steht auf Deinem Beleg.

Setz das Material an. Wenn Du keine Stückkosten hast, nimm den Jahreseinkauf geteilt durch die verkauften Stücke. Das ist gröber, aber ehrlicher als eine Schätzung aus dem Kopf.

Miss die Arbeitszeit. Bei den nächsten fünf Stücken mit der Stoppuhr, von der ersten Handlung bis zum abgegebenen Paket. Der Durchschnitt ist Deine Zahl.

Rechne den Stundenlohn aus. Rohertrag geteilt durch Stunden. Diese eine Zahl beantwortet mehr Fragen als jede Umsatzstatistik.

Wiederhole es für Deine fünf meistverkauften Produkte. Danach weißt Du, welche tragen und welche nicht. Das ist die Grundlage für jede Sortiments- und Preisentscheidung.

Und leg die Rechnung ab. In einem Jahr machst Du sie erneut, mit denselben Produkten, und siehst, was sich verändert hat. Bei den Materialpreisen, beim Porto und bei Deiner eigenen Geschwindigkeit.

Die Kurzfassung

Von 34,50 Euro bleiben nach Etsy-Gebühren 30,39 Euro. Die Gebühren betragen 4,11 Euro oder 11,9 Prozent, nicht die viel zitierten 6,5 Prozent.

Nach Material, Porto und Verpackung bleiben 17,17 Euro, knapp die Hälfte des Kaufbetrags, vor jeder Arbeitszeit.

Bei 1,6 Stunden Aufwand sind das 10,73 Euro Stundenlohn. Vor Fixkosten, vor Steuern.

Die Gebühren sind der kleinste der drei Kostenblöcke. Material und Versand kosten mehr. Wer sparen will, sucht dort zuerst.

Zwei Artikel in einer Bestellung heben den Stundenlohn um ein Drittel. Das ist der stärkste Hebel im gesamten System.

Mein Fazit zur vollständigen Bestellrechnung

Die Gebühren sind nicht das Problem. Die fehlende Rechnung ist es.

Diese Bestellung hat 4,11 Euro Etsy-Gebühren gekostet, 6,40 Euro Material und 7,00 Euro für Versand und Verpackung. Die Gebühren sind der kleinste Block. Trotzdem ist es der Block, über den am meisten geklagt wird, weil er der einzige ist, der auf einer Abrechnung steht und einen Absender hat.

Was ich für die wichtigste Zahl dieses Beitrags halte: die 10,73 Euro Stundenlohn. Nicht die Gebührenquote, nicht der Rohertrag. Der Stundenlohn ist die Zahl, die entscheidet, ob ein Produkt ein Geschäft ist oder ein teures Hobby.

Was ich empfehle: Mach diese Rechnung einmal für Deine fünf meistverkauften Produkte. Es dauert einen Nachmittag. Danach weißt Du, welche Produkte tragen, welche quersubventioniert werden und wo Dein Preis stehen müsste. Ich kenne keine andere Übung mit einem vergleichbaren Erkenntnisgewinn.

Was ich für den häufigsten Fehler halte: die Arbeitszeit wegzulassen, weil sie ja „sowieso da ist“. Sie ist nicht sowieso da. Sie ist der knappste Rohstoff in jedem kleinen Betrieb, und ein Produkt, das sie nicht bezahlt, verdrängt eines, das es könnte.

Und der Satz, den ich mitgebe: Was der Käufer zahlt, ist nicht Dein Umsatz minus Gebühren gleich Dein Verdienst. Zwischen dem einen und dem anderen liegen fünf Posten, und drei davon stehen auf keiner Abrechnung.

Häufige Fragen zur Bestellrechnung

Wie viel bleibt von einer 30-Euro-Bestellung? Nach Gebühren rund 26,50 Euro. Was danach bleibt, hängt vollständig von Deinen Sachkosten und Deiner Arbeitszeit ab.

Wie hoch ist die Gebührenbelastung wirklich? Bei dieser Bestellung 11,9 Prozent. Bei kleineren Bestellungen mehr, bei größeren weniger.

Muss ich den Versand mitrechnen? Ja. Er ist Teil des Umsatzes und Teil der Bemessungsgrundlage für die Gebühren.

Was ist der Rohertrag? Der Betrag nach Gebühren, Material, Versand und Verpackung, vor Arbeitszeit und Fixkosten.

Was ist der Unterschied zum Gewinn? Der Gewinn ergibt sich erst nach Fixkosten, Abschreibungen und Steuern.

Wie rechne ich die Arbeitszeit an? Messen statt schätzen, über fünf Stücke mitteln, anteilige Zeit für Fotos und Buchhaltung dazurechnen.

Was kostet mich eine Offsite-Ads-Bestellung zusätzlich? 15 Prozent unter 10.000 USD Jahresumsatz, 12 Prozent darüber. Bei 34,50 Euro sind das 5,18 beziehungsweise 4,14 Euro.

Rechne ich brutto oder netto? Als Kleinunternehmer brutto, als Regelbesteuerter netto. Niemals mischen.

Warum ist mein Rohertrag bei Auslandsbestellungen niedriger? Weil der Versandanteil steigt und die Gebühren darauf mitsteigen, ohne dass Du daran verdienst.

Wo finde ich die Gebühren einer einzelnen Bestellung? In der Gebührenabrechnung, mit Bestellnummer und Datum.

Was hilft am meisten? Ein höherer Bestellwert. Er wirkt gleichzeitig auf Gebühren, Versandkosten und Arbeitszeit je Artikel.

Wie oft sollte ich das rechnen? Einmal am Anfang für die Hauptprodukte, danach einmal im Jahr. Materialpreise und Portokosten ändern sich.

Häufige Fragen

Wie viel bleibt bei einer Etsy-Bestellung über 30 Euro übrig?

Nach Gebühren rund 26,50 Euro, bei etwa 10,5 Prozent plus 0,30 Euro Zahlungsgebühr und 0,19 Euro Einstellgebühr. Davon gehen Material, Versand, Verpackung und Arbeitszeit ab. Was am Ende bleibt, hängt vollständig von Deiner Kostenstruktur ab, die Gebühren sind nur der erste Abzug.

Welche Posten werden bei der Kalkulation am häufigsten vergessen?

Die Arbeitszeit, der Gebührenanteil auf die Versandkosten, die Verpackungsmaterialien und die anteiligen Kosten für Fotos, Listing-Pflege und Kundenkommunikation. Zusammen machen diese vergessenen Posten bei Handarbeit häufig mehr aus als sämtliche Etsy-Gebühren.

Was ist der Unterschied zwischen Rohertrag und Gewinn?

Der Rohertrag ist der Betrag nach den direkt zurechenbaren Kosten einer Bestellung: Gebühren, Material, Versand, Verpackung. Der Gewinn ergibt sich erst nach den Fixkosten des Betriebs und nach Steuern. Wer den Rohertrag für den Gewinn hält, überschätzt sein Ergebnis erheblich.

Muss ich die Arbeitszeit wirklich einrechnen?

Ja, sonst ist die Rechnung wertlos. Ein Produkt, das nach Material und Gebühren 12 Euro übrig lässt und zwei Stunden Arbeit kostet, bringt sechs Euro Stundenlohn. Ohne Zeitansatz sieht dieselbe Rechnung nach einem soliden Ergebnis aus.

Wie stark ändert Werbung das Ergebnis?

Erheblich. Eine Offsite-Ads-Zuordnung kostet 15 Prozent bei Shops unter 10.000 USD Jahresumsatz und 12 Prozent darüber. Bei einer 30-Euro-Bestellung sind das 4,50 beziehungsweise 3,60 Euro zusätzlich. Oft mehr als der verbleibende Rohertrag bei knapp kalkulierten Produkten.

Rechne ich mit Brutto- oder Nettobeträgen?

Als Kleinunternehmer mit Bruttobeträgen, weil keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Als Regelbesteuerter mit Nettobeträgen, weil die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten ist. Wer beides vermischt, rechnet sich um rund 19 Prozent falsch.

Wo finde ich die Zahlen für meine eigene Rechnung?

Den vom Käufer gezahlten Betrag im Bestellbericht, die Gebühren in der Gebührenabrechnung, die Versandkosten auf Deinem Beleg. Material und Arbeitszeit musst Du selbst erfassen, dafür gibt es keine Datei, sondern nur eine ehrliche Messung.

Offizielle Quellen

Alle Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die offizielle Etsy-Dokumentation. Etsy kann Regeln und Gebühren jederzeit ändern. Im Zweifel gilt immer die Originalquelle.

Fragen zu Deinem Etsy Shop?

Schreib mir kurz, wo Dein Shop steht. Ich schaue ihn mir an und sage Dir, wo die größten Hebel liegen.